Bauhaus-Universität Weimar

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Kant 
giftischen Figuren-2, 1762; ((Versuch,. den Begriff Vgl. Boroivski-, Darstellung des Lebens und Cha- 
der negativen Größen in die Weltweisheit einzu- rakters K.s (Ki3nigsb. 1804); Waüanski, K. in seinen 
führen-), 1763; ((Der einzig mögliche Beweisgrund leyten Lebensjahr-en (ebd. 1804); Jachmann, Jm- 
zu einer Demonstration vom Dasein Gottes)), 1763; manuelK., geschildert in Briefen (ebd.1804); Sihu- 
((Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und bert, Jmmanuel K.-Z Biographie (Lpz. 1842, und in 
Erhabenen-), 1764; ((Untersuchung über die Deut- der Ausgabe der Werke K.s, Bd. 11); Kronenberg, 
lichkeit der Grundsäx,e der natürlichen Theologie iind K, sein Leben und s eine Lehre (Münch. 1897); Paul- 
Moral)), 1764; ((Träume eines Geistersehers, erläii- sen, Jmmanuel K. (Stuttg. 1898); Jmmanuel K- 
tert durch Träume der Metaphysikv,  Die Ein Lebensbild nach Darstellung der Zeitgenossen. 
Reihe von Schriften, durch die er in die Geschichte Jachniann, Borowski, Wasianski (hg. von Hoffmann, 
der Philosophie epochemachend eingriff, begann mit Halle 1902).      
der Abh;mdIUng ((De muni1i sensib111s eigne m- -Die Kantsche,Philosophie ist einerseits das 
tel1jgjbilis form-i et pri1icjpiis)), mit welcher er 17"(0 reife und abschließende Resultat der Aufklärungs- 
seine Professur antrat. Sie enthält teilweise schon die bewegung des 18., andererseits als solches der ge-- 
Grundgedanken der ((Kritik der reinen Veriiunst)), meinsameAusgangspunktallerbedeutendernwissen- 
die er 11 Jahre später (1781) herausgab. Von da schaftlichen Richtungen des 19.,Jahrh., und diese 
an folgten seine Hauptwerke verhältnismäßig rasch mächtige Stellung auf dem Gebiete der Philosophie 
aufeinander: 1783 die ((Prolegomena zu einer 1edeii hat auch für die übrigen Kiiltursphären derartig ge- 
küns-tigen Metaphysik)), 1785 die c(Grundlegung zur wirkt, daß man auch in ihnen überall den K.schen Ge- 
Metaphysik der Sitten)), 1786 ((Metaphysisihe An- danken als, lebenskräftigen Triebfedern begegnet. 
faiigsgründe der NaturwiHenschast)), 1788 die c(Kri- Was den histor. Ursprung dieser Lehre betrifft, so 
tik der praktischen Vernunft-), 1790 die ((Kritik der sieht man in ihr die einheitliche und priiicipielle Zu- 
Urteilskraft)), 1793 die  Religion innerhalb der sammensaHung der mannigfachen Strömungen, 
Grenzen der bloßen Ver-nunft)), die ihm eine Maß- welche das Jahrhundert der Aufklärung hervortrieb: 
regelung durch das Ministerium Wöllner ziizog, die glänzende Entfaltung der mechan. Naturwissen- 
1797 die (cMetaphysischen Anfangsgründe der Tu- schaft, die mit der Untersuchung der menschlichen 
gendlehre)) und ((Die metaphysischen Anfangsgründe Erkenntnisfähigkeit beschäftigte Philosophie, der den 
der Rechtslehre)). Endlich L)cl)los; seine mehr als positiven Neligionen sich kritisch gegeni"iberstelleiide 
fi'infzigjährige schriststel1eris e Thätigkeit 1798 mit Vernunftglaube der engl. Freidenker und der deut- 
der ((Anihropologie in pragmatischer Hinsicht)). Zwi- schen Rationalisten, der in Rousseau leidenschaftlich 
schen diese größern Werke, unter denen wieder die gegen die Kultur sich aufbäumende Drang nach na- 
drei Kritiken gleichsam die Hauptpfeiler seines Sy- türlicher Entfaltung des Jndividuuins, die lebhaste, 
stems bilden, lfallen noch eine große Anzahl klein-er gegen alles aiitoritative Ansehen ringende Dis- 
gehaltreicher S) bhandlunge1i. K.s wichtigere Schrif- kusfion der großen Fragen des Staates uiid der Ge- 
ten haben sämtlich mehrere, die Hauptwerke zahl- sellschaft, alle diese Bestrebungen finden in K. ihre 
reiche Ausgaben und Nachdrucke erlebt; handlich Vereinigung und damitihre gegeiixeitige Abklärung 
und meist sehr gut bearbeitet sind die Ausgaben in und Versöhnung. Und doch tritt ei ihm der Wert 
Reclams((Universalbibliothek)), sowie die der ((Kritik dieser vereinigenden und alles umfassenden Kraft 
der reinen Vernunft)) von Vorländer (in der c(Biblio- seines Geistes noch zurück hinter demjenigen der 
thek der Gesaintlitteratur U. s.  Halle 1899); mächtigen Energie des Grundgedankens, von dem 
vollständige Sammlungeii seiner Werke sind die von aus er alle diese Fragen behandelt. Es ist die 
 neu bearbeitet, Überzeugung von der gesetzgebenden Kraft der Ver- 
8 Bde.,1867-69), die von Rosenkranz und Sihubert nunft in Wissenschaft und Leben, die K. nach allen 
(12 Bde. , ebd. 1838-42) und von Kirchmanii Seiten durchzuführen sucht, und mit der er eben das 
(8 Bde., mit Erläuterungen, Berl. 1868-73). -Eine Geheimnis desZeitalters der Aufklärung ausspricht. 
Muster-ausgabe voii  Gesammelten-Schriften)) Seine esainte Philosophie willniä)ts anders sein, 
besorgtdiekönigl.preuß.AkademiederWissenschaften als eine Feststellung der in der Vernunft selbst ent- 
in Berlin; bisher erschienen 2 Bde. (Bd. 10 iind 11, haltenen rincipien, und sie nennt sich in diesem 
 Sinne die kritische Philosophie. Es war zii- 
enthalten. Die zum Teil noch bei seinem Leben nach nächst das theoretische Gebiet, auf welchem Ich K. 
seinen Vorlesungen hera1isgegebeneii Schriften über in diese Stellung gedrängt sah. Er selbst hatte siih 
 ausanfänglicherAbhängigkeitvondeindogmatischen 
END- die VIII RiUk (2 Vdes- KöMgsk1- 1802) und von Rationalismus (s. d.) der Wolsschen Schule selbstän- 
Vollmer (4 Bde., Hat-nb. 1801-5) herausgegebene dig zu empiristischen Principien durchgerungen und 
((PhyHsLk)e ,GeO,gWpI)le)) UUsgE1WMMEN- P01I ge,kM- dann die verwandten Gedanken der engl. Denker, 
gerer Wichtigkeit. Zuletzt wurde noch verbffentlicht: namentlich Lockes und Humes, mit lebhafter Sym- 
((Reflexionen K.s zur kritischen Philosophie) (hg. von pathie ergriffen. Dieskeptischen Konsequenzen,denen 
B. Erdnian1i, Lpz.1882-84), c(Vom ubergcing von er sich so wenig wie Hume entzo , und seiiie feste, 
den met0physisd)eIi Ai1f,(mgsgrüt1deU der Natur- zum größten Teil auf den Einfluss Newtons zurück- 
tvisfenscl)aftzz1r Physk)- (in der (iAltpreuß. Monats- zuführende überzeugung von der Gültigkeit de: 
sc)Vkfk))- KöU1gsb- 188,?-84 UND hFi VVU KV(1Use, Mathematik, die er für eine reine Vernunftwissen- 
Lahr1888), ((Lhkse Vlatter aus K.s" achlaß)), mit- schaft hielt, scheinen ihn zuerst schwankend gemacht 
geteilt von Rei e (Heft 1 u. 2, Konigsb.-1889 it. zu haben, und schließlich ges(hah es nicht ohne Ein- 
1895). Unter den ältern Satt-imlu,ngen seiiier,klei- wirkung von Leibniz, der bereits zwischen den 
new ((Vermischten Sihriften)) ist die; VOUstäNdlgfkE gWß91i Gegens-ät3,en des Rationalismus und des 
die unter Mitwirkung K.s von TieJtrunk (3 Bde., Empirismus einen von der Wolfschen Schule frei- 
Halle 1799) besorgte, zu der als vierter Band die lich nicht begrissenen Versuch der Vermittelung ge- 
(sSammluiig einiger bisher unbekannt gebliehener macht hatte, daß K. seinen gänzlich neuen und mit 
kleiner Schriften von  (Konigsb.1800) gehort. staunenswertem Tiefsinn ergrüiideten Standpunkt 
Artikel, die man unter K vermißt, find unter C aiifziisuc1;en.
        

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