Bauhaus-Universität Weimar

Leberfäiile  Leber1noose 1039 
Leber. Jn manchen Fällen der tropischen L. ist eine häufig noch mit Haaren -besetzt. L. lassen sich,nur 
Ursache nicht nachzuweisen. Jn der gemäs3igtenZone  durch operative Eingriise- (Aus-schneiden, Ax-,en 
entsteht die L. durch direkte Verletzung der Leber (mit n. dgl.) entfernen; alle übrigen Mittel sind nut3los. 
oder ohne Durchbohrung der Bauchdecken), häufiger  Leberhusten, Hustenanfälle, die reflektorisch bei 
im Anschluß an anderweitige Entzündungen, sei e-Z Leberkrankheiten, insbesondere.bei Gal-lensteinkolik, 
des Magendai-11ikaiialS oder der Gallenwege, der  auch bei manchen gesunden Personen bei Berührung 
Bauchdrüsen oder anderer Körper-stellen (Lungen, der Leber und Milz sich einstellen. 
Herz u. s. w., s. Pyäniie). Jn seltenen Fällen ent- Leberhydatiden, s. Leberechinococcus. 
wickelt sich der Leberabsceß aus einem vereiterten Lebericterns, s. Gelbsucht. 
Leberechinococcus. Die eiterige L. führt häufig durch Leberkies, s. Markasit. 
Erschöpfung und die eintretende Eitervergiftung des Leberklctte, Pflanzenart, s. Agrimo1iia. 
Blutes zum Tode; iiur wenn der Eiterherd nach der Lebcrkolik, Gallensteinkolik, s.Gallensteine. 
äußern Haut oder nach dem Darm oder der Brust- Leberkrankheiten, Krankheiten, die entweder 
höhle durchbricht, kann nach meist monatelangem nur den serösen überzug der Leber betreffen, wie 
schmerzhaftemSiechtum Genesung erfolgen. DieBe- die sog. Schnürleber, oder das eigentliche Leber- 
handlung erfordert in den ersten Stadieii der Krank- gewebe, wie die verschiedenen Formen der Leber- 
heit kalte, in den spätern warme Uinschläge auf die entzündun3, die Speckleber oder Amyloidentartung 
Lebergegend, milde Abf1"1hrungsmittelund eine reiz- (s. d.) der eher, die fertige Jnfiltration der Leber- 
lose, leicht verdauliche Diät; sobald sich Anzeichen Zellen (s. Fettleber), die kre sige Entartung der Leber 
finden, daß sich ein Eiter-herd gebildet hat, muß dieser (s. Leberkrebs-) u. a., oder nur die Gallenblase und 
aiif operativem Wege entleertwerden. Jn manchen die großen Vlutaderstämme, wie die Gal1ensteine 
Fällen ist aber eine Operation nicht ausft"ihrbar.  Pylephlebiti-Z oder eiterige Entzitndun der 
4) Die s yphilitis che L. (Hepati-cis syphi1itica) Pfortader (s. d.) u. a. Jn hohem Alter sowie nach er- 
giebt sich durch tiefe narbenartige J-urchen der Leber- schöpsenden Krankheiten ist die Leber oft geschrumpft, 
oberLlache und ein eigenti"imliches gelappteT- Ansehen welk, braun, sonst aber normal, d. i. die sog. rote 
der eber, häufig auch durch erbsen- bis walnusz- oder braune Leberatrophie. Unter gewissen 
große, scharf umschriebene weifzliche Knoten (Sv- Verhältnissen geht die Leber in eigentümlicher Weise 
philome) der Lebersubstanz zu erkennen, die Ach im akut zu Grunde durch die sog. akute gelbe Leberatro- 
spätern Verlauf in eine gelbliche käsige Masse ver- phie. (S.Leberentzündung 5.) Häufig istbeiL.Gelb- 
wandeln und schließlich einschrumpfen und ver- sucht  vorhanden. Paraüten sind in der Leber 
narbe1i: sie ist im1ner ein Symptom der tertiärezi nichtselten,namentlich Echinokokken.(S.Leberechiiio- 
Si)philis (s. d.) und führt häufig uiiter den Erschei- coccus.) Zerreißungen der Leber, wie sie Ach nach 
minnen der V-auchwassersucht zum Tode. Die Be- Stoß, Schlag oder Sturz auf den Bauch erei. neu, 
l)andliing erheischt eine antisypl)ilitische Kur. si1id meist wegen der Blutung tödlich.  Vgl. Lli3udd, 
5) Die akute g elb e Leb eratrop hie (At1-op1iia Die Krankheiten der Leber (deutsch von Henoch, Berl. 
hepatis aci1t.a Aar-i) ist eine selten vorkommende, 1846); Frerichs, Klinik der L. (2 Bde., Braunschw. 
eigentt"iniliche Form der L., bei der ein schneller 1861, mit Atlas); Murchison, G1jnica.11ectu1-es on 
Zerfall der Leberzellen stattfindet und die Leber disk-ases of the Heer (Lond. 1868; 3.Aufl.1885); 
selbst binnen kurzer Zeit akut zu Grunde geht. Über Qiiincke und Hoppe-Seyler, Die Krankheiten der 
die Ursachen dieser noch vielfach rätselhaftenKrank- Leber (in Nothnagels ((Specieller Pathologie und 
heit ist nur wenig bekannt; ne befällt vorwiegend Therapie)) Bd.18, Wien 1899);Schwar5, Chirurgie 
Frauen, namentlich in der Schwangerschaft und ins du foje (SsFar. 1901). 
.-ochenbett. Meistens wird es sich um eine J1ifek- Lelkerkraut, Has elw urz, s.  
non handeln, deren Keime jedoch noch unbekannt auch eine Moosart, s. Marc11ant.ia. 
find. Die Krankheit beginnt meist mit Kopfschiner-  Leberkrebs (C-ircinoma 11epatis), die krebs"ige 
zen, Erbrechen, mäßiger Gelbsucht iind Leberschmer- Entartung der Leber, kommt am häufigsteii zwischen 
zen, wozu sich bald Delirien, große Unruhe, Muskel- dein 50. und 60. Lebensjahre vor. Schmerzen in 
zittern, Kr-ämpfe, Vlutungen, Betst(-irkuiig der Gelb- der Lebergegend, aus-strahlend nach dem Rücken und 
sucht, .Nierenentzündung, Milzschivellung und nach der rechten Schulter, starke Abmagerun , bis- 
schließlich tiefe Betäubung gesellen. Die akute gelbe weilen hochgradige Gelbsucht, Bauihivassersuclft sind 
LFbetatrDphle führt fast stets rasch (iii 1.2 Stunden die gewöhnlichen Erscheinungen des L. Die Krank- 
bis 1 Woche),zum Tode: hinsichtlich der Behandlung heit führt stets zum Tode und dauert höchstens zwei 
werden drastiscbe Abfi"ihrmittel und Excitantien am Jahre. Die Behandlun. besteht in kräftiger Ernäh- 
mCiskS11 S111Pf0k)IEU- rung und narkotiscl)en Mitteln bei Schmerzen. Jn 
LebekfäUIO- f. LSb8VSgSIfeUChe- neuester Zeit hat man auch im frühen Beginn des 
Leberfleek (M.acu1a hepa.tiea, .Ch1oasm:-., K1o- Leidens operativ dorzugehen versucht. 
asma), kleine, meist rundliche und linsengrosze Haut- Leberläppchen und Leberlappen, s. Leber. 
stelle von brauner oder s(hwärzlicher, Färbung, die Lebermoose (Musci hepatici oder Heparicae), 
sich gewöhnlich ein wenig über das Niveau der Haut die Moose, deren Frucht bei ihrer Ausdehnung die 
erhe t. Ihre anato1n. Grundlage besteht in der um- Hülle des 8)lrchegoniums, worin sie Ach entwickelt hat, 
schriebenen Anhäufung eines feinkörnigen braunen am Scheitel durchbricht und daher stets nackt (ohne 
Pigments Hi den Zellen des Mali)ighischen Scl)leim- Mühe) ist. Sie springt in der Regel mit Klappen 
net-,es der Oberhand (S. Haut) Derartige L. kom- auf; ihre Sporen werden bei der Mehrzahl durch ela- 
Wen fast an allen Körperteilen, am häufigsten im stifche Spiralfaser.;ellen (Schleudern) fortgeschnellt. 
Geücht, am Hals und Rumpf, seltener an den Er- Die L. haben teils einen laubartigen, teils einen 
treniitäten, vor, sind bedeutungslos und stehen in beblätterten Stengel. (S. Moose.) 
keiner.dirAekten Beziehun zurLeber, mit der ne nichts Danach teilte man sie früher in thallos e oder 
ais die Farbe g-emeiu haben. Der angeborene L. frondose und foliose L. ein; jetzt unterscheidet 
(T)-leckenmal) ist außer seiner abnormen Färbung  man allgemein vier Familien: 1) Ricciaceen,
        

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