Bauhaus-Universität Weimar

81S Gcschinacksknofpcn  Geschinttene Steine 
schmeckeiiden Substanz i1i die Zungenschleimhaut, zur Familie der Onagrieen gehören, die des Olean- 
was eben die Vergrößerung der Berührungsfläche derfchwärmers Oleander und Jmmergrt'in, äußer- 
iind der Dauer der Einwirkung bedingte, wird lich sehr wenig eihnliche Pflanzen, aber beide Mit- 
die Jntensität des G. erhöht, weshalb. wir beim glieder der Familie der Apocyneen. Stubenfliegen 
Kosten die Junge reibend am Gaumen hin nnd her erweisen sich als Ehr wählerisch u1id Wespen suchen 
bewegen. ach dem Genuß von gewissen Sub- sich die reifsten J eeren an einer Weintraube aus 
fta1izen entsteht ein länger dauernder Nach ge- und kosten Stück für Stück, unterscheiden pulverisirt- 
schmack, der entweder durch--das Zuri"tckbleiben ten Zucker und Alaun sehr wohl, kosten mit Chinin 
kleinster Partikelchen der genossenen Substanz auf versexzten Honig  um sofort wieder von ihm abzu- 
der Zunge oder durch die Erregung der Geschmacks- lassen, es kann sie also der Geruch in diesem Falle 
nerven, durch die in das Blut aufgenommenen Ge- nicht leiten. Als Sitz des G. der Insekten dürften 
schmacksobfekte zu stande kommt. Bisweilen kom- Gruben und becherförmige Organe im Schlund und 
men auch bei dem G. deutliche Nachen3pfindungen am Hinterende der Zunge anzusehen fein. Bei den 
vor, insofern das Schinecken enier Substanz den G. Wirbeltieren ,ist nian von vornherein geneigt, die 
einer andern verändert; so ist es sedem Gutfchn1ecker Zunge- als Sig des G. anzuseheii, und das mag für 
bekannt, daß der G. des Kc"tses den für Wein er- die meistenLandtiere,woihr fei1ierer Bauim ganzen 
höht, der von Süßigkeiten dagegen den letztern ver- betreffs der Nervenendigungendemjenigeii des Men- 
dirbt. Durch mancherlei Momente wird die Feinheit schen mehr oher weniger ähnlich ist, zutreffen. Für 
des G. abgestumpft, so durch TrockenheitderZunge, die Fische-, die überhaupt nur eine rudiinentäre 
noch mehr durch die katarrhalische Veränderung der Zunge beugen, ist das sehr zweifelhaft, ebenso für 
Zungenfchleimhaut, ferner durch sehr starke Ge- gewisse Vögel  dem Pelikan). Aueh bei den 
sd)mackseindrücke, weil diels7e die Gefihmacksnerven Schlangen kann die Zunge, die beim Schlingen weit 
ermüden, endlich durch se r kalte oder sehr heiße nach vorn liegt, kein Gefchmacksorgan enthalten, 
Beschaffenheit der betreffenden Geschniacksob1ekte. wie das überhaupt für alle Tiere, die ihre Beute 
Die Entwicklung des ,Gefchmacksfi-nns bei den gaiiz oder in sehr großen Stücken vers-chlingen, 
Tieren scheint viel geringer als beim Mensche-ii Lebt zweifelhaft ist. Die Vögel haben mit wenig 
zu sein. Während die eine oder die andere Klasse usiiahmeiieinevonfesteniHornepithelüberzogene 
des Tierreiihs in der Schärfe irgend eines andern Zunge, und ihr Sihmecken vollzieht sich wahrschein- 
 Sinnes vor dem Menschen bevorzugt ist, steht dieser lich im Gaumen. Wirbeltiere, die ihre Beute .ebend 
in feiner Gefchmacksfähigkeit unübertrofsen da. Die und ganz verschlingen, haben vielleieht gar kein Ge- 
Er ahrung lehrt jedoch, daß sehr viele Tiere einen schmacksorgan in dein S-inne wie wir, es kann ihr 
ausgesprochenen G. befihen, nur ist es sehrschwier1g, Lustgefühl am Fressen -möglicherweise auf eine ganz 
mit Sicherheit bestimmte Organe für den Sit3.des- andere Art, etwa unmittelbar durch"Gefühle, welche 
selben nachziiweisen. Einer Anzahl von Tieren die sich bewegenden, zappelnden Busen verurfachen, 
fehlen allerdings die Geschmackswerkzeuge ganz, erregt werden.    
iind bei andern wieder nnd sie so eingerichtet, daß -Jn asthetis che.r Beziehung heißt G. die Fähig- 
ihnen kaum-ein feiner G.zugeschrieben werden kann. keit, das Schone in der Natur wie in Kunstwerkeii 
Oft wird dieser durch -den Geruchsinn erseht. So zu empfinden und es vom Haßliehen zu unterschei- 
mag der G. bei Wassertieren vielfach mitdem Geruch den. Jns9oJsern diese Fähigkeit lediglich der Gefühls- 
zusammenfallen und an das Gefühl sehr nahe sich Fette des ensehen angehört, glaubt man wohl dem 
anschließen und seinen Sitz in besondern nervösen ubsektiven Belieben größern Raum gestatten zu kön- 
Endzel1en der Haut haben. Bei Landtieren wird neu, und in diesem Sinne sagt man, daß sich über 
man Gef ch1nacksorgane am Anfang des Nahrungs- den G. nicht streiten lasse. Jus ofern aber das wahr- 
rohres zu suchen haben., Von Urtieren, Hohlt1eren haft Schöne und Künstlerische festen Gesetzen unter- 
und StcICl)sIhäx1keM Ist nichts bekannt, tvas.auch nur leegen soll, deren Darstellung dieAufgabe derÄfthetik 
mit einem Schimmer von A-3ahZeEcheinlichkeit als be- (s. d.) wäre, könnte nur derjenige G. ein gebildeter 
sonderes Geschmacksvrgan in nfpruch genoinme-n genannt werden, dessen Urteilmitdiesen allgeineinen 
werden könnte. Auch von den Würmern.keiiiien wir Gesehen übereinftimmt. Doch ist es ehr fraglich, ob 
sie mit Sicherheit nicht ,-obwohl z. B. die Blutegel esnichtgleichberechtigteentgegengese3teGeschmacks- 
durYhr Gebaren beweisen, daß sie schmecken. Bei richtungen giebt.  [schmack. 
den asser bewohnenden Krebseii mag Geruch und Geschmacksknofpeii,Gefchmacksfmn,s. Ge- 
G. zum Teil noch zusani-mensallen, aber sie treffen G.efc.hniacksmufter., Muster, deren Wert(gaupt- 
in ihrer Nahrung entschieden Auswahl, ebenso die eächlich in ihrer Schö1iheitbegründet liegt, im- egen- 
Weichtiere. Man hat bei den Krebsen zwei Büschel aß zu den Gebrauchsmustern, denen ihre Eignung 
nervenhaltiger Haare an den Gliedern des äußern zu einem praktischen Zweck Wert verleiht, s. Ge- 
Astes der Jnnenfühler als Gefchmacksorgane an- brauchsniuster und Mufterschug.. 
gefehen,und beiverschiedeneiiSchne(ten,derenZuiige Gefs11mackstaYschungen, s. Geschmack. 
unmöglich in dieser Richtung funktionieren kann,  
faßt man gewisse Papillen mit besondern Nerven- Geschmeide (von schmieden abgeleitet), eigent- 
endzellen (G es chmacksknos v en) an den Fühlern lich eiserne Ketten, dann goldene Ketten zum Schmuck 
und bei einigen Mufchelii ähnliche Gebilde am Rand und Schinucksachen. (S. Goldfchmiedekunst.) 
des Mantels als Sitz des G. auf. Die Jnsekten Gefrl)meidigkeit, soviel wie Dehnbarkeit(s.d.). 
bSH!3e!i G. und teilweise einen sehr hoch entwickel- Gesrhmcifk, in der Jctgersprache der Kot der 
ten. Manche Raupen fressen bloß ganz bestimmte Raubvögel. 
Pflanzen, oder solche, deren Blätter offenbar ähn- Geschmolzenzeng oder Brandzeug, Feuer- 
11Che SUbfkCUzen enthalten, wenn ne auch ein ganz werkssät-,e, die zur J-üllung von Brand- und Leucht- 
M!VEVes Aussehen haben. So frißt die Raupe des geschossen dienen. (S. Wariiigeschmolzenzeug und 
n.iittlei-n Weinvogelg Kuchen-i und Epi10bium, die Kaltgeschmolzenzeu  [schneidekunst. 
einen recht V8Vsch1edeneii Habitus haben, aber beide Geschnitteue Steine, s. Gemme und Stein-
        

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