Bauhaus-Universität Weimar

S52 Geineindewaisenrat  Geineiner Pfennig 
gegen Dritte und zur Leitung nnd ""ührung der Ge- weiter geht als die allgemeine Staatsaufsicht über 
ineindegefchäfte befugte Organ. stach vielen Ge- die Verwaltung des Koinmunalvermögens. Daher 
meindeordiiungen, namentlich für Landgemeinden, ist in einigen deutschen Landesteilen der Betriebs- 
ist der G. eine einzelne Person, welcher Bürger- plan der höhern Verwaltungsbehörde vorzulegen 
meister oder in den Landgemeinden der östl.Provin- und von dieser zu genehmigen (Systein der speciellen 
zen Preußens Gemeindevorsteher, Schutze, Staatsaufsiiht);auchmuß dieBewirtschaftung durch 
inWürttemberg S(hultheiß heißt. Dem Schulzen geeignete Beamte erfolgen (so in den alten preuß. 
stehen Beigeordnete, Schösfen, Dorsgefchworene zur Provinzen und- einem Teil von Hcinnover, im rechts- 
Seite; diese sind aber nur Gehilfen, der Vorstand  
hat allein die Entschließung und deshalb auch die sowie in deii meisten Teilen sterreichs und.in Un- 
alleinige und selbständige Verantwortlichkeit. Ge- garn). Jn andern Staaten oder Landesteilen ist 
wöhnlich wird der G. von der Gemeindeversamm- das sog. Beförsteriingsshjte1n (s. Besörsternng) an- 
lung(-Vertretun )auf einegewiHe Zeit oder auch auf erkannt, indem der technische Betrieb gänzlich in die 
Lebenszeit gewählt, nur ausnagmsweise vonder Re- Hände von staatlichen F-orstbeamten gelegt ist (so 
gierung ernannt; in den östl. rovi1izen Preußens in einem Teil von tJ)annover, in Bayern, Heüen- 
war früher (diirch die Kreisordnung ist dies 1872 Nassau, Baden, Braunsch1veig u. s.  Kahlhiebe 
aufgehoben) vielfach das Schulzenamt mit dem Be- und Ausstockungen bedürfen immer besonderer Er: 
fi3 eines gewissen Gutes verbunden (Erbscholtisei). laubnis. Jn vielen Gemeinden erhalten die Bürger 
Einer Bestätigung durch die staatliche Aufsichts- noch sog. Gabholz aus den G., auch die Berechti- 
behörde bedarf die Wahl allenthalben. Nach andern gnug derselben zum Viehtrieb, zur Mastweide, zum 
Gemeindeordnungen und zwar fast durchweg nach Streusammeln  
den Städteord1iungen (s. d.) hat der G. eine tolle- s. IF-.orstberechtigungen, Bd. 17); es nnd dann forst- 
gialische Verfassung iind heißt dann Stadtrat, Ma- pp izeiliche Anordnungen nötig, um die Beschä- 
gistrat, Gemeinderat (s.  die Mitglieder desselben digung des Waldes durch die Ausübung solcher 
versammeln fiel) zu regelmäßigen Si3ungen, in wel- Berechtigungen zu verhüten. Die Geineindeforsten 
chen über die Verwaltung aller Gemeindeangelegen- umfassen nach der Aufnahme von 1893 im Deutschen 
heiten beraten wird und die Beschlüsse nach Majo- Reich 15,e Proz. der ganzen Waldfläche. Am reich- 
rität gefaßt werden. Der an der Spitze stehende ltchsten sind die süddeiitsct)en Gemeinden mit Forsten 
Bürgermeister (s.  der in großen Städten ge- ausgestattet (Baden 45, Elsas;-Lothringen 45, Hef- 
wöhnlich den Ehrentitel Oberbürgermeister führt, sen 36, Württemberg 29 Proz.); in Preußen, wo die 
hat die rechtliche Stellung des Vorsitzenden, die Ge- ältern Gemeinheitsteilungen auch die Geineindefor- 
schäftsleitung, die äußere Repräsentation; er giebt sten nicht verfchonten, umfassen sie ebenso wie in 
im Falle der Stimmengleichheit meist den Aus- Baegern nur 12,5 und 12,e Proz. der ganzen Wald- 
äghlag und hat nach manchen Gesexzgebungeii, so in flä e.  Vgl. Schoen, Recht der Kominunalver- 
reußen, das Recht, Beschlüsse aus rechtlichen Grün- bände (Lpz. 1897). 
den zu beanstanden und die Entscheidung der Auf- Gememde.w,ege, s. W-egeordnungen. 
sichtsbehörde (RegierunBspräfident oder Bezirks- .GemeiIte Figuren, in der .Heraldii Wappen- 
ausfchusz) einzuholen. en Bürgermeister vertritt bildet, die bekannte Natur- oder Kunstgegenstiinde 
der Beigeordnete oder (in großen Städten) derzweite darstellen. (S. Tafeln: Heraldische Tvpen I 
Bürgermeister. Das Magistratskollegium be- und 1I, beini Artikel Heraldik.) 
steht aus besoldeten und unbesoldeten Mitgliedern Gemeine Häuser, s. Fraiienhäuser. 
(Stadträten, Ratmannen), welche von der Stadt- Gemeine Lasten sind in Preußen die auf allen 
veror.dneteiive-xsam1nlung oder dem Gemeinderat zu derselben Kategorie gehörenden Grii1idsti"icken 
auf eine gewisse Reihe von Jahren, nach manchen eines Bezirks, soweit nicht einzelne besonders be- 
Genieindeordnungen auch auf Lebenszeit gewählt freit sind, haftenden, aus der Zugehörigkeit zu Ort, 
werden und regelmäßig der Bestätigung des Landes- Kreis, Provinz oder Staat beruhenden Lasten sür 
herrn oder der Regierung bedürfen. Alle Magi- Staat, Gemeinde, kommunale Verbände, Schulver- 
stratsmitglieder sind Gemeindebeamte und daher bände, Kirche, Geistlichkeit oder Giitsherrfcha-ft. Sie 
auch disciplinarisch verantwortlich. Alle wählbaren bedürfen zu ihrer Wirksamkeit gegen Dritte nicht des 
Biirger sind zur Übernahme unbesoldeter Stellen im Eintrags in das Grundbuch, weil sie nicht Privat: 
G. verpflichtet. Jst den Stadien der Rheinprovinz rechte sind (Bürgerl. Gesexzb, H. 873). Wuszte der 
besteht, wie in Frankreich, kein Magistratskolle- Ki'infer eines Grundsti"icks niiht, das-z sie auf dem 
Z(ium, sondern der Bürgermeister führt mit einer Grundstück lasten, so hat er doch keinen-Anspruch 
nzahl Beamter die Gemeindegeschäfte, ebenso in gegen den Verkäufer, es sei denn, daß dieser Ver- 
Bayern links vom Rhein, HeHen, Elsaß-Lothringen tretung dafür übernahm, daß die Lasten nicht auf- 
und dem größten Teil der thüring. Staaten (insbe- haften, oder daß er dieselben in Abrede stellte(Preuß. 
         
Gemeindewaisenrat, s. Waisen:-at. Geineiner, im deutschen Heere der Soldat in 
Gemeindcwaldimgeu. Waldungen bilden Reih uiid Glied ohne Charge, der nagt) der Trupp-en- 
einen großen Teildes Vermögens vieler Gemeinden. gattung auch als Musketier,  
Die Gemeinde ist wie der Staat und überhaupt die .t5usar, Ulaii, Dragoner, Kanonier bezeichnet wird. 
Korpvrationvon unbegrenzterDauergauzl)esonders Die Abstammung des Wortes ist auf die ((geineinen 
Ceeignet, Wälder und Forsten nach einem die Nach- Knechte) der Land.sknechte znrückzusühreti, bei denen 
haltigkeit des Betriebes und die allgemeinen Jnter- nach dem Dre"it;igjährigeii Kriege der Ausdruck 
elfen berücksiihtigende1i Plane zu bewirtsdhaften. c(Knechte-) fortgelassen wurde.  
Zur SlCk)ekstetlung einer solchen rationellen Bewirt- GemeiuerPfemIig(a1ichHund ei-tfter P sen- 
sfhAftUNg,1st jedoch teils aus rein finanzwirtsrl)aft- nig), eine direkte Vermögenssteuer, die zuerst der 
luhen,.teils aus Jnteressen der allgemeinen Wohl- NürnbergerRei(hstag von 1422 ausschrieb,um statt 
fAhkk SEND ftAAtI1Ohe Aufsicht nicht zu entbehren, die des Reichsheers ein Söldnerheer gegen die Huisiten
        

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