Bauhaus-Universität Weimar

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intweit zurück,znführende eiiiheimifche Bezeichnung, den Heliotrot;eii, stellte für die Projizieri1ng der auf 
die Tibetaner nennen ihn Jomo-lang-kar; feinen der Sphäre liegeiideii Dre1eckspnnkteaufdie.Ebeue 
zweiten Namen führt er nach dem Jngenieur Evereft der Karte -neue Regeln aiif und bediente sich zuk- 
ls. d. sowie die Karte: Jnnerafien, beim Artikel Koinpenfation der Meifiingsfehler der bereits ek- 
Afien). wähnten Methode der kleinfteii Quadrcite. Die Ge- 
Gmirus, jetzt M onte - B arb ar o , im Altertum nauigkeit f einer Triangiilation übertraf alle frühem 
Name einer Bergkette in Campanien zwischen Eumä L-eiftiiiigen dieser Art. Neben. feiiien mathein..und 
und Neapel, von vulkanischem Charakter. An diesem astron. Arbeiten und der Aus-fuhruiig umfaiigreicher 
Berge erfocht der Koiifnl Valeriiis Corviis :-343 s)tegieriiiigsauftr("ige pflegte G. sich voii jeher mit 
v. Chr. einen großen Sieg über die Saiiiiiiten.  einem oder dem andern Gegenstande der Physik 
Gatiß,KarlFriedr., Matl)eniatiker, geb.30. April speciell zu befchäftigen.. 
1777 in Braunschiveig, kam 1792 in das Collegium  Seit -der Ankunft Wilhelm Ediiard Webers if. d.) 
Czrrolini1m, und wurde, iiachdeni er seit 1795 zu iii Göttingen wandte G. feiiie Aufmerksamkeit be- 
Göttingen studiert iind seit 1798 zu Brauiischweig fonders dem Erdinagiietismus,zii. Das von ihm 
iiiid Helmftedt privatiüert hatte, 1807 ziim-Pro- erfundeiie Magnetoineter er-ösfiiete hier ein ganz 
sesfor und Direktor der Sternwarte zu Göttingen neues Feld der Beobachtung. Mit diesen Studien 
ernannt. Er starb daselbst 23. F-ebi-. 1855. Eine aufs engste verkiiüpft war die Theorie des Elektro- 
Bronzeftatue G." (voii Schaper) wurde 1880 in   mit besonderm JiitereÜ"e ver- 
Brannschweig, ein Bronzesilibild (von Janenfch) fol te, da er die Erfolge einer richtigen B.eiiiiyuiig 
1898 in Berlin, ein  dieser Kraft für die Teleg-raphie, deren wissenschaft- 
Marmor, von HarZer) 1899' in Göttingen errichtet. licher Begründer er ist, mit tlarem Blick voran-3fah. 
Bereits in seiiier Doktordissertation 1799 zeigte Mit Weber fiihrte er auch die erste Anlage eines 
G. feinen Scharffinn, indem er die fri"ihern Be- eleltroinagnetischeii Telegrar;hen (s. Elet"trisihe Tele- 
inithnngen, den Haiiptsatz der Algebra, wonach Krabben) in Gött,ingeii-zwiszheii dem physik. Ka- 
jede algebraifche Gleichung 1iten Grabes n reelle iiiett nnd der eine Viertelstunde davon entfern- 
oder koinplexe Wurzeln habe, zu beweisen, einer ten Sternwarte,und dem magnetischeii Obfervato- 
scharfen Kritik unterwarf uiid selbst einen neuen, riuin aus. Mit Weber gab G. ferner die c(Re- 
streiigeii Beweis desselben lieferte. Eine Umar- sultate aus den Beobacl)tiingeii des Magiietifchen 
beituiig dieser-Abhandlung,gab er in einer 1849 Vereins-di (6 Bde., Gött. 1837-3.8; Lpz. 1838 
in der Gesellscl)af-t der Wissenschaften gehaltenen -4k3) nebst ((Atlas des E-rdmagnetismus)) (LZpz. 
Vorlefung, welche in deren ((Abhandlungens- (Bd. 4, 1840) l)eraiis, Andere Gebiete der Physik betreffen 
Gott. 1850) abgedruckt wurde. Noch glänzender die ((Allgemeinen Lehrsäx-,e in Beziehung auf die im 
entwickelte er. feine Kräfte in den schon 1795 be- verkehrten Verhältnisse des O-iiadrats der Entfer- 
gonnenen iind vier Jahre im Druck hingezogenen n1iirg wir-keiideii Anziehungs- und Abstoßungg- 
(cDjsqujsjtjones arithmetie-re-)  kräfte)) (Lpz. 1840) und die ((Dioptrifchen Unter- 
als ((Ucitersiichiingen über höhere Arithn1etik)), hg. suchuiigen)) (Gött. 184l). Ja der legten Zeit be- 
voiiMaser,2.  einein Werk voll der schäftigte sich G. vorzugsweise mit der Theorie der 
feinsten mathem. Spekulation-, durch welches die Geodäsie, über welche er (kUiiterfuchungen über 
höhere Arithmetikmitden schönsten Entdeckungen be- Gegenstände der höhern Geodäsie)) (2 Abteil., Gott. 
reichert worden ist. Als zu Anfang des 19. Jahrh. 1844-47) veröffentlichte. Alle feine Schriften 
die neuen Planeten entdeckt wurden, fand G. neue zeicl)nen sich dur große Klarheit und Schärfe der 
Methoden zurBerechniing ihrer Bahnen; unter den Entwicklung wie durch Einfachheit in der Dar- 
Methoden zur Bahnberechniing ist namentlich die stelliing aus. Eine auf 10 Blinde berechnete Ge- 
bereits 1795 erfundeiie Methode der kleinsten samtausgabe feiiier Schriften, die in den astron. 
Quadrate berühmt geworden. Er veröffentlichte  
dieselben in einem andern feiner Hauptwerke, der tinger Gelehrten Anzeigenv, namentlich aber in 
(cT1ie0ria 1n0tiis c0rp0riim in sectionibus e0nieis den (cAbhandl1ingen)) der Göttinger Gesellschaft der 
solem ambientium)) (Hainb. 1809; deutsch von Wissenschaften enthalten find,wird von lexztererGe- 
.i3aase, Hannov. 186.3), die viel dazu beigetragen sellschaft veröffentlicht (Bd. 1-6, Gött. 1863-74; 
hat, dem um diese Zeit erwachenden Sinn für ge- Bd. 8, Lpz. 1900); einige, find in deutscher über- 
iiauereastroii.Beobachtungen die rechte Richtung zu setzung in O-stwalds ((Klassikern der exakten Wifsen- 
geben. Auch seine ((The0ri-i eo1nbinationis ol)ser- f)ehaften)) (Lpz. 1889 fg.) erschienen. Schon vorher 
i"ati01ium  alte Peters den ((Briefwechselv zwischen G. und 
deutsch als c(Abhandliingen zur Methode der kleinsten seinem Freunde Schnmacher (6 Bde., Altona.1860 
Qiiadratei), hg. von Börsch iiiid Simon, Berl.1887) -65) herausgegeben. Der ((Briefwechsel zwischen 
war eine wesentliche Bereicherung der Wissenschaft. G. iind Befsel-) wurde auf Veranlassung der königlich 
Mit praktisch-astron. Arbeiten hatte G. sich schon Preuss. Akademie. der Wisfenfch3ften (Lpz. 1880),der 
während feines Aufenthalts in Braunschweig viel- (iBriefwecl2sel mit Wolfgang olyai)3 (ebd. 1.899) 
fach beschäftigt. Die Göttiiiger Sternwarte, welche mit Unterstützung der Ungarn Akademie der Wissen- 
ieit1755 bestand, bot dazu vergrößerte Hilfsmittel schafteii herausgegeben.  Vgl. .Sartoi-ins von 
dar, noch mehr aber die neue Sternwarte, derenBciii Walters-hausen, G. zum Gedächtnis (Lpz. 1856); 
zwar schon 1803 begonnen, aber durch die Zeit- Hänselinann, Karl Friedr. G. Zwölf Kapitel aus 
Verhältnisse laiige unterbrochen gewesen war, bis seinem Leben (ebd. 1878); Schering,KarlFriedr. G. 
er 1811 unter G) Leitung wieder aufgenommen (Gött.1887). 
und 1817 vollendet wurde. Im Auftrage der Re- E-aufs, Name des zur Erforschung des- Südpoim- 
gierung,sex-.te er seit 1820 die dän. Gradmesfung im gebietes, insbesondere der ind.-at antischen Seite 
Königreich Haniiover fort, bei welcher Gelegenheit desselben, bestimmten Schiffs der unter E. von 
er auch naih einer andern Seite hin den Reichtum Drygalskis (s. d., Bd. 17) Leitung stehenden Deut- 
seines Geistes bekiiiidete. Er ei-fand unter anderm fchen Stldpolarexpedition (s. Stldpolarländeri. 
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