Bauhaus-Universität Weimar

BYStaJer Kreislauf. 
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m, rectum.  A, A, atrinm dextrum, eröifnet mit forameu ovale. B, auricula. sinistra. C, ventriculus dexter. 
D, ventriculus siuinter.  1, 1', arcus aortae. l", I", aorta, abdominalis. 2, arteria. pnlmoualis commuuis. 
2', divisio argeriqe pulmonalis.  3, vena eava. superior. 3', vena anonyma dextrn. 3", veuu. anonyma giuign-g. 
4, truncus venae cavsfa inferiorxs. 4', 4', vena cava inferior vor Aufnahme der Venae hepatieae. 5. 5, 5x, 6x, 
vena umbilicnlis. 5', 5', du_ctus venosus Arantii. 5", b", venae hepacicae. 6, vena. mesenterica. superior. 
6', vena. portuum und Verbmqung mit der Vena. umbilicalis. G", mmi portales ad hepatem. 7, 7', arteriae 
iliacae communes. 8, 8', arterme umbilicales. 9, 9', arteriae iliacae externae, 10, vasa renalia. ll, arteria 
mesenterica. inferior. 
Sabatier war der Meinung, dass die Blutströme beider Hohlveuen sich 
nicht in dem rechten Vorhofe mit einander mischten, sondern dass alles Blut 
der unteren Hohlvene in den linken Vorhof und Ventrikel und alles Blut der 
oberen Hohlvene in den rechten Ventrikel gelange. Er glaubte jedoch, dass beide 
Blutarten sich an der Verbindungsstelle des Ductus arteriosus mit der Aorta 
mischten. Die Vollständige Trennung beider Blutströme, wie sie von Sabatier 
angenommen wird, findet sich bei dem nahezu reifen Fötus nicht, doch kommt 
sie in früheren Stadien des Fötallebens vor. In der That öffnet sich, wie bereits 
früher erwähnt wurde, die untere Hohlvene zuerst in den linken Vorhof und 
ergiesst daher ihr Blut unmittelbar in diese Höhle. Erst allmählich vollzieht 
sich durch die Wucherung der Valvula foveae ovalis die Trennung der Vena. 
cava inferior vom linken Vorhofe und, je mehr sich der Fötus der Reife nähert, 
um so mehr Blut der Vena cava superior wird demjenigen der Vena cava in- 
ferior beigemischt. So bereitet sich allmählich eine Aenderung der relativen 
Lage der Venen und der Eigenthümlichkeiten des fötalen Herzens in die Ver- 
hältnisse vor, wie sie sich nach der Geburt definitiv gestalten. Ebenso ist es 
in den relativen Lageverhältnisscn der Getässe begründet, dass in den früheren 
Fötalmonaten nur wenig Blut aus der linken Kammer in die unteren Körper- 
abtheilungen gelangt, während diese vorzugsweise durch die rechte Kammer ver- 
mittelst des Ductus arteriosus versorgt werden. 
Aus der vorliegenden Darstellung geht hervor, dass das von der Placenta. 
kommende Blut vorzugsweise die obere Körperhälfte des Fötus versorgt, wäh- 
rend die untere Körperhälfte vorzugsweise das Blut empfängt, welches bereits 
in der oberen Körperhälfte gekreist hat. Der grössere Theil des letzteren Blut- 
stromes wird jedoch wieder von dem fötalen Körper aus zur Placenta getrieben. 
Dieses Geschäft wird vorzugsweise durch die rechte Kammer besorgt, welcher 
auch nach der Geburt eine ähnliche Verrichtung obliegt, indem sie alsdann das 
Blut zu seiner Erneuerung durch die Lungen zu treiben hat. Allein der Weg, 
den das Placentarblut zu machen hat, ist grösser als der Weg durch die Lungen 
und die rechte Kammer, obgleich sie bei der Placentarcirculation durch die 
'I'hätigkeit der linken Kammer unterstützt wird, betheiligt sich auch in be-_ 
deutendem Grade bei der Circulation in der unteren Körperhälfte. Von diesen 
Verhältnissen mag es abhängen, dass Während des Fötallebens kein wesentlicher 
Unterschied in der Dicke der Wendungen beider Kammern existirt, während 
derselbe beim Erwachsenen so bedeutend ist. 
Die Hauptänderung, welche im Kreislaufe bei der Geburt unmittelbar Platz 
greift, besteht in dem plötzlichen Aufhören des PlacentarkrcißlßllfeS 111111 dem 
gleichzeitigen Auftreten eines bedeutend vermehrten Blutstromes durch die Lungen, 
welche von da an ihre Function als Respirationsorgane versehen. 
Das Foramen ovale, der Ductus arteriosus, der Ductus venosus und die 
Nabelgefasse, d. h. alle dem Fötus als solchem eigenthiimlichen Geiäswege,
        

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