Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gefässsystem, Nervensystem und Sinnesorgane: Gefässlehre
Person:
Hoffmann, Carl Ernst Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/PPN679686983/16/
Anordnung und Bau der Schlagadem. 
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Wenn man von diesen Gesichtspunkten aus an die Betrachtung der Arterien- 
arlornalien geht, so sieht man, dass dieselben in ihrer Entstehung einer gewissen 
Gesetzmässigkeit unterliegen und durchaus nicht so regellos und unbestimmt 
sind, wie es bei der oberflächlichen Betrachtung nur einzelner Formen scheinen 
könnte. 
Auch Veränderungen des Kalibers, welche wesentlich von der Zahl der ab- 
gehenden Aeste und der Grösse des Verbreitungsbezirkes des Stammes abhängig 
sind, sowie Aenderungcn der Lage erklären sich von den besprochenen Gesichts- 
punkten aus leicht. 
Hält man sich die auseinandergesetzten Verhältnisse vor Augen, so ist eine 
Betrachtung aller bei den verschiedenen Arterien vorkommenden Abweichungen 
Ilnnöthig und es genügt die Angabe der wichtigeren derselben. 
Die Wendungen der Schlagadern sind, wie oben angedeutet, um ein Be- 
trächtliches dicker, als diejenigen der gleich grossen Blutadern. Dieser Dicke 
der Wandung, welche hauptsächlich auf einer stärkeren Entwicklung der mitt- 
leren Schichte beruht, verdanken die Schlagadern die Eigenschaft, dass sie bei 
ihrer Entleerung oder beim Anschneiden nicht zusammenfallen, sondern dass sie 
ihr Lumen, wenn auch in verminderter Ausdehnung, beibehalten, Während sich 
unter gleichen Bedingungen die Wendungen der Blutadern aneinander legen und 
so das Lumen dieser Gefässe verschwindet, falls nicht zufällig durch Befestigun- 
gen an ihrer Umgebung die Wandungen in ihrer Lage erhalten werden. 
Die Dicke der Wandung nimmt bei den Arterien im Allgemeinen mit der 
Grösse der Gefasse zu, allein nicht in dem gleichen Maasse wie diese; es ist 
demnach die Wand eines doppelt so weiten Geiässes nicht auch doppelt so dick. 
Bei dieser Dickenzunahme betheiligen sich ausserdem nicht alle Elemente der 
Wand in gleicher Weise, ja einzelne Elemente nehmen verhältnissmässig bei 
der Dickenzunahme ab; dies ist namentlich bei den Muskelelementen der Fall, 
Welehe zu Gunsten der in Zunahme begriffenen elastischen Fasern mit dem Wach- 
seil der Gefässe relativ an Menge abnehmen. 
Au den meisten Körperabtheilungen sind die Arterien in bindegewebige Schei- 
den eingehüllt und ihre äussere Fläche ist durch lockeres Bindegewebe mit ihnen 
Verbunden; allein diese Verbindung ist so lose, dass, wenn ein Gefass durch- 
sehnitten wird, es sich ziemlich weit in seine Scheide zurückzieht. In vielen 
Fällen umschliesst die Scheide nicht allein die Arterie, sondern zugleich auch 
noeh andere Gebilde, namentlich Blutadern und Nerven. Eine Anzahl von Ar- 
terien: Wie namentlich die Gefasse in der Schädelhöhle, entbehren der Scheiden. 
Abgesehen von diesen Scheiden lassen sich an allen Arterien die oben ange- 
gebenen Schichten nachweisen.  
Als tnnica intime. (Innenhaut) bezeichnet man das mit der elastischen Innen- 
imut (Kölliker) verbundene Endothelrohr, welche beiden Theile sich zusammen 
"f Ferln feiner, farbloser, durschscheinender, elastischer, aber leicht in der Quer- 
Tlßhtung zerreissbarer Membranen von der inneren Seite der Gefässe in kurzen 
Stüekchen ablösen lassen. Unter dem Mikroskope lassen diese Stückchen die beiden 
Ifesen erkennen, aus welchen sie bestehen. Das Endothelrohr ist aus einer 
einfachen Lage spindelförmigcr oder mehr polygonaler, unregelmässiger, meist lang 
äisireßkter Zellen zusammengesetzt; dieselben besitzen rundliche oder längliche 
emer Welche jedoch häufig undeutlich sind, so dass in vielen Fällen diese innerste
        

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