Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Äussere Körperform, einfache Körperbestandtheile, Bewegungsorgane und Eingeweide: Eingeweidelehre
Person:
Hoffmann, Carl Ernst Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/PPN679686126/9/
4.56 Eingeweidelchre. 
Theil ist die hintere Wand, welche von der vorderen Fläche der Halswirbelsäule 
gebildet wird; nach oben hin steht sie direct mit dem Kopftheile, nach unten hin 
mit dem mittleren Abschnitte des Brusttheiles in continuirlichem Zusammenhange. 
Nach vornen und den Seiten hin ist der Halstheil der Eingeweidchöhle nur un- 
vollständig durch Muskelziige, Weiche zwischen dem Kopfe und dem oberen 
Abschnitte des Thorax ausgespannt sind, abgeschlossen;  dieser Abschluss wird 
dann durch die derbe Fascia colli und die äussere Haut vervollständigt. Sämmt- 
liche Eingeweidetheile des Halses sind gleichfalls mit der Wendung verbunden, 
wie an der Kopfabtheilung. 
Die vollständigste und schärfste Abgrenzung besitzt die Eingeweidehöhle in 
der Brustabtheilung, wo sie durch die Wirbelsäule und die Rippenbogen nebst 
den zwischen diesen liegenden Intercostalmuskeln ihren vorderen, hinteren und 
seitlichen Abschluss findet. Auch nach oben hin besitzt sie, wie wir sehen wer- 
den, auf beiden Seiten einen. scharf begrenzten Abschluss; in der Mitte dagegen 
ist ein unmittelbarer Uebergang in die Halsabtheilung vorhanden. Gegen die 
Bauchhöhle hin trennt sich die Brustabtheililng wieder scharf durch das zwischen 
beiden ausgespannte Zwerchfell ab. In ähnlicher Weise ist auch die Bauch- 
Beckenabtheilung scharf, wenn auch durch zum Theil sehr bewegliche Wandungen, 
abgegrenzt. Im oberen und unteren Abschnitte wird sie hier durch Knochenringe 
umfasst, während der untere Abschluss, wie derjenige gegen die Brusthöhle hin, 
und die mittlere Abtheilung der vorderen und seitlichen Wendungen vorzugsweise 
durch Muskellamellen gebildet" werden. 
Von den verschiedenen Abschnitten der Eingeweidehöhle bedürfen die Brust- 
höhle und Bauch-Beckenhöhle noch einer etwas genaueren Beschreibung. 
Die Brusthöhle, cavum pectoris, ist, wie bereits angedeutet, zum Theil 
von ziemlich festen Wendungen, den Rippenbogen sammt der zwischen sie ein- 
gelagerten Musculatur und im Zusammenhange mit Wirbelsäule und Brustbein, 
also dem Brustkasten, umschlossen. Da der Brustkorb jedoch auch den ober- 
sten Abschnitt der Bauchhöhle ih sich aufnimmt, so stimmen Brusthöhle und 
Thoraxraum, cavum thoraci-s, in Bezug auf ihre Ausdehnung nicht mit einander 
überein. Nichtsdestoweniger ist eine genaue Bestimmung der Grenzen des Thorax- 
raumes für die Erkenntniss der Lageverhältnisse der Brusteingeweide von Wich- 
tigkeit. Diese Grenzen sind aber keine constanten; sie ändern sich bei jeder 
Bewegung des Brustkorbes, welche mit der Ein- und Ausathmung verbunden iSt- 
Man giebt dieselben daher am besten für einen der beiden Zustände, am zweck" 
mässigsten für den Zustand der Ausathmung, an. 
Von der Wirbelsäule betheiligen sich an der Begrenzung des Brustkorbes 
die untere Hälfte des siebenten Halswirbelkörpers und von hier an ixach abwärts 
sämmtliche Brustwirbelkörper bis zur Mitte des zwölften Brustwirbels, ferner 
sämmtliche Rippen mit ihren Knorpeln und das Brustbein. Die obere Grenze 
wird durch die ersten Rippen beider Seiten in ihrer Verbindung mit Wirbß1' 
säule und Brustbein gebildet; der von diesem Bogen umschlossene Raum wird 
apertura thoracis superior (Brusteingang) genannt. Die untere Grenze wird durch 
 die unteren Rippenbogen, eine Vereinigung der 7., 8., 9. und 10., zuweilen auch 
der 11. Rippe und ihrer Knorpel mit dem Schwertfortsatze des Brustbeines 1161" 
gestellt; sie wird als apertura thoracis inferior (Brustausgang) bezeichnet. Im All" 
gemeinen ist die vordere Wand gegen die hintere etwas weiter nach abWäm
        

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