Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Äussere Körperform, einfache Körperbestandtheile, Bewegungsorgane und Eingeweide: Eingeweidelehre
Person:
Hoffmann, Carl Ernst Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/PPN679686126/215/
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Eingeweidelehre. 
Das Hilusstroma besitzt fast zu allen Zeiten der Entwicklung ein ziem- 
lich iibereinstimmendes Verhalten. Man kann an ihm zwei Unterabtheilungen 
unterscheiden, eine innere, welche vorzugsweise aus lockerem Bindegewebe be- 
steht, in welchem nur die grösseren Gefässstämmchen verlaufen, und eine äussere, 
sehr schwammige Abtheilung, Welche vorzugsweise aus den feineren Verzweigungen 
der Gefässe aufgebaut ist und einen mehr cavernösen Charakter, sowie ein röth- 
licheres Ansehen hat.  
Die Gefasse der Marksubstanz zeichnen sich, von ihrer Eintrittsstelle in den 
Eierstock an, durch einen sehr stark gewundenen Verlauf aus, welchen man 
auch noch an den feineren Verzweigungen beobachten kann, die ausserdem ver- 
hältnissmässig starke Wendungen besitzen. 
Ausser den Gefassen und dem Bindegewebe, sowie den in deniEierstock 
eindringenden Nerven besitzt das Hilusstroma noch glatte liluskelfasern, übe!" 
deren Verhalten jedoch die einzelnen Autoren noch sehr verschiedener Meinung 
sind. Während die Einen sie in äusserst reichlichem Maasse vorhanden sein und 
bis in die Rindensubstanz vordringen lassen, wobei sie ihnen einen wesentlichen 
Einfluss auf das Platzen der Follikel zuschreiben, gehen diese Fasern nach den 
Anderen in irgend reichlicher Menge nur mit den grösseren Gefäissstämmen und 
haben keinen bedeutenden Einfluss auf die Austreibung der Eier. 
Die Parenchymschichte zeichnet sich wesentlich vor dem Hilusstroma 
dadurch aus, dass sie eine reichliche Menge von eigenthiimlichen bläsehenförmi" 
gen Bildungen, vesiculae Graiii (ovula Graafii, ovisacci, folliculz" Grafiani, E? 
kapseln, Eisäckchen, GraaPsche Follikel), in einem von einem sehr reichen Netze 
feiner Gefässe durchzogenen Bindegewebsstroma, Struma ovapii, enthält, 
Das Bindegewebsstroma geht sowohl in die Hülle, wie in die Mark" 
Substanz allmählich über, nur verhält es sich nach beiden Seiten hin verschieden? 
von der Marksubstanz aus verbreitet sich das Bindegewebe nämlich in mehr 
radienartigen Zügen; an der Grenze in die äussere Hülle dagegen ist es mehr 
durchhein dicht veriilztes Ansehen ausgezeichnet, indem die einzelnen Zügß sich 
nach den verschiedensten Richtungen hin durchilechtcn.   
Die Follikel verhalten sich in Bezug auf Lage, Form, Grösse und B6" 
schaffenheit in den verschiedenen Entwicklungsstadien des Eierstockessehr Ver" 
schieden, allein die grössten Verschiedenheiten fallen in die erste Zeit der Ent" 
Wicklung bis etwa zum zweiten Lebensjahre und in die Zeit von der von?! 
Gesßhlßßlltßreife bis zum Beginne der Verschrumpfung des Organes, während m 
der Zeit vom zweiten Lebensjahre bis zur Entwicklung der Geschlechtsreifß nur 
weniger wesentliche Veränderungen auftreten. 
Was zunächst die Beschaffenheit der iFollikel vor dem Eintritte de-YIGÜ 
schleßhtsreifc anbelangt, so bilden sie kleine Bläschen von 1-2 Mm. Durch" 
messer, welche sich ziemlich scharf von ihrer Umgehung abgrenzen, und von 
einer Lage polygonaler oder cylindrischer Zellen ausgekleidet sind; Diese Lehm 
teren umschliessen ziemlich dicht grössere zellige Bildungen, die Eizellen, "WM 
an denen man je eine Hülle, zona pelluciqla, eine äussere, körnige Protoplßsms" 
1118888, Viielllls (Dotter), einen bläschenüirmigen Kern, vesicula germiuativa ("fs 
prolzfera, Keimbläschen), und an diesem einen ceutralen Fleck, macnla gerlllillßil" 
(Kleimfleck), unterscheiden kann. 
        

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