Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Äussere Körperform, einfache Körperbestandtheile, Bewegungsorgane und Eingeweide: Eingeweidelehre
Person:
Hoffmann, Carl Ernst Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/PPN679686126/180/
Vierte Abtheilung. 
Organa. genitalia. 
Geschlechtsorgane. 
Die Geschlechtsorgane (organa sexualia) sind diejenigen Eingeweide, durch 
deren Thätigkeit diedibrtptlanzung der Individuen und die Erhaltung ihrer Art 
vermittelt wird. Sie bereiten zum Theile die Keimstoife, aus welchen die An- 
lagen der neuen Geschöpfe hervorgehen, Keimdrüsen; zum Theile dienen sie 
zur Fortleitung der Keimstoffe von ihrer Bildungsstätte zu den für ihre Erhal- 
tung oder Weiterentwicklung günstigen Localitäten, die gleichfalls zu den Ge- 
schlechtsorganen gehören. Diese sämrntlichen Abtheilungen bezeichnet man zu- 
Sammengenommen als innere Geschlechtsorgane. Zu ihnen gesellen sich 
dann noch diejenigen Gebilde, welche die zur Entwicklung neuer Individuen 
nothwendige Vereinigung der Keimstoffe beider Geschlechter mit einander ver- 
mitteln; diese Theile sind die äusseren Geschlechtstheile. 
Während alle übrigen Körperorgane für beide Geschlechter übereinstimmend 
angelegt sind.und nur in nebensächlichen Dingen kleine Differenzen zeigen, 
sind die Geschlechtsorgane bei entwickelten Individuen für beide Geschlechter 
in ihrem gesammten Bau und in ihren Verrichtungen vollständig verschieden. 
Allein wie sie sich in ihren Thätigkeiten gegenseitig ergänzen, so zeigt auch 
ihr Grundplan grosse Aehnlichkeiten; dabei gehen die Geschlechtsorgane beider 
Geschlechter aus übereinstimmenden Anlagen hervor. Es giebt während der 
 Entwicklung Zeiten, in welchen_die Individuen geschlechtslos sind; dann kommt 
eine Periode, in welcher zwar die Geschlechtsorgane vorhanden, ein bestimmter 
Geschlechtsunterschied aber noch nicht wahrnehmbar ist. Dieser indifferente 
Geschlechtszustand geht dann später in einen für jedes Geschlecht specifischen 
Entwicklungsmodus über, wobei wesentlich verschieden gestaltete Organe ent- 
o stehen, deren Zusammengehörigkeit und gegenseitigen Beziehungen nuran der 
Hand der Entwicklungsgeschichte nachweisbar sind. 
Erste Unterabtheilung. 
Urgana genitalia masculina. Männliche Geschlechtsorgane. 
Die Keimdrüsen des männlichen Gesehlechtsapparates sind die Hodenx 
lZui Fortleitung des Keimstoücs, Syrien, dienen Netz enhöden und Samen"; 
feil-tief"; die letzteren, ausserhalb der Bauchhöhle mit Geüissen, Nerven und häu- 
ggen Gebilden zum Samenstrange verbunden, trennen sich beim Eintritteiin 
b"? Banchhöhle von diesen Theilen und stehen im Becken mit kleinen aus Aus- 
uchtflngell bestehenden Reservoirs, den Samenbläschen, in Verbindung; die 
gemeinschaftlichen Ausüihrungscanälchen der beiden letzteren, Ausep tznngev
        

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