Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Äussere Körperform, einfache Körperbestandtheile, Bewegungsorgane und Eingeweide: Eingeweidelehre
Person:
Hoffmann, Carl Ernst Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/PPN679686126/15/
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Eingeweidelehre. 
binden. In sie sind häufig Drüsen, glamlulae muciparae (Schleirndrüsen), einge- 
lagert; ausserdem verlaufen in ihr die Stämmchen der Getässe und Nerven, 
deren Verzweigungen in die Schleimhautgrundlage eindringen. 
An manchen Schleimhäuten fehlt die submucöse Schichte und erstere be- 
steht dann nur aus zwei Lagen. Wenn nämlich die Schleimhaut nicht an die 
Muskelhaut angrenzt, so kann es vorkommen, dass die eigentliche Schleimhaut- 
_grundlage direct mit ihrer Unterlage, gewöhnlich Periost oder Perichondrium, 
verwächst und so unverschieblich befestigt ist, doch kann auch bei solchen Un- 
terlagen eine submucöse Schichte vorhanden sein. 
Allein zu den drei gewöhnlichen Lagen können sich auch noch zwei andere 
gesellen. In vielen lälällen schiebt sich zwischen den Epithelialbeleg und die 
Schleimhautgrnndlage eine wasserhelle, structurlose Schichte, msmbrana basilaris 
(Grenzmembran), ein, welche meist mit der Schleimhau rundlage verwächst. 
Ausserdem findet sich häufig zwischen der Tunicra mucoslaüiropria und der Tu- 
nica submucosa eine sehr dünne Lage von glatten yftuuicalmuscularis 
mucosa? (innere Muskelhaut), der Oberfläche pareijlleljiii et. Vorzugsweise 
schön ist letztere Schichte an der Schleimhaut dbist-"Üäiiibc i" es entwickelt. 
Die zweite Hauptschichte der Canäle wird durch die tunica muscularis 
(Muskelhaut) gebildet. Diese ist im Allgemeinen in der Nähe der Ausmündungs- 
stellen der Canäle an die Köriierobertläche mächtiger entwickelt, als an ihren inneren 
Abtheilnngen; allein diese Regel erleidet mannigfache Modificationen, wenigstens 
insofern als mit der Entfernung von der Körperoberfläche die Mächtigkeit nicht 
gleichmässig abnimmt. Die Muskelhänte bestehen vorzugsweise aus glatten Mus- 
kelzellen, welche meist durch Bindegewebszüge oder elastische Fasern in einzelne 
Bündel angeordnet sind. An den den Körpermiindungen zunächst gelegenen 
Abtheilungen wird die Muskelschichte meist durch quergestreifte Musculatur ge- 
bildet, wie wir dies bereits oben bei der Betrachtung der Skeletmuskeln gesehen 
haben, und von hier aus ändert sich die Beschaffenheit der Muskelhaut an ein- 
zelnen Stellen ziemlich rasä, an anderen ganz allmählich nach innen hin. Meist 
sind die Bündel der glatten Muskelzellen in zwei Schichten angeordnet, welche 
sich gegenseitig senkrecht kreuzen. Die eine stärkere Schichte umzieht den 
Canal ringförmig oder in dicht gedrängten Spiraltouren dicht nach aussen von 
der Tunica nervea, bildet also den inneren Theil der Muskelhaut; der äussere 
Theil ist schwächer und besteht aus Muskelbündeln, welche in ihrem Verlaufe 
der Länge des Canales folgen. Abweichungen von dieser Regel finden sich an 
Stellen, an welchen stärkere Umbiegungen der Canäle vorkommen. An einzelnen 
Stellen ist eine solche Schichtung der Muskelhaut nicht zu beobachten; öfters 
gesellt sich noch eine besondere innere Längsschichte hinzu. Die stärkste- 
Musculatur aller dieser Canäle besitzt die Gebärmutter. 
  äussere Hauptschichte der Canäle wird durch ein bindegewebigßß; 
ziemlich lockeres Stratumlgebildet, sag den Oanal allseitiglumgiebt und ihn hie 
und da beweglich an seine Umgebung anheftet. 
Zu dieser Umhüllungsschichte kommt an denjenigen Stellen, an welchen diß 
Canäle in die freien Räume der Körperhöhlen hineingedrängt sind, noch eine 
weitere Bedeckung durch feste bindegewebige Membranen, tunicae serosae (serösß 
Häute), hinzu, welche auch zur Auskleidung der grösseren Abschnitte der Ein" 
geweidehöhle selbst dienen. Diese Häute sind meist äusserst dünn, besitzen eine
        

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