Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Äussere Körperform, einfache Körperbestandtheile, Bewegungsorgane und Eingeweide: Eingeweidelehre
Person:
Hoffmann, Carl Ernst Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/PPN679686126/121/
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Eingeweidelehre. 
Follieuli soliiarii.  Die solitärenpriisen (folliculi sporadesy sind weiche, 
weisse, abgerundete, leicht"iheriiierragendeHQebilde, etwa von der Grösse eines 
Hirsekornes, welche übäiiikäifseliläiiiiihäiiit des giesainmten Diinndarmes zerstreut 
gefunden werdeiif Sie" sind sowohl gegen die Mesenterialanheftung wie gegen 
deiiwfreien Rand hin, sowohl zwischen als auf den Kerkringschen Falten vor- 
handen und sind ebenfalls in den unteren. Ahtheilung des Dünndarmes wieder; 
zahlreicher, alseinn-der scheren. Diese einzelnen Follikel besitzen keine Oeff- 
nungen, sondern stellen in gleicher Weise wie die Follikel der Peyefschen 
Platten geschlossene Bildungen dar, welche in ihrem Inneren eine opake, halb- 
iiüssige Substanz mit zahlreichen Zellen und feinen Körnern in einem feinen 
Reticulum, nämlich adenoides Gewebe, enthalten. Die freien 
m9 442 Ränder der Follikel ragen etwas über die Schleimhaut- 
Hmkr; V Häche hervor und sind hie und da-mit Zotten besetzt, 
 während Liebe rkühn'sche "Drüsen um sie herum ge- 
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 Fig. 442. Flachsphnitt durch einen Solitärfollikel. Wjl, 
'i  "F"  Der Follikel ist von zahlreichen Lieberkiihrüschen Crypten umgeben. 
Im Grundtypus stimmt das Gewebe der Sehleimhaut und dasjenige der solitären Follikelv 
sowie der Follikel der Peyefschen Platten vollständig überein; es sind daher die letzteren 
"nicht Bildungen ganz besonderer Art, sondern sie lassen sich als reichlichere Anhäufungell 
von adenoider Substanz anfassen"; "sie unterscheiden sich von der übrigen adenoiden Substanz. 
des Darmes, besonders von derjenigen der Zotten und Falten der Oberfläche durch einen ge" 
ringeren Reichthum an Blntgefassen, daher sie auch an blutreichen, frischen oder an injicirten 
Präparaten als hellere Flecken in die Augen fallen." (Hin) 
Gefässe und Nerven des Dünndarmes.  Die Zweige der Arteria mesgntegigä" 
snggrig breiten sich, nachdem sie die Anhefmngsstelle der Darmwand eneiclifihaben, rlllld 
1,11m den Darm heruin aus und verzweigen sich in zahllose kleine Aestchen, welche reichliche 
Anastomosen unter einander eingehen. Die meisten der grösseren Aeste verlaufen iminittelbßf 
unter der Serosa; viele von ihnen durchdringen die Mnskelhaut, versorgen sie auf ihrem Wege 
mit kleineren Aesten und gelangen dann in die Snbmucosa; hier bilden sie abermals ein flaches 
Netzwerk, schicken sehr reichlich noch feinere Aeste in die Schlcimhaut und enden in den Ca" 
pillarnetzen der Falten, der Zottcn und der Drüsen dieser Membran, welche von den Hällfen 
des Darmcanales bei Weitem die blutreichste ist. Die feinen Capillarien der Mnskelhaut sind 
in zwei, auslänglichen Machen bestehende Lagen angeordnet, welche den beiden Mnskellagßn 
in ihrem Verlaufe folgen.  Die Venen begleiten die Arterien in ihrem Verlaufe. 
Die Lymphge fässe des Darmes können als solche der Schleimhaut, oder Chylus" 
gefässe, und als solche derMuskelwand, oder eigentliche Lymphgefässe, unterschieden 
werden. Diejenigen der Schleimhant bilden reichliche Netze, welche sowohl die Schleimhlutv 
wie die Snbmucosa durchziehen; die grösseren Gefässe finden sich in der letzteren Abtheilllllgi 
doch lassen sich nicht, wenigstens beim Menschen nicht, in gleicher Weise wie beim Magen 
zwei nach diesen Lagen abgegrenzte Abthcilungen unterscheiden (Teichmann). Von hier au" 
dringen die Lymllhgeffisßß in die Museularis des Darmes ein, bilden zwischen den beiden Mus" 
kelschichten längsverlaufende Züge, welche durch zahlreiche Annstomosen sich unter einander 
und mit den Lymphgeiiissen der Submucusa. verbinden und sich schliesslich in der Nähe der 
Mesenterialanheftmig dicht unter der Serosa. sammeln. Diese der Dicke der Darmwanfßilge" 
hörenden Ly-mphgefässnetze nennt Auerbac h, pleils interlaminaris. 
Dijälqcrven des Dünndarmes stammen hauptsächlich von dem Plexus mesentericllß, ST-  
perigr; dieses Geflecht bildet sich aus Nerven , welche von dem Plexns ciiälißiif te 
üiid von den beiden Ganglia semilunsxia zu den Seiten herkommen. Die Geflechte imd gedeckt;- 
artigen Zweige, in welche sie sich theilen, liegen der Art. mesenterica snperior an, bilden a" 
ihr ein ziemlich dichtes Maschenwerk, welches sich mit den Aesten der Arterie verzweigt und 
immer weitere Maschen bildet, je mehr sie sich von dem Stamme entfernen. Schließlich düngen 
sie mit den Arterien zwischen den beiden Blättern des Buuchfellcs in zahlreichen Aesten zu 
der Dnrmwand.  
In der Darmwand selbst finden sich zwei Nervennetze; das eine von ihnen liegt Wflscge? 
den Längs- und Kreisfasem des Darmes und enthält reichliche kleine Ganglien; dies Iit e 
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