Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Äussere Körperform, einfache Körperbestandtheile, Bewegungsorgane und Eingeweide: Äussere Körperform, einfache Körperbestandtheile und Bewegungsorgane
Person:
Hoffmann, Carl Ernst Emil
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4563805
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4564414
Erster Abschnitt. 
Aeussere 
Körperform. 
Corporis Iigura atque habitus. 
Allgemeine Betrachtung. 
Der Mensch, das höchst entwickelte Glied der gesammten Thicrreihe, 
zeigt in seiner Organisation eine Anzahl von Eigenthümlichkeiten, welche den 
anderen Gliedern dieser Reihe entweder gar nicht oder nur in viel geringerem 
Grade zukommen. Diese Eigenthiimlichkeitem treten zum Theil an inneren Or- 
ganen auf , zum Theil documentiren sie sich aber auch an der äusseren Kör- 
perform. Die Entwicklung der letzteren ist in sehr vielen Beziehungen sogar 
 direkt abhängig von der Ausbildung der ersteren. In den meisten ]i'ällen be- 
einflussen sich Ausbildung innerer Organe und äussere Körperform gegenseitig. 
Vor allen anderen Eigenschaften sind es die intellectuellen, geistigen Fähig- 
keiten , wodurch der Mensch selbst die ihm zunächst stehenden Vertreter der 
'l'hierreihe bedeutend überragt. Freilich entwickeln sich diese erst allmählich und 
bedürfen sehr der Ausbildung durch äussere Einwirkungen; ja das neugeborene 
Kind ist bis zu einem gewissen Grade hüliloser und schutzbediirftiger, als das 
neugeborene 'I'l_1ier; es theilt mit ihm den 'l'rieb nach Nahrung, entwickelt aber 
nicht so rasch, wie das Thier, eine instinctive Geschicklichkeit, welche seine un- 
abhängige Existenz ermöglicht. Trotzdem ist die Anlage zu höherer geistiger 
Entwicklung schon bei der Geburt vorhanden, und das Organ unseres Geistes, 
das Gehirn, zeigt schon zu jener Zeit einen hohen Grad der Ausbildung und 
beeinflusst Wesentlich die Gestaltung unseres Kopfes. 
Sämmtliche Menschen, zeigen eine grosse Uebereinstimmung ihrer Organi- 
sation; allein eine grosse Mannigfaltigkeit findet sich in den Einzelverhältnissen 
der über die Erde verbreiteten Stämme. Diese Verschiedenheiten sind theils 
durch das Klima, durch die Nahrungsweise, durch die Beschäftigungen und Ge- 
wohnheiten bedingt, theils beruhen sie auf durch Jahrtausende hindurch ent- 
wickelten typischen Einlliissen; sie machen sich sowohl in Bezug auf die gei- 
stigen, wie auf die körperlichen Eigenschaften geltend. Stämme mit hoher 
geistiger Entwicklung, grosser Bildungsfahigkeit und Intelligenz, bei denen auch 
die äusseren Formen in der Regel eine gleichmässigere und edlere Ausbildung 
zeigen, stehen anderen Stämmen gegenüber, deren mehr thierischc, sinnliche 
Neigungen meist auch in weniger schön gebildetem Körper ihre Wohnstätte 
haben. 
Man unterscheidet auf diese Weise eine Anzahl von Haupttypen , welche 
sich durch gewisse Eigenthümlichkeiten der Körperformen leicht abgrenzen lassen, 
und bezeichnet sie als die verschiedenen Menschenracen. Bei diesen Haupt-
        

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