Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tempelmasse
Person:
Wolff, Odilo
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4532800
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4533376
und sie so auf den Kreis zurückführen. Alsdann erscheinen jene als 
nach außen strebende Kraft, die Seiten aber als vom Mittelpunkte in 
ruhiger fester Lage gehalten. So vereinigen sich in dieser Figur zwei 
Gegensätze zu einem einheitlichen, sich ergänzenden und ausgleichenden 
Leben. Die Gleichwertigkeit der Winkel erhöht den Eindruck des Ein- 
heitlichen. Im gleichseitigen Dreieck spricht sich Energie und Kraft aus, 
und sein ästhetischer Eindruck ist daher völlig übereinstimmend mit 
seiner konstruktiven Bedeutung. Die Einheit erscheint in ihm als be- 
ruhigende Sicherheit, die Mannigfaltigkeit als energischer, aber gleich- 
mäßiger Wechsel der Linienführung. Zieht man von dem Mittelpunkte 
nach den Ecken Radien, so entsteht ein strahlenförmiges Gebilde, das 
in der zentrischen Zusammenziehung und zugleich selbständigen Richtung 
seiner einzelnen Linien ein reizendes Bild geschlossener und vielseitiger 
Tatkraft repräsentiert (Adamy a. a.  
Das reguläre Dreieck ist in der Tat das Ideal von einem Dreieck. 
M. de Voguäl) nennt es die in eminentem Sinne vollkommene Figur, 
das Symbol des Gleichgewichtes, der Stabilität, der Regularität. In ihm 
sind nicht nur alle Seiten und alle Winkel gleich, sondern die Summe 
der Seitenlängen ergibt ein Minimum gegenüber jedem anderen Dreieck 
von gleichem Flächeninhalt, und die Fläche wiederum ist ein Maximum, 
das kein anderes Dreieck mit derselben Summe der Seitenlängen erreicht. 
Sodann fallen alle fünf sogenannten merkwürdigen Punkte dieses Dreiecks 
in einem zusammen (Schwerpunkt, Inkreiszentrum, Höhenschnittpunkt, Um- 
kreiszentrum, Schnittpunkt der Winkeltransversalen) und dasselbe teilt 
den umgeschriebenen Kreis in drei gleiche Teile. 
Das gleichseitige Dreieck trägt überdies eine große Fülle von Maß- 
verhältnissen in sich, die sich Aleicht und vorteilhaft verwenden lassen, 
und ist endlich einer Menge von Kombinationen fähig, die für das Auge 
ebenso angenehm wie für den Geist entsprechend sind. 
Einige Beispiele sollen uns das klarmachen: 
1. Das gleichseitige Dreieck trägt in sich gerade und ungerade 
Zahlen, sowie eine Reihe von Wurzelgrößen. Die von den Ecken des 
Dreiecks auf die gegenüberliegenden Seiten gefällten Senkrechten teilen 
dieselben in zwei gleiche Hälften, schneiden sich gegenseitig im Mittel- 
punkt des Dreiecks und werden durch letzteren so geteilt, daß der 
kleinere Teil ein Drittel des Ganzen beträgt, z. B. (Fig. 5) afzfb: 
     
i) Le temple de jörusalem, Paris 1864.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.