Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kaiser-Wilhelms-Universität Strassburg
Person:
Hausmann, Sebastian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1046934
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4267395
II. Abschnitt. 
steht, bei der Promotion sehr strenge wissenschaftliche Anforderungen zu stellen: 
dann ist immerhin die statistische Thatsache recht bedeutungsvoll, dass im Durch- 
schnitt des jahrfünfts 1886-1890, unter Ausscheidung der obenerwähnten Hoch- 
schulen, die hiesige Universität an Zahl der Studenten von 11, an Zahl der ver- 
öffentlichten Doktor-Dissertationen aber nur von 6 Universitäten übertroffen wird  
Einen für die Beurtheilung der-geistigen Arbeit an der Strassburger Hoch- 
schule ebenso günstigen Eindruck macht ein Ueberblick über den Erfolg der Preis- 
aufgaben, die nach den Bestimmungen des Universitätsstatuts alljährlich am 
Stiftungsfeste der Universität gestellt werden. Es stehen dafür jeder Fakultät etats- 
mässig 600, der rechts- und staatswissenschaftlichen goo Ja (300 für die Staats- 
wissenschaften) zur Verfügung; und zwar werden für Theologie, Staatswissen- 
schaften und Medizin jährlich je eine, für Rechtswissenschaft, für die Fächer der 
philosophischen Fakultät und für Mathematik und Naturwissenschaften je zwei 
Preisaufgaben gestellt. 
Für diese Preisaufgaben sind in den 24 Jahren bis Ostern 1896 im Ganzen 145 
Bearbeitungen eingereicht worden, von denen nur 21 als ungenügend erklärt 
wurden; 88 wurden mit einem vollen Preise, 33 mit einem Theilpreise ausge- 
zeichnet, 3 erhielten ehrenvolle Erwähnung. Im Einzelnen gestaltet sich das Er- 
gebniss bei den Fakultäten verschieden. In der Theologie haben wir 8 volle und 15 
Theilpreise neben 5 ungenügenden Arbeiten, bei der Jurisprudenz 11 volle und 5 
Theilpreise, 2 ehrenvolle Erwähnungen und 9 Abweisungen, bei den Staatswissen- 
schaften 14 volle und 2 Theilpreise, 1 ehrenvolle Erwähnung, 2 ungenügende 
Arbeiten, bei den Medizinern 20 volle Preise, 1 Theilpreis, 3 ungenügende 
Arbeiten, bei der philosophischen Fakultät 25 volle und 10 Theilpreise, 1 Arbeit 
ungenügend, endlich bei der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät 10 Voll- 
preise und eine Ablehnung. Im Durchschnitt treffen also auf das Jahr sechs eingereichte 
und fast vier mit vollem Preise gekrönte Arbeiten. Leider steht uns nicht genügendes 
statistisches Material zu Gebote, um einen Vergleich mit den übrigen Universitäten 
zu ziehen; man darf aber wohl ruhig behaupten, dass mit dem Institute der Preis- 
aufgaben nirgends bessere Erfolge erzielt worden sind. 
Neben diesen allgemeinen Preisaufgaben bestehen an der Universität Strassburg 
noch einige besondere Preisstiftungen. Der am 28. Januar 1861 verstorbene ehe- 
malige Richter am Tribunal zu Strassburg August Lamey hat testamentarisch 
der Strassburger Akademie ein Kapital von 600 Frs. Jahreszinsen vermacht mit 
der Bestimmung, davon in fünfjährigen Perioden Preise (von 3000 Frs.) für die 
beste Arbeit K über eine Frage der Kunst, der Litteratur oder der Verbesserung 
der gesellschaftlichen Zustände w) zu bilden. Das Stiftungskapital wurde 1874 von der 
französischen Regierung auf Verlangen der deutschen Reichsregierung ausgehändigt 
und die Stiftung der neuen Ordnung entsprechend reorganisirt. Der Preis ist nur 
einmal, Ostern 1875, verliehen worden und zwar zu gleichen Theilen an 3 von den 
22 Bewerbern, die sich für die noch vor dem Kriege gestellte Aufgabe gefunden hatten; 
4) Vgl. Altmann, Die Doktordissertationen der deutschen Universitäten in den Jahren 1.i85[86 bis 
1889190, Berlin, 1891, insbesondere S. 2x, 53 u. 55.
        

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