Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kaiser-Wilhelms-Universität Strassburg
Person:
Hausmann, Sebastian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1046934
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4267384
Die Kaßer-Wilhelms-Unwerszlät Sfrassburg 1872- 
der theologischen, in zweiter Linie in einer der übrigen Fakultäten gedacht. Am 
31. März 1896 betrug das Stiftungsvermögen 252369 Jä 
Der am 20. Februar 1894 verstorbene Professor der Chirurgie, Albert Lücke, 
hat in seinem Testamente vom 9. Oktober 1889 der Universität ein Kapital von 
10000 Ja (4 zu akademischen Zwecken) vermacht, mit der Massgabe, dass die medi- 
zinische Fakultät nach völlig freiem Ermessen über die Verwendung der Zinsen 
bestimmen kann. 
XIII. 
Von den äusseren Erscheinungen, die einen Rückschluss auf das innere Leben 
der Universität ermöglichen, sollen hier zwei näher berührt werden: die Promotionen 
und die Ergebnisse der Preisbewerbungen. 
Für die Promotionen (in der theologischen Fakultät sind zwei Grade, das 
Licenciat und das Doktorat, bei der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät 
zwei Arten von Doktorat, das der Rechte und das der Staatswissenschaften vor- 
gesehen) gilt der Grundsatz, dass die Verleihung der Doktorwürde nur auf Grund 
eines streng durchgeführten mündlichen Examens erfolgt, somit die Promotion 
in absentia ausgeschlossen ist, dass die Promotion honoris causa erhebliche Ver- 
dienste um die Wissenschaft und einstimmigen Beschluss der Fakultäten voraussetzt, 
und endlich ist bei allen Fakultäten der Druckzwang für die Dissertation eingeführt 
(vor Einreichung der Druckexemplare wird das Doktordiplom nicht ausgehändigt). Die 
Promotionsgebühren betragen bei der theologischen Fakultät 240 Jä für das LiCenCiat 
und 400 für das Doktorat, bei der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät je 360 U16, 
bei der medizinischen und bei der mathematisch-naturwissenschaftlichen 300, bei der 
Philosophischen 240 Jä 
In dem abgelaufenen Vierteljahrhundert (bis Ende Wintersemester I896l97) 
haben an der Universität Strassburg 1606 Promotionen stattgefunden, von denen 
22 auf die theologische, 92 auf die rechts- und staatswissenschaftliche, 762 auf die 
mCdiZiniSChß, 472 auf die philosophische und 258 auf die mathematisch-naturwissen- 
schaftliche Fakultät entfallen. Nur 33 davon (darunter je I4 bei der theologischen und 
der philosophischen Fakultät) sind Ehrenpromotionen, 1573 also beruhen auf 
wissenschaftlichen Arbeiten, die fast ausnahmslos an der hiesigen Universität selbst, 
unter der Leitung von Lehrern unserer Hochschule und unterstützt von deren 
reichen wissenschaftlichen Hülfsmitteln entstanden sind. Was diese Zahl bedeutet, 
lässt sich der Natur der Sache nach nicht durch blosse ziffernmässige Vergleiche 
mit den übrigen Universitäten beleuchten, ganz abgesehen davon, dass das erfor- 
derliche Material in Anbetracht der verschiedenartigen Bestimmungen über die Ver- 
öffentlichung der Doktorschriften (besteht doch in Heidelberg, Jena und Leipzig z. B. 
der Druckzwang überhaupt nicht oder nur in sehr beschränktem Umfange) nur schwer 
zu beschaffen wäre. Erwägt man aber, dass in Strassburg die Promotionskosten 
nicht unter dem Durchschnittssatze stehen, und dass gerade Strassburg im Rufe
        

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