Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kaiser-Wilhelms-Universität Strassburg
Person:
Hausmann, Sebastian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1046934
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4267137
I l. Abschnitt. 
ausserordentlicher], 35 Privatdozenten und 3 Lektoren (darunter einer gleichzeitig 
Privatdozent), im Ganzen also 134 Dozenten, von denen in diesem Winter 291 Vor- 
lesungen und Uebungen angekündigt waren; dabei ist der Fall, dass eine angekündigte 
Vorlesung aus Mangel an Theilnehmern nicht zu Stande kommt, sehr selten. 
Von den 45 Professoren, die im Sommer 1872 die neue Universität eröffnet 
haben, ist der dritte Theil trotz zahlreicher ehrenvollen Berufungen nach auswärts der 
Strassburger Hochschule bis auf den heutigen Tag treu geblieben: die Juristen 
Bremer, Laband und Schultze, die Mediziner Goltz, Laqueur, von Recklinghausen 
und Schniiedeberg, die Professoren Michaelis und Noeldeke in der philosophischen 
und Beneke, Reye, Roth in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät; 
Graf zu Solms-Laubach ist nach mehrjähriger Lehrthätigkeit in Göttingen wieder 
hieher zurückgekehrt; Koeppen, Weber und Christoffel sind noch in Strassburg, 
haben sich aber von der Lehrthätigkeit zurückgezogen. Von den Theologen jenes 
ersten Semesters ist nicht ein einziger mehr in Strassburg, nachdem vor 6 Jahren 
Professor Zoepffel so unerwartet schnell der Universität entrissen worden ist. 
In dem Vierteljahrhundert, das jetzt seit der Gründung der Universität ver- 
flossen ist, sind im Ganzen 285 Dozenten (einschliesslich der 7 Lektoren) in ihren 
Lehrkörper eingetreten, und zwar 130 durch Habilitation, 41 durch Berufung als 
ausserordentliche und 107 durch Berufung als ordentliche oder Honorar-Professoren; 
unter den zuerst erwähnten sind nicht weniger als 50, die in Strassburg selbst 
promovirt haben (11 Professoren, die noch an der ehemaligen französischen Aka- 
demie ihre Studien abschlossen, sind dabei nicht eingezahlt). Von dieser Ge- 
sammtzahl haben 88 Berufungen nach auswärts Folge geleistet (32 Privatdozenten, 
25 ausserordentliche und 31 ordentliche Professoren), 18 haben die akademische 
Lehrthätigkeit aufgegeben, um in andere Lebensberufe überzutreten, 16 haben 
wegen vorgeschrittenen Alters oder wegen Kränklichkeit ihre Emeritirung veran- 
lasst, 36 hat die Universität durch den Tod verloren (davon 4 nach voraus- 
gegangener EmeritirungN. Von den 126 gegenwärtig aktiven Dozenten gehören I3 
der Universität seit ihrer Begründung an, 9 sind vom Herbste 1872 bis 75, 12 von 
1876 bis 1880, 18 von 1881 bis 1885, 24 von 1886 bis 1890 und 50 seit 1891 in den 
Lehrkörper eingetreten. 
Bei näherem Eingehen auf diesen Personalwechsel treten zwei bedeutsame 
Erscheinungen hervor: einmal, dass die übrigen Universitäten und zwar namentlich 
die bedeutendsten von ihnen in einem für Strassburg sehr schmeichelhaften Umfange 
versucht haben, Strassburger Lehrkräfte zu gewinnen, andererseits, dass trotz dieser 
Anstrengungen die meisten Disziplinen auffallend lange in den Händen derselben 
Hauptvertreter geblieben sind, was für die Entwicklung der jungen Hochschule 
natürlich von der grössten Bedeutung war. 
1) Diese hier verstorbenen Dozenten sind: Bruch, der erste Rektor der Universität. Stahl, XVilmanns, 
Baum, Spach, Schimper, Wbltmann, Goldschmidt, Kayser, Laas, Schmidt 0., Cunitz, Reißerscheid, Berg- 
mann, de Bary, Kerry, Meyer Paul, Heitz, Nissen Adolf, Wieger, Zoepffel, Reuss, ten Brink, Schrader, 
Krauss Alfred, Joessel, Kiessling, Baumgarten, Carriere, Stroh], VON DümiChCn, LüCkC. FlüCkiger, Schmidt 
Karl, Hoppe-Seyler und Merke}; vergl. dazu Anhang I.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.