Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kaiser-Wilhelms-Universität Strassburg
Person:
Hausmann, Sebastian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1046934
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4266790
1. A bschnüt. 
müsse (eine deutsche Universität, ein Sammelpunkt der wissenschaftlichen Schätze 
der beiden erleuchteten Nationen bleiben). Und als im Strassburger Gemeinderath 
am 29. Juli 1794 über die Universität und ihre Einkünfte berathen wurde, ward 
besonders betont, dass die (noch nicht nationalisirte Universitäti) in den Augen 
der Republik (das erstaunliche Beispiel der Servilität und des Deutschthums in 
einem französischen und freien Lande bilden, und dass man, (um die Hyder C185 
Deutschthums und alle Einrichtungen, die ihm noch sein Bestehen sichern, zu ver- 
nichten, die Güter der Universität wie Nationalgüter unter die unmittelbare Auf- 
sicht der Verwaltung des Distriktes stellen müssen. 
Es ist eine überaus merkwürdige Erscheinung, dass unter solchen Verhältniss- 
mässig recht ungünstigen allgemeinen Bedingungen eine Hochschule, deren Lehr- 
körper sich zu mehr als 80 Prozent aus einem enggezogenen Kreise von Familien 
ergänzte, und die mit so schweren nationalen und konfessionellen Kämpfen zu 
thun hatte, doch zu einer so grossen geistigen Bedeutung gelangen konnte. In 
den ersten hundert Jahren nach ihrer Erhebung zur Universität ist allerdings auch 
die Strassburger Hochschule von dem traurigen geistigen Rückgange nicht ver- 
schont geblieben, unter dem um die Wende des 17. und 18. Jahrhunderts alle Uni- 
versitäten Deutschlands litten; auch sie stand unter dem allgemeinen Niedergange 
des freien wissenschaftlichen Geistes, unter dem Drucke engherziger Kontrolle über 
die R echtgläubigkeit der Wissenschaft, der auch an den protestantischen Universitäten 
sich im weitesten Umfange breit machtel). Um so stolzer hat sie sich aber um die 
Mitte des 18. Jahrhunderts aus dem Zustande langer Erschlaffung wieder empor- 
gerafft, um in dem letzten halben Jahrhundert ihres Bestehens eine wahrhaft 
glänzende Stellung einzunehmen 
Nur einiger der vielen Strassburger Gelehrten sei hier gedacht, die zu ihrer 
Zeit auf den verschiedensten Gebieten weit über ihre engere Heimath hinaus in 
hohen Ehren standen, so dass ferne Länder wie Schweden sich gelegentlich ihre 
akademischen Lehrer von hier holten. Auf theologischem Gebiete seien Fröreisen 
und Sebastian Schmidt erwähnt, die im 17. Jahrhundert eine hervorragende Rolle 
spielten; nach ihnen allerdings hat Strassburg erst im 19. Jahrhundert wieder 
Theologen von wissenschaftlicher Bedeutung hervorgebracht. Bei den Philologen 
und den Professoren der (Eloquentiaß sei an Paul Crusius und Johannes Scheffer, 
den nachmaligen Rektor von Upsala, ferner an Scherz, Schilter und Schweighäuser im 
18. Jahrhundert erinnert. Unter den Juristen begegnen wir dem vielseitigen Ulrich 
Obrecht, vor allem aber in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dem weit- 
berühmten Staatsrechtslehrer Christoph Wilhelm Koch, der, von der Strassburger 
Stadtbibliothek auf den neuerrichteten Lehrstuhl der Staatswissenschaften berufen, 
1)Vg1, dazu Varrentrapp, Der grosse Kurfürst und die deutschen Universitäten, Strassburg 1394, be5_ 
S. 8 f. und 17.
        

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