Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kaiser-Wilhelms-Universität Strassburg
Person:
Hausmann, Sebastian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1046934
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4266723
Dze Entwickelung der alten Strassburger Hochschule U38- 
 1870. 
begegnen. Insbesondere von den berühmten französischen Rechtslehrern, die im 
Laufe des 16. Jahrhunderts aus den damals in hoher Blüthe stehenden Rechtsschulen 
zu Bourges, Orleans und Montpellier hervorgegangen waren und als Refugies ihre 
Heimath verliessen, wird sich kaum einer finden, der nicht vorübergehend in Strass- 
burg thätig gewesen ist. Und im Jahre 1578 wurde die Berufung keines geringeren 
versucht, als des mit Cujatius ziemlich auf der gleichen Stufe stehenden Donellius 
in Heidelberg, da er (tdieser Zeit in Deutschland und Frankreich der Berühmteste 
ist, also dass er der Stadt Strassburg wohl anstündei). So ist es nicht zu ver- 
wundern, dass die Strassburger Rechtsschule, obgleich sie nicht auf vollständige 
juristische Ausbildung berechnet War, doch bald als eine der berühmtesten von 
Deutschland galt. Hervorragenden Persönlichkeiten begegnen wir auch auf dem 
Gebiete der Medizin. Unter den Männern, die schon für das Gymnasium verpflichtet 
waren, finden wir Günther von Andernach, den früheren Leibarzt Franz des Ersten, 
einen Mann (von europäischer Berühmtheit im erziehlichen Fachs; und unter den 
medizinischen Professoren, die dann an der Akademie wirkten, sind vor allem 
Sebizius (1576-1625) und Salzmann, die in Padua Medizinstudien betrieben und 
sich dort mit den allmälig bahnbrechenden neuen Anschauungen vertraut gemacht 
hatten. Die philosophische Abtheilung hat vor allem zwei berühmte Männer in ihren 
beiden Vertretern der (Eloquentiax aufzuweisen: Johannes Sturm selbst (1538-81) 
und Melchior Junius (1581-1604), welch letzterer auch im Rektorate des ersteren 
Nachfolger wurde; von den übrigen seien nur der Mathematiker Dasipodius und 
der Historiker Michael Beuther genannt. Auf theologischem Gebiete endlich genügt 
es, die Namen Marbach, Zanchi und Pappus zu erwähnen. Kurz, im Allgemeinen 
kann gesagt werden, dass wir in dem halben Jahrhundert des Bestehens der 
Akademie eine erstaunliche Zahl von Lehrkräften finden, deren Namen in der Ge- 
schichte ihrer Wissenschaften einen ehrenvollen Platz erlangt haben. 
Der grossen Berühmtheit, deren sich die Akademie allgemein erfreute, und 
dem weitverbreiteten Rufe, dass an der Strassburger Akademie, die keinen ge- 
sonderten Gerichtsstand besass, eine bessere Disziplin herrsche als an den anderen 
Universitäten, entsprach auch in den ersten Zeiten ihre Frequenz. Im Jahre 1574 
studirten an ihr allein 230 adelige Jünglinge, darunter mehrere Prinzen. Im Jahre 
1578 erlangten 11 Studenten den Grad des Baccalaureus, 15 den des Magisters. 
Und in dem dreibändigen Werke, in welchem Melchior Junius die 1586 bis 1604 
unter seiner Leitung ausgearbeiteten aOrationesw veröffentlichte, finden sich 
106 Elsässer, 348 aus dem übrigen Deutschland und 186 Ausländer; unter den 
letzteren bilden die Oesterreicher, Ungarn'und Polen weitaus die Mehrzahll). 
Schon bald aber blieben der neuen Akademie schwere Kämpfe nicht erspart: 
1) Berger-Levault, Les annales des professeurs des acadämies et universitäs alsaciennes, 1523-1871, 
Nancy, 1893, S. XX der Einleitung.
        

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