Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kaiser-Wilhelms-Universität Strassburg
Person:
Hausmann, Sebastian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1046934
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4266703
Die Enlwicleelung der allen Strasslmrger Hoclzsclzule 1538-1870. 3 
welche die jungen Leute gewöhnlich im I6. Lebensjahre eintraten und an welcher 
in vier Jahreskursen Griechisch, Hebräisch, Logik, Ethik, Mathematik, Geschichte. 
Physik, Jurisprudenz, Theologie und Musik, je nachem Schüler da waren, auch 
Medizin gelehrt wurde. 
Die obersten Klassen nebst der Einrichtung der öffentlichen Vorträge der 
Professoren waren der besondere Stolz Johannes Sturm's, machten ihm aber 
gleichzeitig auch bald die grösste Sorge. Der Schulbetrieb in diesen obersten 
Klassen ging thatsächlich bedeutend über den Charakter einer mittleren Schule 
hinaus und in der That wurden auch nicht selten junge Leute, die bereits Univer- 
sitäten besuchten, (der besseren Disziplin wegem), an die hohe Schule nach Strass- 
burg geschickt. Im Allgemeinen waren aber gerade diese oberen Klassen nur von 
äusserst wenig Schülern besucht; die jungen Leute wollten nicht so lange an 
einer Schule bleiben, die nicht (die Gerechtigkeit hatte, Studenten und Baccalaureos 
zu machen w, und nach deren vollständigem Besuche sie an den anderen Univer- 
sitäten doch nur wie (Schützen und Bachantenw behandelt wurden. Der Rektor 
Sturm selbst und seine Mitarbeiter erkannten immer mehr die Nothwendigkeit 
einer Erweiterung der Anstalt sehr wohl und zwar gingen seine Wünsche auf die 
sofortige Umwandlung der hohen Schule in eine vollständige Universität mit vier 
Fakultäten, ein Gedanke, der schon dem inzwischen (I553) verstorbenen Jakob Sturm 
gleichfalls vorgeschwebt hatte. Bei dem Magistrate aber fanden diese weitgehenden 
Pläne kein Gehör. Rektor Sturm beschränkte sich daher in dem Gutachten, das 
er 1565 über die Frage erstattete, auf den Vorschlag: die untersten 8 Klassen 
sollten die (gemeine Particularschulev bilden und die Knaben dieser Lehranstalt 
(Schülers genannt werden, diejenigen, die auf die beiden obersten Klassen über- 
gehen, sollten (deponirt und Studenten) sein, wer zwei Jahre in jeder der beiden 
oberen Klassen mit Erfolg geblieben ist, soll den Grad des Baccalaureus erhalten, 
die Kandidaten zu der Magisterwürde endlich sollten die Vorlesungen in den freien 
Künsten besuchen und an den Disputationen und Deklamationen theilnehmen. Es 
war also damit der Wunsch auf eine Akademie, das heisst auf die Errichtung einer 
philosophischen Fakultät mit den ihr zukommenden Rechten beschränkt; und es 
musste ausdrücklich die Versicherung beigefügt werden, man solle den Antrag 
nicht dahin verstehen, (als begehrten wir eine rechte und vollkommene Hochschule 
in den obersten Fakultäten auszurichten, dass wir Macht haben sollen, Doktores 
der Heiligen Schrift, der weltlichen Rechte und der Arzenei zu machen.) Auf dem 
Augsburger Reichstage von 1566 wurde die Bitte der Stadt Strassburg um Er- 
richtung einer Akademie vorgebracht, und am 1. Juni dieses Jahres unterzeichnete 
Kaiser Maximilian II. das Privilegium, das diesen Wunsch der Strassburger erfüllte 
Am I. Mai 1567 wurde die neue Akademie feierlich eröffnet. 
Johannes Sturm war selbstverständlich zum Rektor der Akademie ernannt
        

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