Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kaiser-Wilhelms-Universität Strassburg
Person:
Hausmann, Sebastian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1046934
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4267762
B augeschzklzle der Universitätsinslitute. 
nothdürftig, bereit zu stellen. In besonders hohem Maasse hatte unter diesen 
Schwierigkeiten die medizinische Facultät zu leiden. Als Nachfolgerin der alten 
französischen faculte de medecine ergriff sie Besitz von den Lokalitäten in und 
bei dem Bürgerspital, in denen ihre Vorgängerin gewaltet hatte. Sie fand hier 
zwar ein ausgezeichnetes und reichhaltiges Material für klinische und anatomische 
Zwecke, desto weniger aber Räumlichkeiten vor, die der deutschen Methode des 
medizinischen Unterrichts entsprachen. Sie verfügte im Bürgerspital über eine 
Anzahl von Krankensälen, Auditorien und sonstigen Gelassen für die innere, die 
chirurgische, die ophthalmologische und die psychiatrische Klinik, sowie über ein 
Amphitheater mit Nebenräumen für die normale Anatomie; dem pathologisch- 
anatomischen Institute wurde durch Errichtung einer Baracke im Spitalhofe eine 
vorläufige Unterkunft verschafft. Die Institute für chemische Physiologie, für 
experimentelle Physiologie und für Pharmakologie wurden in dem der_Stadt ge- 
hörigen, ausserlich zwar stattlichen, aber innen engen und daher wenig benutzbaren 
Bau am Spitalplatze untergebracht, in welchem sich heute die Stadtbibliothek 
und das städtische Archiv befinden. Die gynäkologische und geburtshülfliche 
Klinik, sowie die medizinische Poliklinik fanden in und bei dem Spitale überhaupt 
keinen Platz mehr; für sie mussten in der Blauwolkengasse, eine Viertelstunde 
von den übrigen medizinischen Anstalten entfernt, zwei Privathäuser erworben und 
durch Um- und Erweiterungsbauten soweit möglich eingerichtet werden. 
Ganz besonders waren in ihrer Thätigkeit die Vertreter der normalen und der 
pathologischen Anatomie durch die ungenügenden Einrichtungen ihrer provisorischen 
Institute lahm gelegt. Als nun an beide Professoren im Frühjahr 1874 ehrenvolle 
Berufungen an andere Universitäten ergingen, war naturgemäss für ihre Entschei- 
dung die Baufrage in erster Linie massgebend: der schwere Verlust, der damit der 
medizinischen Fakultät drohte, konnte nur durch sofortige Beseitigung der räum- 
lichen Misstände abgewendet werden. Das Reichskanzleramt beschloss daher die 
sofortige Inangriffnahme eines Neubaues, der nach Lage der Dinge nur in unmittel- 
barer Nähe des Spitals aufgeführt werden konnte. 
Ursprünglich hatte der Organisator der Universität, Freiherr von Roggenbach, 
für den Neubau des anatomischen Instituts die Erwerbung und Niederreissung 
zweier Privathäuser beabsichtigt, die von dem Komplexe der Spitalgebäude nur 
durch das Spitalthor getrennt waren. Bei näherer Prüfung dieses Planes ergab sich 
aber, dass seine Ausführung unverhältnissmässig theuer zu stehen käme und dass 
auch der Transport der Leichen vom Hospital nach dem Institut bei dem grossen 
Verkehr auf dem Spitalplatz sehr grosse Schwierigkeiten mit sich bringen würde. 
Dagegen bot sich ein günstiger Bauplatz dar in dem Hofe einer Festungs- 
bastion, die gegenüber dem Spital lag und von diesem nur durch die Spitalwall- 
strasse getrennt war. Dieser Hof diente damals einer Abtheilung Artillerie als 
Uebungsplatz. Da die Verlegung dieser Uebungen sich ohne Schwierigkeit bewerk- 
stelligen liess, wurde von der Militärverwaltung die Ueberweisung dieses Hofes an 
die Universität als Bauplatz alsbald genehmigt. Schon Ende Mai 1874 konnte der 
Kurator der Universität die Professoren v. Recklinghausen und Waldeyer auffordern,
        

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