Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kaiser-Wilhelms-Universität Strassburg
Person:
Hausmann, Sebastian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1046934
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4267719
 A 12501111114. 
 
und selbst für die allgemeinen Interessen der städtischen Verwaltung. Die städtische 
Sammlung, die der naturwissenschaftlichen Bildung der weitesten Kreise zu dienen 
bestimmt sei, werde diese Aufgabe auf die Dauer in vollem Maasse nur dann er- 
füllen können, wenn wie bisher die wissenschaftlichen Beamten des Museums nicht 
nur mit ihren Fachgenossen an der Universität, sondern auch mit deren natur- 
wissenschaftlichen Instituten in möglichst inniger Beziehung bleiben würden. 
Weiterhin sei die Unzulänglichkeit der Räume des Museums unbestreitbar: für eine 
zweckentsprechende Aufstellung der Sammlung sei mindestens das Doppelte der 
jetzigen Bodenfläche erforderlich. So sei bei der jetzigen Zusammendräiagung der 
Gegenstände nicht daran zu denken, die Thiere nicht nur in systematischer Ord- 
nung, sondern auch in biologischen Beziehungen oder in verschiedenen natürlichen 
Stellungen vorzuführen. Durch den jetzigen Zustand werde aber nicht nur das 
Interesse des Publikums, sondern auch die Sammlung selbst in einer Weise ge- 
schädigt, dass eine gründliche Abhülfe nicht weiter hinaus geschoben werden dürfe. 
In dem Akademiegebäude selbst könnte nun allerdings nach dem Auszüge der 
sämmtlichen Universitäts-Institute für die städtische Sammlung ausreichender Raum 
beschafft werden. Es würde aber diese Einrichtung bedeutende Kosten verursachen 
und doch den Zweck nur unvollständig erfüllen, da schon der Grundbau der 
Akademie den Ansprüchen eines modernen Museums widerspreche; auf die Dauer 
würde ein Neubau für das Museum doch nicht zu vermeiden sein. 
Es würde somit zweifellos sowohl den Interessen der Universität wie auch der 
städtischen Verwaltung am besten entsprechen, wenn die Universitätsverwaltung 
das neue zoologische Institut so gross herstellen würde, dass darin auch für 
die Sammlungen des städtischen Museums genügend Platz wäre. Die Stadt, die 
dann die alte Akademie ausschliesslich für Schulzwecke einrichten und dadurch 
den Bau eines neuen Schulgebäudes ersparen könnte, hätte dafür einen entsprechen- 
den Beitrag zu den Kosten des gemeinschaftlichen Neubaues zu leisten. Damit 
würden auch in keiner Weise die berechtigten Ansprüche der städtischen Ver- 
waltung und der Bürgerschaft beeinträchtigt, da das Museum sich auch äusserlich 
als städtische Anstalt und nicht als blosser Anhang oder halbes Eigenthum des 
zoologischen Instituts der Universität darstellen würde. 
Als der Kurator der Universität, der sich dieser Ansicht des Direktors 
vollständig anschloss, bei der Stadtverwaltung nach der dort herrschenden 
Anschauung anfrug, wurde von dieser Behörde erklärt, dass auch seitens der 
Stadt die fortdauernde Vereinigung der beiden Anstalten als sehr wünschens- 
werth und eine würdigere Aufstellung des Museums als nothwendig anerkannt 
werde; es könne auch ein Theil der auf 740000 alt angenommenen Bau- 
summe injAussicht gestellt werden unter der Bedingung, dass der Bau alsbald 
begonnen werde, denn nur bei sofortiger Ausführung des Neubaues könne die 
Stadt ein besonderes Schulgebäude, dessen sie dringend bedürfe, ersparen, Die 
weiteren Verhandlungen, die dann auf der durch die bisherigen Vorbesprechungen 
gewonnenen Grundlage gepflogen wurden, führten zu dem Ergebniss, dass der 
Strassburger Gemeinderath mit Beschluss vom 19. Dezember 1888 sich bereit
        

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