Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
welcher die Ikonologie der Götter nebst einem Generalregister enthält
Person:
Sandrart, Joachim von Volkmann, Johann Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1046867
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4546921
854 Wahre Abbildung 
Verschwunden. Diese babe man für die DioskUken eh H   
umBeyf(and an e u  - -g. -a en' -war M L0kkEUfE17 f0kEI)e 
weigm hatten. S V NR- Nachdem die Lacedamome1 ihnen die verlangte Hülfe ver- 
Die Dioscuren hatten einen alten Tempel zu Athen, wurden aber vorzüglich zu 
Lacedcimon an dem Feste Dioscuria verehrt. In Rom bauete man ihnen einen beson- 
dern Tempel in dem Foro, weil sie den Römern einen Sieg wieder die Lateiner zuwe- 
ge brachten, und nach der Schlacht den Sieg zuerst in Rom verkündigten, darauf 
aber verschwanden. Sie waren auch Gottheiten der Schiffer, welche sie im Sturm 
anzurufen pflegten- Und es für ein Anzeigen des bald erfolgenden schönen Wetters hie!-" 
ten, wenn sich ihre Sterne am Himmel sehen liessen. Sie zeigten sich auch zuweilen 
als kleine Flammen, welches die Schiffer für gute Vorbedeutungen der nahen Stille 
annahmen. Der Ursprung dieses Aber-glaubens schrieb sich Vom Zuge der Argonauten 
her, welchem sie beywohnten; denn damals zeigten sich Sterne auf ihren Köpfen. 
.Hauptscichlich gaben die Schiffer aber acht, ob sich beyde Sterne am Himmel sehen 
liessen, denn einer bedeutete Unglück. Horaz redet in folgender schönen Stelle als Dich- 
ter von diesen Sternen: 
   puerosque La-:dX 
Hunc cquis, i11um fupc1-are pugnis 
NobiIem:- qu0rum limul alba nautis 
sc(-:1Ia refulsIt,  
DeHuir i"axis. agitatus hum01-; 
Concidunt venti, fugiuntque nubes, 
Er minax (quod He volucre) ponc0 
Unda recumbic. 
Im Was ihre Bildung betrift, so werden sie, wie die zel3ende Figur der Platte D. 
 ausweiset, gemeiniglich als ein paar wohlgebildete Jünglinge vorgesrellt, welche neben 
einander auf zwei) weifTen Pferden reiten, jeder einen langen (I'.:pieß in der Hand füh- 
ren, und auf den Köpfen einen runden Hut ohne Rand (pk1cus) mit einem darauf ge- 
seI5ten Stern haben. Man trift sie jedoch auch stehend ohne Pferde an, auf einigen 
Münzen auch nur ihre Köpfe bei) einander, mit dein gewöhnlichen runden Hure, und 
darauf befindlichen C-streuen. Die Lacedämonier beobacl)teten daher die Gewohnheit 
nach dem Beyfpiel der Diofcuren, in der Schlacht dergleichen runde Hüte zu tragen. 
Pausanias gedenkt, daß man in der Landschaft Laconien verschiedne Bildniffe mit run- 
 den Hirten auf dem Kopfe gefunden, wovon man aber nicht gewußt, ob sie den Castor 
 nnd Pollux vorstellen sollen. Der Hut stellt nach einiger Meynung das halbe Ei) vor, 
aus welchem sie, wie die Fabel sagt, -gekrochen. 
DerHue  Weil hier der runden Hüte -gedacht wird, so wollen wir nur noch erinnern, daß 
 sie bei) den Römern ein Zeichen der F-reyheit waren. Man setzte den freygeiasTenen 
Knechten einen solchen Hut auf, nachdem ihnen zuvor die Haare abgeschoren waren. 
Daher wünscht sich ein Knecht beym Plautus: N   
Ut ego hodic: raco capitc ca1vus capiam pilcur"n:-"" 
Nach der Ermordung des Cäsars steckte das Volk hin und wieder Lanzen in die Erde 
und Hüte oben darauf, zum Zeichen des abgeworfenen IocI)s der Sklaverei) und der 
wieder erlangten Freyl)eit. Wenn sich die Republik in grosser Gefahr befand, wurde 
den Knechten der Hut versprochen, um für das Vaterland zu fechten. Nach des Cä- 
sars Tode liessen die Brut-i eine Münze schlagen, worauf man einen Hut mit ein 
paar
        

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