Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
welcher die Ikonologie der Götter nebst einem Generalregister enthält
Person:
Sandrart, Joachim von Volkmann, Johann Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1046867
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4547673
der Götter. 
Dir Rom, dir leifIet jek"zt der Himmel die Gewähr, 
DFin- Glück wird nsicmals" unterliegen;  
DiF Siegesgöttin hat nun keine- Flügel mehr, 
Wie könnte sie dir wohl entfliegen?" 
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Die Aegypter bildeten sie unter der Gestalt eines Adlers ab, oermuthlich weil dieser 
Vogel seines Muths und seiner Tapferkeit halben, in den- Kämpfen mit and-ern Vögeln 
allemal die Oberhand behcilt. Vielleicht ist dies auch die Ursache warum die Römer 
auf ihren Stangen statt der Fahnen das Zeichen des Adlers führten , wiewohl sie auch 
zuweilen einen Wolf, der dem Mars gcheiligt war, und andre Thiere darauf trugen, 
ja man steckte in alten Zeiten wohl gar nur ein Büschel von Heu auf einen Spieß, 
welches statt des Zeichens oder der Fahne diente. Der Adler war aber am gewöhn- 
lici)sten. Ueberhaupt hielte man diesen Vogel Von einer glücklichen Vorbedeutung, 
daher man dem jungen Hiero, wie Justin berichtet, ein Königreich prophezeiete, als 
Ach ein Adler bei) dem ersten Feldzuge auf seinen Schild setzte. 
Der König Cyrus führte einen goldnen Adler auf feiner Lanze, oder seinem 
Spiesse, nnd die folgenden persisci)en Könige ahmten ihm darinn nach. Vey den La- 
cedämoniern sähe man in dein Tempel des Jupiters zwei) Adler, deren jeder das Bild 
einer Viktorie trug , welche Lysander wegen des doppelten Siege? über die A"thenienfer 
geschenkt hatte. 
Claiidian beschreibt die Siegesgöttin, in seinem Lobgedicht auf den Stilico, mit 
einem Palnizweige in der Hand, mit allerlei) Siegszeichen gezieret.; er giebt ihr Flü- 
gel, welche den ungewiisen Ausgang des Kriege bedeuten, indem sie Ach bald auf die 
eine bald auf die andre Seite wendet. Man nannte sie deswegen eine gemeinschaft- 
liche Göttin, weil sie es mit beyden Theilen heilt. Mars hatte aus eben dem Grunde 
den Behnahinen des Gemeinschaftlichen, da er es mit beyden kriegenden Theilen halt, 
und ihnen wecl)selsweise den Sieg Verschaft, oder macht, daß die Schlacht Verlohren 
geht. Sie hatte ein vergnügtes Angesicht, war aber mit Staub und Schweiß be- 
schmutzt , und theilte den Siegern ihren Raub und die Gefangenen mit blutigen Hein- 
den aus. Prudentius beschreibt ne folgender Gestalt, indem er sich über den Spinn- 
cl)us und alle ihre Verehrer aufhc"ilt: 
Vjncendi quX1-is dominam? 1"ua dextra cuique elf: 
Er Deus omnipotens, non pcx0 crinc virago 
Nov nuda ful"penfa pcde, lkr0phioquc rec:ind:a 
Ncc tumidas Hujrante 1Inu vc(kjta papillas. 
Wir hohlen nunmehr noch dasjenige nach, was uns von dem Mars zu, sagen W, 
übrig ist. Plutarch und andre berichten uns eine sonderbare Geschichte Von dem Mars M "2.l7- 
und A"llirrotius. Letzterer, ein Sohn des Neptuns, verliebte sich in die Tochter des  
Mars nahmens Alcippe- und nothzüchtigte sie. Mars reichte diese Verwegenheit durch 
Ermordung des Allirrotius. Neptun forderte ihn hingegen Vor Gericht nach Athen, 
wo fiel) die angesehensten Männer deswegen Versammleten. Diese sprachen den Mars 
loß, und der Ort, wo das Gericht gehalten worden, behielt den Rahmen Areopq- 
gns, weil er etwas erhöhet oder auf einem Felsen -wes-or lag. Es war gleichsam der 
Felsen des Mars, weil solcher bei) den Griechen Ares heißt. Dies ist der Ursprung 
des bei) den Griechen so beruhmten areopagitischen Gerichts. Weil aber alle -bei) 
den Griechen vorgegangene Merkwurdigkeiten in eine fabelhafte Gottergeschichte ver- 
wandelt werden, so sagte man, daß Mars durch das ,Urthe-il der zwölf grossen Göt- 
 1l1.Haupttl). V1l1. Band. U) M
        

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