Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
welcher drey Abtheilungen enthält
Person:
Sandrart, Joachim von Volkmann, Johann Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1046857
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4345082
und vier und zwanzig andern Künstlern. 337 
Wilhelm von Brandenburg, und der Herzog von Cleve achteten ihn besonders hoch, 
UND bCz(1lkEUihI1I Eine Werke sehr theuer. Der Stadthalter Moriz von Nassau be- 
suchte ihn oft, und die angesehensten der Stadt als iVytenbogaert , Peter.und Jo- 
hann Six- die Pl"ciahtige Sammlungen von Kunsisachen besaßen , suchten seinen Um- 
gang. Die Bürgermeister von Amsterdam bestellten 12. Gemalde zu Anszierung des 
Rc1k)kk)c1UsEs M) ihm, nnd seine Skizzen erhielten allgemeinen Beyfall. Allein Flink 
n3ard an der Ausführung verhindert, indem ihn ein heftiges Fieber anß"el, und in 
funf Tagen hinrafte. Er starb 1660. und brachte sein Leben nicht höher als auf vier 
UND VIekzig Jahre. Sein hinterlassener Sohn, ein Rechtsgelehrter- erbte das Kabi- 
net, welches damals das wichtigste in Holland war. 
 G-:-vert Flink war ein guter und weit besserer Zeichner- als sein Lehrmeister. 
Er arbeitete mit Ueberlegung und Fleiß. Sein Kolorit war schön  und wie bereits 
gedacht worden , mehr in einander vertrieben, als das von Rembrand. Er malte 
Bildnisse, und zwar gerne in Lebensgrösse, oder auch Geschichte, in denen er eine gu- 
te Ersi"ndung und Anordnung zeigte. Man erz-ehlt, er habe, nachdem ihm einige von 
van Dorfs meiscerhasten Bildnissen zu Gesichte gekommen, keine mehr malen wollen, 
und ansehen die Gedanken sey er in Ansehung der Geschichtmalerey gerathen, als 
er einige von Rubens besten historischen Stücken gesehen. Er habe deswegen alle,  
che Geschichte von ihni verlangt, an den Bartholomaus von der Helft gewiesen. Sei- 
ne Gemcilde werden in Holland noch heutiges Tages sehr geachtet , und von den Lieb- 
habern zu theuern Preisen bezahlt. Man findet deren viele in Amsterdam. Auf dem 
dasigen Ratl)hause, im Saale der Berathschlagung, sieht man den Salomon, wel- 
cher GOtt um Weisheit bitter, von seiner -Hand. 
Carl 
Das  Kapitel. 
von Mander, und vier und 
Künstler. 
zwanzig 
CMdcVc 
234. Carl von Mander.  
Wir haben oben unter Nummer Io1. von dem bekannten Carl Von Mander, der 
sich als Künstler, und als Verfasser der Lebensbeschreibungen der Maler be- 
kannt gemacht, hinl(inglicheAnzeige gethan. Dieser hinterließ sieben Kinder, darunter 
der älteste, Carl, des Vaters Geschicklichkeit erbte , und sich besbnders in Bildnissen 
herVorthat. Er stund nicht nur zu Delft in gutem Rufe , sondern selbiger verbreitete 
sich bis nach Dannemark. Der König ließ ihn im Jahr 1665. nach Kvpenhagen kom- 
men, wo er Vermuthlich gestorben. 
235. Ludobicus Prim- 
Ludo"vicns Primo erblickte die,Welt im Jahr 16o6. zu BrüsTel, gierig nach 
erlernter Kunst nach Paris, und wie sich dort.-nicht viel Liebhaber seiner Arbeit fan- 
den, bald darauf nach Rom, ioo er durch.Fleiß und Geschicklichkeit bald in Ansehen. 
kam.  Er machte sich durch seine feinen Sitten bei) allen Vornehmen beliebt, und 
erhielt aus der Ursache von der Schilderbent den -Rahmen Gentile, darunter er zu 
Rom während seines sechs und drei)ßig jährigen Aufenthalts bekannt war. Primo 
malte insonderheit schone Bildnisfe, und fuhr-te sie ungeinem fleißig , und mit einem 
vortreflichen Kolorit aus.- Pabst Alexander der V1I, viele Kardinäle und Vornehme, 
liessen sich durch ihn abscbildern. -Seine l)istorischen Werke smd mit einem kräftigen 
Pinsel, und in einer grossen Manier gearbeitet. Es ist zu bedauern, daß er nicht da- 
111. Hauptkh. v11.Band. "Uu bei)
        

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