Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
welcher drey Abtheilungen enthält
Person:
Sandrart, Joachim von Volkmann, Johann Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1046857
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4344765
und sechzehn andern Künstlern. so; 
Sein erstes Werk in Antwerpen war ein heiliger Augustinus, für die Mönche 
dieses Ordens, das mit allgemeinem Bet)fall beehrt, und von allen Kennern, wegen 
der vortreslichen in Italien angenommenen Manier, bewundert wurde. Inzwischen 
währte es lange, ehe van Dt)ck recht in Ansehen kam. Er mußte vorher verschiedne 
verdrießliche Zufälle ausstehen. Zum Exempel: ein herrliches Bild von Christus am 
Kreuze, welches die Domhcrrn von Courtrav bei) ihm bestellt hatten, wollten sie 
ihm Anfangs nicht bezahlen, weil sie es aus Einfalt für schlecht hielten; mit den 
Augustinern hatte er eine ähnliche Verdrießlichkeit, und dergleichen mehr-. Dies 
bewog ihn, sein Glück in England zu versuchen: allein er genoß auch dort nicht die von 
diese; Reise gewünschten Folgen, und kehrte deswegen bald wieder nach Antwerpen 
zum .  
Um diese Zeit ibll Ruhms ihm feine Tochter zur Frau angeboten haben, die er 
aber, unter dem Vorwande einer vor-habenden zwehten Reise nach Rom- ausschlug. 
Einige sAgEU- er habe die Mutter mehr geliebt, und deswegen die Tochter nicht neh- 
men wollen. Ruhms Nichte seinen ehemaligen Lehrling bei) aller Gelegenheit her- 
vorzuziehen, und lobte dessen Geschicklichkeit; descomehr verachteten ihn im Gegen- 
theil seine vorigen Mitschüler, als Schutt und andre. Van Dyck kehrte sich nicht 
daran, sondern fuhr fort fleißig zu arbeiten, und Viele Kirchemtiicke zu malen, unter 
andern machte er ein Kruciär für die Kapuziner zu Dendermonde, welches unter seine 
vors-üglichiien Arbeiten gezehlet wird. Zu gleicher Zeit lieferte er auch viele Bildnifse, 
davon einige nach Londen kamen, und die Englander in Ansehung seiner Verdienste 
auf bessere Gedanken brachten. 
König Carl l. ein Freund der Kunst, hörte so Viel Gutes von ihm, daß er bedau- 
erte diesen Künstler vormals nioht an seinen Hof gezogen zu haben, und ihn nunmehr auf 
das gniidigste nach England einladen ließ. Pan Dyck folgte diesem Rufe, ward bei) der 
Ankunft mit besonderer Achtung empfangen, und erhielte nicht nur den Orden Vom 
Bade, sondern auch eine GnadenJkette, einen jährlichen Gehalt, nämlich für jedes 
ganzes stehendes Bildniß 1oo. Pfund, und für eines bis auf den halben Leib so. Pfund 
Sterling. Der König besuchte ihn oft bei) der Arbeit, und unterredete sich mit ihm. 
Die vornehmsten des Hofes eiferten um die Wette, wer sich Von ihm zuerst malen 
lassen wollte.  
Pan Di)ck sahe wohl aus, hatte viel Lebensart und Wi"g, daher war erben 
allen, insonderheit bei) den Damen, sehr wohl gelitten. Er liebte den Aufwand, 
und verzehrte das viele Geld, welches er verdiente, durch eine leckere Tafel, Equi- 
page, Concerte, und dergleichen. Dazu kam, daß er sich sehr frei)gebig gegen Arme, 
und bes0UdE17s gegen diE1Ei1igen, welche sich der Kunst widmeten, bezeigte. Alle diese 
Ausgaben hätte erben seinem starken Gewinnste bestreiten können, wenn er nicht zu 
seinem gröiken Ungluck auf die Thorheit des Goldmacl)ens verfallen wäre, und sich da- 
durch um alles gebracht hatte. Er suchte sich durch eine vornehme .i)eyrath zu helfen, 
und nahm die Tochter des Lord Ruten, die sich -als eine schöne junge Person nicht 
zu seinem schwachlichen Körper und podagrischen Umständen schickte. Sie hehrathete 
ihn ungerne, allein der Herzog von Biickingham warb auf eine so dringende Art sur 
Von Dorf, daß sie sich endlich dazu entschloß.- Der Herzog suchte, -als ein wahrer 
Freund unsers Künstlers, ihn dadurch von den Ausschweifungen mit seinen Maitreiseii 
abzuziehen. 
 ,Van Dorf wollte seine junge Frau nunmehr in seiner Vaterstadt zeigen- und 
sIsUg M der AbfI"ck)t mit ihr nach Antwerpen. Von da nahm er den Weg über Pa- 
l11- Haus-ich. V1l-Bands "Qq ris-
        

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