Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
welcher vier Abtheilungen enthält
Person:
Sandrart, Joachim von Volkmann, Johann Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1046840
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4560597
    
die leztere wäre allein damals im Flor gewesen, wird durch die richtige Zeichnung, und 
gute Ausführung dieser Arbeit wiederlegt. Sie sind in dem richtigen Geschmack der 
Alten, sowie Raphaels Figuren, die er nach den Antiken srudirt hatte, gezeichnet. 
Die Alten würden es den Neuen vollkommen gleich gethan haben , wenn man damals 
schon die Kunst verstanden, die Farben mit Oel zu bereiten: dadurch haben die neuen 
einen grossen Vorzug in der Kunst erhalten. Es ist nur zu bedauern, daß nicht meh- 
rere Denkmalc der alten Malerei) bis auf unwe Zeiten gekommen. Wir wollen nur am 
Schlusse noch einer einzigen gedenken, die man für die schönste in Rom hält. Dies 
Frescogemcilde ist unter dem Rahmen der Aldobrandinischen Hochzeit bekannt: weil es 
eine Hochzeit oder dcducEkioncm i"ponl"ac in tha1amum mai-itj VoriI"cllc, Und Nachdem 
man es unter dem Schutt eines Gewölbes in Rom gesunden, von dem damaligen Kar- 
dinalAldobrandini erhandelt, und in seinem Pallas? aufgestellt worden. Die Zeichnung 
Inder man in den Admirandis des Vartoli, und in MisTons Jtalicinischen Reisen. 
Anmerkung. Mehrere Nachrichten Von der Malerei) der Alten kann man in des 
Turnbu1l T:-carjse of anrient Painrjng, welcher einen ganzen F-olianten davon her- 
ausgegeben, na"chlesen. Die wichtige Entdeckung der Stadt Herculanum hat uns in 
diesem Jahrhunderte in den Stand gesezt, weit mehrere Kenntnisse der Malerei) 
der Alten zu erlangen, ob wir gleich daraus noch nicht auf die Schönheit der Werke 
des Appelles und Zenxis, wovon die Alten so Viel Wesens machen, schliessen können. 
Die besten dieser Gemcilde sind in dem prcichtigen Werke Von den .Herculanischen Al- 
terthinnern, welches aus Königliche Kosten in Neapel herauskommt, in Kupfer ge- 
stochen. Da es wider den Plan dieser neuen Ausgabe läuft, so können wir unsicher 
die Malerei) der Alten auch nicht weiter einlassen. Wir verweisen aber die Leser, 
ausser den obgedachten Büchern, auch auf Winkelmanns Sendschreiben, von den 
s.Herculanischen Entdeckungen. 
Das 18. Kapitel. 
Abbildungen verschiedener Negenten, Weltweisen, Dichter, 
und andrer merkwürdigen Personen ans dem Altertl)um, nach alten Statuen, 
Brustdildern,, geschnittenen Edelgesteinen, und Münzen abgezeichnet, 
und mit einer kurzen historischen Erklärung versehen. a) 
Priamus. 
Plan-i.Der letzte König in Troja, ein Sohn des Königs Laomedon, den das Schicksal 
1s bestimmt hatte die traurigsten Begebenheiten zu erleben. Denn als er die durch 
seinen Sohn Paris geraubte Helena ihrem rechtmä0igen Gemal dem Menelaus nicht 
wiedergeben wollte, um sich wegen der Entführung seiner Schwester .Heiione zu rä- 
chen, entstund darüber der berühmte Krieg, in welchem Troja zehn Jahre belagert, 
und zuletzt ganz zerstöret, und dem Tro1anischen Reich ein Ende gemacht wurde. Priamus 
music sich also nicht nur seines Reichs beraubt sehen, sondern verlor auch dadurch, wie 
einige wollen, funfzig Söhne, deren er siebenzehen mit feiner Gemahlin Hekuba, die 
andern aber unrechtmäßiger Weise erzeugt hatte. Zuletzt kam er selbst ums Leben. 
Das oortresliche Heldengedicht die Jliade des Homers ist zu bekannt, als daß wir es 
noch bei) dieser Gelegenheit anführen sollten.  
Pala- 
I) Man Ehe was wir wegen dieses Kapittels in der Vorrede dieses Bandes gesagt haben.
        

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