Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
welcher vier Abtheilungen enthält
Person:
Sandrart, Joachim von Volkmann, Johann Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1046840
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4560973
   
 Ariadn-I. 
 Gegenwcirtiger Kopf wird für die Ariadne, eine Tochter des Königs Minos von 
S- Creta gehalten. Es ist bekannt, daß die Ariadne dem jungen atheniensischen Helden 
Theseus Anleitung gegeben, wie er das Ungeheuer Minotaurus erlegen konnte, undihm 
einen Faden schenkte, vermöge dessen, er sich in dem berühmten Labyrinte zu Creta 
nicht verirren konnte. Sie trat darauf aus Liebe die Reise nach Athen mit ihm an; er 
ließ sie aber unterweges auf der Insel Chio oder Na,ros" wider sein Versprechen, aus 
Undankbarkeit sitzen. Bald nachher kam Bacchus in die Gegend und het)rathete sie. 
Er schenkte ihr eine Krone mit neun Sternen, welche er von der Venus erhalten, wie 
wohl andre sagen, Venus habe sie ihr selbst geschenkt, -als sie mit dem Bacchus Bev- 
lager hielte. Man sieht solche in -der Figur auf ihrem Haupte. Ovid schreibt in seinen 
Ver-wandlungen, Bacchus habe ihr die Krone abgenommen, und unter die Gestirne 
versetzt. Von diesem Labyrinthe hat man nachher alle verworrene Sachen ein Laby- 
rinth genennt, und Gleic"hnißweise gesagt: in ein Labyrinth fallen, wenn von vielen 
schwürigen Sachen die Rede war. So wie man auch den ariadnischen Faden im reden 
für eine Anleitung sich aus einer verworrenen Sache herauszuhelfen, zu nehmen pflegte. 
Ein unbekannter Kopf. 
Pius?--. Ob sich gleich nicht bestimmen laßt, wer unter diesem Kopfe abgebildet ist-, da 
 alle Kennzeichen, und die Uinsc1)rift fehlt, so läßt sich doch theils daraus, das er m ei- 
nem kostbaren Stein geschnitten , theils aus der königlichen Binde schliessen, daß eine 
angesehene Person aus dem Alterthum darunter vorgestellt sey. Er ist der Kunst hal- 
ben hier abgezeichnet und die Auslegung wird einem jeden überlassen. 
Der Genius des Glücks. 
  Ein rother Jafpis. 
gis-kk2u,. Diesen Stein hat der berühmte Pater Atl)anasius Kircher erklärt, und gezeigt, 
I- daß er den GeniUs des Gliuk"s vorstel"le. Das coptiscl)e Wort heißt S-olos, und be- 
deutet in unsrer Sprache so viel als Glück. Der letzte Buchstabe ist aus dem Hebrcii- 
schen , und sollkso viel als einen Geist an3eigen, und also bel)de Worte zusammen einen 
Geist des Glü  bedeuten. Die Eigenschaft dieses Geistes beweiset er aus den hierd- 
glypl)iscl)en Zeichen des Kopfes. Die Flammenweise znsammengebundenen Haare sol- 
len den lebhaften l)ik3igen Geist bedeuten; die Flügel Merkurs zeigen die Geschwindig- 
keit seiner Verrichtungen an, und die Schlange ist ein Bild des Lebens, wodurch wir 
alles Glück empfinden. Die Egyptier glaubten in der Noth Hülfe zu erlangen, wenn 
sie einen solchen Stein bei) sich führten. 
Ein Unbekannter.  
gIiqk-eu,.- Der Kopf ist Von guter Hand gearbeitet, undl1ellt daher Vermntl)lich eine angese- 
2s l)ene Person aus dem Altertl)um vor. Viele glauben, aus der Sturmhaube , der 
Tracht der Haare, und aus der Geücl)tsbildung, daß es das Bildnis; eines africani- 
schen Kriegers sey. Man findet aber auch solche Hauben an Köpfen der römischen 
.Hauptleute von den africanischen Lcgionen, welche wider die Daeier Krieg führten, aus 
der Saale Trajansin Rom.  
   Africaniscl)e Soldaten.   
g)!qii21-k-.- Sie find unbekannt, aber in der Tracht den Soldaten, auf der m-.janischen Säu- 
3- le, deren eben gedacht worden, Vollkommen ähnlich, daher man sieh Vielleicht nicht irrt, 
wenn man He davor annimmt.  M.  
Aca-
        

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