Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
welcher des Bartoli anticke Basreliefs von Rom, die römischen Gärten, und die Verwandlungen Ovids enthält
Person:
Sandrart, Joachim von Volkmann, Johann Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1046831
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4543694
Ho Erklärung der römischen Gärten  
dem Garten eines"wohlhabenden Landcdelmannes, der das Angeaehme mit dem Nütz- 
lichen zu verbinden sucht, ähnlicher als dem Aufenthalte des vornehmsten geistlichen 
F1"criten. Inzwischen macht die beftcindige Gegenwart des Pabftes, daß hier alles 
weit heiser unterhalten wird als im Vatikanischen Garten. Der Plan ist ungekünstelt 
aber doch ziemlich regelmäßig, und wenn man die paar Fontcinen und Statuen aus- 
nimmt ohne alle Pracht.     
 Wenn man durch die kleine Ts)ür hinein geht und sich rechter Hand wendet, zeigt 
fiel) in der Rische einer Fontcine ein antirkcr Apoll, der den Ellenbogen auf seine Leyer 
stützt. Die Statue hat schöne Verl)altniiTe, wenn der Kopf gleich den Charakter vom 
Apoll nicht hat.  
  Am Ende dieser A"lJee steht über einer Fontäne eine anticke Statne der Juno Lie- 
cina, in einer wohlgewahlten Stellung und mit einer guten Draperie. 
 In dem untern Theile des Gartens (man sehe Nuni..1o. Pl. Z. und Naiv.  Pl. 4.) 
ist eine Grotte mit Basreliefs und Mosaiken zu bemerken. Die Treppe bei) erselben 
ist mit allerlei) Mnschelwelk und versteinerten Sachen geziert. Zu bei)den Seiten so- 
wohl als auf den Stufen selbst sind kleine springende Fontänen. Dieses Wasser treibt 
zugleich einen Ci)linder, welcher die in der Grotte angebrachte Orgel spielen macht. 
Die aus den Windlöchern l)erVol-dringende Luft dient anstatt des Blase-balgs bei) der 
Orgel; auf einem von diesen Windlöchern treibt die l)erausdri"ngende Lust eine kleine 
Kugel in die Höhe, und erhält sie im freuen, so wie man sonst bei) k1Sajserki"uisten der- 
gleichen Kugeln durch den Wasserstral in frei)er Luft erhält. Die Grotte ist im übri- 
gen nicht bom besten Geschmack, aber mit einer ziemlichen Menge von Ve,ri"erwassern 
versehen, und wenn man zu dem dabei) angelegten Saal seine Zuflucht nel)i"nen will, so 
wird man noch ncisTer gemacht.  
 Ja dem obern Theile des Gartens steht am Ende einer AUee eine weisse marmorne 
Tafel von schöner Form. Sie ist mit guten Verzierungen versehen, und hat die Auf- 
s2hkifk: D. M. 1.vC1AE C. F. T1iu:s1NAE sAcRvM. 
In einem kleinen Bosket zeigt sich eine Fontiine in einer artigen Hüte, die von 
Felsen gemacht und oben mit Lorbeerbciumen bewachsen ist. Vor derselben ist ein Vier- 
eckiger Platz mit dicken Baume-n besetzt , welche einen starken Schatten über den Ein- 
gang dieser Grotte werfen. Auf dem Plage sind eine Menge VexierwaITer, jedoch so 
angelegt, daß derjenige welcher in der Mitte steht, nicht davon berührt wird. Der 
Anblick dieser Grotte ist 1ingemein malerisch, zumal wenn die Sonne durch die Zweige 
der darüber stehenden Lorbeerbanme scheint. Die Nymphe, welche diese Grotte gleich- 
sam bewohnt, sieht hinten in -derselben, und Vor ihr sprudelt eine kleine Fontiine. 
BenedietX1V. hat in dem Garten einen -Pavillon anlegen lassen, wo er Kaffee zu 
trinken pflegte. I) Der Architekt F11ga hat ihn nach den englischen Geschmack einge- 
richtet, und er ß"ihrt auch den englischen Namen C0fkehoure. Er ist mit Vie1eu Por- 
eellan, marmornen Vusten, Vergoldeter Stnecatnrarbeit und modernen Malereyen," 
insonderheit Landschaften geziert. 
,Unter den Fontänen dieses Gartens"Verdient die von Porphyr (Num. t5. Pl. Z. 
und Num. 9. Pl. 4.) vorzüglich bemerkt zu werden. Unter die vorzüglichiken Statuen 
rechnet 
-)s Er ist vie! neuer ais die Abbildungen der dritten nnd vierten Platte, und schlief- nicht darauf vorgeiie1ie.
        

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