Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rembrandt-Galerie
Person:
Rembrandt <Harmensz van Rijn> Wurzbach, Alfred von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040379
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3981330
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erhebungen, und in Behandlung der Luftperspektive gemalt. Seine Porträts haben 
den Rcmbrandfschen Goldton, seine Genrebilder aber bieten wenig Originelles. Das 
früheste bezeichnete und datirte Bild seiner Hand ist ein lesender Alter, in Stutt- 
gart, 1639, ein Interieur in der Art der Rembrandfschen Philosophem-ein ähnlicher 
Studierender Philosoph, bei Six in Amsterdam, und Schiffer in einem VVirthshause, 
in Schwerin, beide aus dem Jahre 1646, und ein Bauer, der am Fusse operirt wird, 
in der Kunsthalle in Hamburg, 1650, sind Weitere ähnliche Proben seiner Genre- 
bilder. Ein Porträt Vondels ist aus dem Jahre 1656. Die Landschaften Ph. de 
Konincks sind meist späteren Datums; zwei aus dem Jahre 1655 bei XV. H. Grenfill, 
eine von 1664 in Rotterdam, eine von 1676 in Amsterdam. Sie wurden von Lingel- 
bach, A. v. d. Velde, Dirck v. Bergen und Anderen staflirt. Ph. de Koninck l1ei- 
rathete 1656 Margareta van Ryn, vielleicht eine Verwandte Rembrandts. 
Nicht unwahrscheinlich ist es, dass auch der als Maler nur wenig be- 
kannte P. C. Verbeeck damals in Rembrandts Atelier war. Die Radirtmgen 
dieses Meisters tragen den Charakter der Rembrandtlschen so sehr zur Schau, dass 
man sich zu dieser Annahme wohl berechtigt glaubt. Es sind fünf Blätter, Frauen 
und Männer in phantastisch-orientalischen Kostümen, sämmtlich aus dem Jahre 163 9, 
mit unsäglich feiner und zarter Nadel radirt. Ein sechstes Blatt trägt allerdings das 
Datum 1619, aber man ist versucht, diese Datirung gegenüber jener der fünf anderen 
Blätter für einen lapsus calami zu halten. Im Jahre 1645 trat Pieter Cornelisz 
Verbeeck in die Harlemer Gilde. Auf seinen Bildern finden sich die Jahrzalileii 
1639-1650.  
Interessanter und mannigfaltiger gestalten sich die Individualitiiten, die um das 
Jahr 1640 bis tingefiihr 1645 in Rembrandts Atelier eintraten. Ueber einige der- 
selben liaben wir genauere Nachrichten. 
Samuel van Hoogstraaten (angeblich im Haag 1627 geboren, 1- zu Dord- 
recht 1678) war zuerst Schüler seines Vaters Dirk van Hoogstraaten (geb. 1596) und 
nach dessen Tode im Jahre 1640, Schüler Rembrandts. Er war Mennonite und 
wurde erst 1648 getauft; 1651 ging er mit seinem Bruder Jan nach Wien, dann 
nach Rom, war 1656 in London, heirathete noch in demselben Jahre zu Dordrecht, 
wo er sich niederliess und später Direktor der Münze WUfdG. Er ist in seinen 
frühen Arbeiten ein getreuer Nachahmer der Ren1brandt'scl1en Manier, nicht ohne 
Geist und feine ltoloristische Empfindung. Die Kaiserliche Galerie in Wien besitzt 
von ihm eine Darstellung des Wiener Burgplatzes aus dem Jahre 1652, und den 
oft reproducirten Juden am Fenster, von 1653. Die Sammlung Lippmann-Lissingexi 
ltombrnndt-Galetie. "Parat. 4
        

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