Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rembrandt-Galerie
Person:
Rembrandt <Harmensz van Rijn> Wurzbach, Alfred von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040379
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3981111
Es wurde überdiess Sorge getragen, dass nur Arbeiten von hervorragenden 
Stechern hier Platz Enden, und es gelang uns in den Folioblättern, die berühmtesten 
Re roduktionen der bedeutendsten älteren und neueren Stecher zu vereini en. 
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Die Mehrzahl der Blätter sind sogenannte Schwarzkunstarbeiten oder Schab- 
bliitter (maniere noire), da diese Methode im vorigen Jahrhundert, insbesondere von 
den englischen Künstlern, als vor allen geeignet erkannt wurde, die Manier des 
Meisters wiederzugeben. Die Schabkunst bietet auch thatsiichlich zur Reproduktion 
Rembrandtscher Gemälde Vortheile an die Hand, welche die Radirung und der 
Kupferstich nicht bieten können. Der Umstand, dass der Künstler hier die Lichter 
mehr oder minder stark aus der ganz aufgerauhten Platte herausschabt, erlaubt ihm, 
nach Bedarf das Schabeisen stärker oder leichter aufzudrficken, und auf diesem Wege 
denselben Zauber des Helldilnkels zu erzielen, Welchen Rembrandt mit der Farbe 
erreichte. Viele der Blätter erscheinen im ersten Augenblicke ganz dunkel, erst wenn 
man genauer hinsieht, lösen sich die einzelnen Objecte aus der Tiefe des Schattens 
und erscheinen dem Auge. Die in vielen Gemälden zur höchsten Meisterschaft ent- 
wickelten Lichteffecte Rembrandts, vor welchen man nie klar wird, woher eigent- 
lich die Beleuchtung kommen mag, drückt gerade diese Technik unübertrefflicll aus. 
Gegenwärtig hält man die läadirting, als eine künstlerisch vornehmere Technik, für 
geeigneter hiezu, und die neueren Arbeiten sind fast durchaus radirt, nur in den 
seltensten Fällen in gemischter Manier behandelt oder gestochen. 
Es wäre aber unmöglich gewesen, einen vollständigen Ueberblick über Rem- 
brandt als Maler zu geben, wenn wir uns lediglich auf die Publikation der grossen 
Foliobliitter beschränkt hätten. Eine beträchtliche Anzahl seiner Werke existirt nur in 
kleinen Radirungen in Quartfornrat, welche sich am besten in der hier angewendeten 
Weise als TCXIIlllLISIYIIIlOUCII verwerthen liessen. Es Wurden zu diesem Zwecke 
vierzig der wichtigsten Bilder in den gelungensten Nachbildungen ausgewählt, und 
in den Text eingeschaltet. Auf diese Weise War es möglich, hundert Gemälde Rem- 
brandts in gleichmiissig vortrefflichen Nachbildungen zu vereinigen und dem Publikum 
eine deutliche X7orstellung von der in ihrer Weise einzigen Auffassungsgabe dieses 
genialsten Meisters zu geben. 
Es existirt ausser Rafael kein Künstler, der in ähnlicher Weise der Nachwelt 
überliefert werden könnte; nur diese beiden Meister haben zu allen Zeiten gleich 
mächtig auf die Epigonen eingevtiirlct. Wie die beiden Pole stehen sie einander
        

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