Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leben Michelangelos
Person:
Grimm, Herman Michelangelo
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040321
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3978706
von San L0ren30 haben wollte. Aber Geld hatte er empfangen nnd keine Arbeit geliefert, dass 
stand fest, und was ihn jetzt gerade dazu treiben n10dJte. rasch einen VergleiriJ herbejzc1flilJre11, war 
die 1furä,1t vielleicht. daß er den Winter tndJt überleben n1öriJte, und seine Erben dann in einen 
1I11glinfliclJe11 Prozeß verwjckelt wlirdes1. 
Die Papiere des DJlrehivio Buouarroti haben in die Saihe nun Licht gebracht. Schon im 
,frühliuge des Jahres hatten die Unterhandlu1Igeu begonnen. Auf der einen Seite sehen wir 
Michelangelo, den1 die Hände gebunden sind nnd der sieh iiber nngereehte Vorwürfe beklagt, auf 
der andern die i2lgeuten des Herzogs, welche auf dem Rechte ihres Herrn bestehen, nnd in der 
Mitte Sebastian del Piombo, der im Namen des Papstes nach zwei Seiten vermitteln soll. Sebastian 
giebt sieh in seinen Briefen als vorziiglieher Diplomat zu erkennen, erlangt aber wenig nach beiden 
Seiten. Denn da Michelangelo kein Geld heranszahlen konnte, der Papst aber, dem Sau lJorenzo 
iiber Alles ging, ihn am Grabmale Giuliols nieht arbeiten lassen wollte, so war es unmdgliih 
einen Vergleich zu Stande zu bringen. Und daher endlich 21iichelangelols verzweifelte Stininn1ng 
und der jaminervolle Zustand, welchen IIiinils erster Brief darstellt. Der zweite, acht Tage nach 
dem ersten gesehriebene Brief 21iinils zeigt, daß der Papst sich die 2llittheilung ziI Herzen genommen 
hatte. Valori war beauftragt worden, fiir Miehelangelo7s Gesundheit sowohl. als für die Aus; 
einandersetzung mit Urbino Schritte zu thun. ,,21iorgen,tt sihreibt Miui, ,,ist ,festtag, da will ieh 
ihn besuthen, denn wenn er arbeitet geht das nicht, 1md ich weiss, Euer Brief wird ihm angenehm 
sein. Wie gesagt, maeht den Versuch, mit seinen Gegnern zu uuterhandeln, die reehteu Leute 11nd 
Geld bringen ja Alles in Ordnung, Ihr seid doih ein Mann, der groszere Dinge als das zu vers 
mittelu versteht in1d habt den Beweis dafür geliefert. Wollte Gott, 2liiehelaugelo wäre gleiih am 
ersten Tage abgerejst, Alles wäre längst beigelegt. Denn diese Geschichte, wie sie jetzt liegt, ist ein 
Nagel zu seinem Sarge sl0 s0ttcrrn un pezz0, so sehr ist er durch sie niedergedrückt. Es fehlt 
ihm der reihte Muth, etwas zu verlangen nnd darauf.zu bestehen. In den letzten Tagen hat er 
sieh ein wenig wohler geflihlt.tt 
Miihelangelois ,freunde meinten also, er habe die Angelegenheit fahrlässig betrieben Und 
hatte auf der Stelle in Rom mit dem t2lgenteu des lZer30gs verhandeln sollen. .Bedeutend ist 
der .JlussPruih, Michelangelo sei pusillanim0 a richiedere, kleiumiithig im ,f0rderu. Solihe 
gelegentliihe Urtheile besagen viel. Hier eine Bestätigung seiner Unfahigkeit, stark aufzutreten wenn 
 sieh nicht um die höihsten geistigen Interessen handelt. Eine Weirhmiithigkeit und Besiheidenheit 
zeigt 2Iiiihelangel0 meistentheils, die Zeugnis; ablegend für die Zartheit und Verwnndbarkeit seiner 
Seele, die Falle, wo er hart und al1stoszend ward, ins rechte Licht setzen. Die 2i0thwehr allein 
zwang ihn zuweilen, sich als unempfindlirh zu gehen. 
In der Gralnualssaihe vermittelte Sebastian del Pi0ml10 weiter, der sich in Rom dan1als 
mit Bandinelli in die Gunst des PaPstes theilte nnd das eintragliche Amt, von dem sein Beinamen 
herrührt nnd das ihm 500 Srudi jährlith eiul1raihte, erhalten hatte. Er versah als pi0mbat0rc 
die Papstlirhen Ballen mit dem Bleis1egel. Die Stelle wurde gewöhnlich Künstlern zu Theil. 
Sebastian war mit den Portraits Bacci0 Val0rils, des Papstes und der jungen Herz0gin Caterina 
beschäftigt. An ihn hatte siih Staccoli, der ,2lgent des Herzogs, als Vertrauensmann gewandt, 
nnd der Brief ist vorhanden, der von ihm in Folge dessen Mitte November etwa an Michelangelo 
gesihriehen ward. 
beginnt mit 
Herrn fährt. 
der 
ihr
        

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