Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leben Michelangelos
Person:
Grimm, Herman Michelangelo
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040321
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3977972
,,Du solltest doch wissen, das; diese BaglionilS sä1nIntlieh Verräther sinds, antwortete ihm der. 
21liihelangelo eilt in den Palast und giebt seine Besorgnisse zu erkennen. Man hört ihn an, larht 
ihn aus und wirft ihn1 Mangel an Muth vor. Man war den Herren von der Regierung an jenem 
Tage zu oft mit dergleichen geko1n1nen, und sie weisen kurz ab, was von Verdacht und Befiirchtungen 
vorgebraiht wird. Ihre erste Pflicht war, sicher und fest aufzutreten und kein Bedenken aufkonIn1en 
zu lassen. 
Ilufgeregt und beleidigt verläßt Michelangelo den Palast und kehrt naih Sau Miniato zu 
seinen Bastionen zurück. Dort aber hat er nun eine entscheidende Begeg1mng. Rinaldo Eorsini 
konm1t zu ihm heraus und sagt ihm in7s Ohr, er solle sich fortmachen, wem1 er sein Leben retten 
wolle. In wenig Stunden würdest die Medici in der Stadt sein. Noch zögerte er, allein Eorsini läßt 
nicht los, sie gehen zusammen in die Stadt, in Miihelangelols Haus, und die Flc1dJt wird beschlossen. 
Man hat sich bemüht, Michelangelo weiß zu brennen, iind ist zu dem Enductheil gelangt, 
daß, wenn ihn1 auch seine Schwaihheit als ein natürliches Gefühl, das Jeden einmal völlig zu 
iiberwältigen vermöge, verziehen werden könne, dennoih niihts ihn von dem Vorwurfe befreie, als 
Biicger damals seine Pflicht nicht gethan zu haben. 2iichts natiirlicher aber als seine JTlucht. 
,fiir ihn stand fest, daß Malatesta ein Verräther sei. Statt gehört zu werden von der Regierung, 
war er mit Hohn abgewiesen und beleidigt worden. Er sah voraus, wie am nächsten Tage schon 
die, welche eben noih so energisch jede Vermittelung und jede Vorsicht von der Hand 1viesen, von 
Malatesta oder Oranien zum Schweigen gebracht sein würden. Er wollte kein Zeuge des Vers 
derbens sein. Er hatte seinen alten Vater, seine Brüder und deren ,familien, welche sämmtljih 
ohne ihn nicht e1;istiren konnten. Er mußte ihnen seinen Kopf erhalten. Während Eorsini fortgeht, 
um die Pferde zu beschaffen, läßt Miihelangelo .3000 Ducaten in seine Kleider nähen und iibergiebt 
der Magd, was sieh an Vorräthen im Hause befindet. Zu Vieren steigen sie dann auf: er, sein 
Diener i2lntonio Mini, sein alter Freund der Goldschmied Piloto und Rinaldo Eorsini. Es war 
nicht so leicht, aus der Stadt zu entkommen. Ein Chor nach dein andern wird probirt, ob man 
sie herausließe, endlich bei der P0rta di Prato findet sich ein Dnrihlaß. Eine Stimme erhebt sich 
aus dem dort Wache haltenden Trupp, es sei ja Michelangelo, welcher Ausgang begehre, einer von 
den Neun Mannern1 Als oberster Jntendant der Befesrigungsarbeiten nämlich gehörte MichelangVI0 
zu dem Collegium der ,,21eun Männer iiber das Kriegswesentt, die als eine Art Generalstab unter 
den Befehlen der ,,;Zehn Männer über Krieg und ,friedentt standen. Und so, als die Wachen am 
Namen 
Brglcjt1u1g 
durchpa1sjrcn. 
Das 
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Venedig. 
reiten 
210rdc11, 
diesseits 
IlPen11incI1 
noch ein Zipfel ferraresischeH Gebiet lag. Zu Castelnu0v0 in der Carfagnana, so wurde der dem 
Herzog von JWrrara gehörige Strjd; Landes benannt, n1ad2en sie Halt. Hier fand eine tragische 
Begegnung statt. T01nInas0 Soderjnj, den Bruder des Cardj1mls, und Niccol0 Capp0nj trafen sie. 
Mitglieder 
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