Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leben Michelangelos
Person:
Grimm, Herman Michelangelo
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040321
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3974518
Michelangelo 
fiir Michelangelots Rückkehr aus Bologna. Er muszte in Florenz gerade wieder angekommen sein, 
als er bei dieser t2lngelegenheit betheiligt 1vurde. 
Trotzdem blieb er immer noch weltljch genug gesinnt, um den Cupido zu arbeiten. Im 
April oder Mai 1496 hatte er ihn vollendet. Medici war entzückt von der Arbeit und gab ihm an, 
auf welche Weise der beste Preis dafür zu erzielen sein würde. Er möge dem Stein das Ansehen 
geben, als hätte er lange in der Erde gelegen. Er selber wolle ihn darauf nach Rom schickest, 
wo er als eine 2lntike hoch bezahlt werden würde. Man sieht, daß den Medici trotz ihrer Vors 
nehmheit der Kaufmannsgeist stirbt verloren gegangen war. Lorenzo bewahrte das noch bei anderen 
Gelegenheiten. Er verstand die in Florenz eintretende Theuerung wohl zu benutzen, indem er aus 
der Romagna Korn konnnen ließ und daran ein Erkleckliches verdiente. 
wieder 
angek0mn1c11 
Michelangelo ging aus den Vorschlag ein, gab dein Marmor ein verwittertes, uralte8 Illig; 
sehen und empfing bald durch .Lorenzo den Bescheid, daß ihn der Eardinal von Sau Giorgjo, jener 
selbe Raphael Riario, der in Florenz die Messe las als Guiliano von den Pazzi ermordet wurde, 
sur dreißig Ducaten angekauft habe. Messer Baldassare del Milanese, durch dessen Vermittelung 
in Rom der Handel abgeschlossen war, liess Michelangelo die Summe in JTlorenz auszahlen, welche 
diesem demnach als ein vernünftiger Preis erschienen sein muß. 
Das Geheimnis; aber von der wirklichen Entstehung der i2lntike wurde nicht bewahrt. Dem 
Eardinal kam allerlei zu Ohren; er argerte sich, betrogen zu sein, und schickte einen der ihm dienenden 
Edelleute nach Florenz, um der Sache auf den Grund zu kommen. Dieser nahm den Schein an, 
als suche er Bildhauer, die in Rom beschäftigt 1verden sollten, und lud auch Michelangelo zu sich 
ein. Er kam, statt jedoch mitgebrachte Arbeiten zu zeigen, nahm er eine ,feder und zeichnete eine 
menschliche Hand groß aufs Papier hin, daß ihm der Römer voller Erstaunen 3usah. Hierauf 
zählte er auch die Sculpturen auf, die er bereits vollendet hatte, und nannte darunter ohne weiteres 
den schlafenden Cupido. 
Nun eröffnete der Mann, warinn er ihn eigentlich habe rufen lassen; statt der dreißig 
Dukaten, die Messer Baldassare gesihirft, erzählte er von zweihundert, welche der Cardinal fiir 
die Arbeit bezahlt hätte,. so daß siih Michelangelo ebenso sehr als der Cardinal selbst betrogen 
sah. Eingeladen von dem römischen Herrn. der ihn in seinem eigenen Hause aufznnehinen 
versprach, erfüllt von dessen Erzählungen, daß man in Rom ein weites Feld finde, um seine Kunst 
zu zeigen nnd Geld zu gewinnen, hauptsaihlich aber in der s2lbsiiht, sich von Messer Baldassare 
die übrigen hnndertsieb3ig Ducaten auszahlen zu lassen, machte er sieh nach Rom auf, wo er am 
II. Juni l496 eintraf.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.