Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Andreas Achenbach
Person:
Voss, Georg Achenbach, Andreas
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1037417
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4120354
noch einmal als Siebzigjähriger in dem Gemälde, welches lich jetzt in der Kunfthalle zu Düffeldorf 
befindet. Aus dem milden Dämmerlicht der Kirche glühen hell hervor die Kerzen des Hochaltars. 
Da knien in ihren weifsen Hemden die Chorknaben, und die Gemeinde erwartet in frommer 
Andacht den Prielter. Hoch auf in diefem Zwielicht ragen die hellfeidenen Fahnen, welche die 
Vorlteher der kirchlichen Stiftungen dort aufgeltellt haben. Ein warmer, goldener Sonnenftrahl 
gleitet hinweg über die fchillernden Seidenftoffe und durchbricht geheimnisvoll das ehrwürdige 
Dämmerlicht des Kirchenraumes. Wie fchön das Fluthen diefes Sonnenlichtes in den hohen 
Faltenmaffen der Fahnen! Da hat der alte Meeresmaler feine geliebten Segel wieder, die er fo 
oft im Streiflicht eines hell die Landfchaft durchblitzenden Sonnenftrahles gegen den dunklen 
Wolkenhimmel gemalt hat. Auch an den malerifchen Eindrücken des Lebens in den Klöltern der 
geiftlichen Orden ift Andreas nicht achtlos vorübergegangen. Noch vor drei Jahren hat er das 
fchöne Bild der Treppe im Klolter zu Hildesheim mit dem andächtig lefenden Mönch im 
Vordergrunde gemalt. Die Radirung von Kroftewitz auf Seite m19 gibt das poetifch empfundene 
Gemälde wieder. Das Original befindet [ich augenblicklich im Belitze der SchulteTchen Künft- 
handlung in Düffeldorf, die feit nunmehr falt einem halben Jahrhundert die Centralftelle bildet, 
von wo aus die Werke der Brüder Achenbach in alle Länder hinausgehen. 
Seit feiner Rückkehr von Italien im Jahre 1846 hat Andreas fein ihm ans Herz gewachfenes 
Düffeldorf dauernd nicht wieder verlaffen. Dort ift die lange Reihe der Gemälde entltanden, welche 
feinen Namen hinausgetragen haben in die ganze Welt. Die Düffeldorfer Schule fieht in ihm feit 
einem halben Jahrhundert die Hauptfäule ihres Ruhmes. Der Jüngling, welcher mit kühner Hand 
den altberühmten Meiftern feines Faches den Fehdehandfchuh vor die Füfse warf, hat durch die 
Lebenskraft, die feine Werke ausftrahlen, fie alle überdauert, die ehemals den Ruhm der Düffeldorfer 
Künltlerfchtile begründet haben. Die Gemälde eines Wilhelm v. Schadow, Julius Hübner, Leffing,
        

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