Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Walter Crane
Person:
Berlepsch-Valendas, Hans Eduard von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1037375
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4118021
Entwurf zu einem Bilde 
gemeinfam, war nicht äufserlich feltgehaltene Regel, fondern das Streben nach iiarkem Aus- 
drucke, daneben das Bedürfnifs nach kräftiger, ungebrochen wirkender Farbe. Beides ftand im 
Gegenfatze zur akademifchen Art. Wohl hat Ruskin durch das Predigen über die vorherrfchende 
Berechtigung des Realismus mächtige Anregung gegeben. Doch ilt dabei zu bedenken, dafs der 
Realismus allein nicht der Boden war, auf dem lieh die Bewegung entwickelte, ebenfo wenig als 
Ruskin im getreuelten Wiedergeben der Natur den Endzweck der Malerei erblickte. Er fagt im 
3. Capitel, II. Band feiner wlVlodern Paintersa, nachdem er das ltrenge, jede Einzelheit beachtende 
Naturftudium als die einzig richtige Baüs künltlerifcher Bildung erklärt hat: v-    und wenn 
nun das Gedachtnifs auf diefe Weile ebenfo gefcharft als verproviantirt, die Ernährungsquelle für die 
Phantafie gefchaffen und die Hand licher ilt, gut, dann erft mag das Edellte entliehen, dann erlt 
kann gezeigt werden, was aufser diefen nothwendigen Erwerbungen auch der Kopf zu bieten, die 
Phantafie zu fchaffen Vermagß 
Die präraphaelitifche Bewegung, ausgehend von drei Malern, Dame Gabr. Roßeiti, William 
Holmcm Hzmt und John Eziereft Älillais, begann im Jahre 1848. Im folgenden Jahre ftellten fie die 
eriten, genau nach den anfänglichen Principien gemalten Bilder aus? Die Aufnahme war gut. 
Niemand {iiefs {ich an dem Realismus der Erfcheinting. Als aber die Bezeichnung: vPräraphae- 
litena ruchbar wurde, brach der Sturm los, denn an Raphael etwas ausfetzen, hiefs einfach am 
Heiligften rütteln. Noch toller wurde die Anfeindung bei den Ausliellungen der folgenden 
Jahre. Man verlangte allgemein die Entfernung der Bilder aus den Ausliellungsräumen, 
die Namen der Autoren wurden aufjede nur denkbare Weife verächtlich gemacht. Da fprang ihnen 
Ruskin bei. vDen Fortfchritt verhöhnen, das wollt Ihm rief er aller Welt entgegen. wßevor Ihr 
verdammt, macht doch Was Befferes! Ihr verflucht, weil Ihr nicht Verliehtxr Es war eine Ver- 
theidignlng 
Principien, 
das Fundament 
der Pleinair- 
Malerei geworden 
waren doch feine Schützlinge die erfien, die ihre landfchaftlichen Hintergründe 
die Bilder malten. Ruskins fefte Anfchauung HegteÄl852 begann der Umfchlag, 
nach der Natur in 
das Hinzuürömen 
1 xKeinerlei Anlehnung an Vorhandenes; jede Figur nach dem Leben und mit Ileter Benützung desfelben Modelles gemalt; Entwurf fo 
individuell als möglich, Malerei auf weifse Leinwand, alfo keinerlei präparirende Untermalung; Nachahmung der Wirklichkeit bis in's kleinfie 
Detailla
        

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