Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Johann Winkelmanns alte Denkmäler der Kunst
Person:
Winkelmann, Johann Brunn, Friedrich Leopold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1036667
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4247324
     
            
be. Allein deswegen verdient unser Küns1ler doch keines! Vorwurf darüber, weil er, indem er einen 
Helden vorstellen wollte, z-u deisev Leirhe11begäugspiß m.aI) AusWken maeh1e,- ihn doch von seinen Waf- 
fen begleiten lassen mußte, da es-bei) den Alten-gebcäuchlirh" war, den Lei"clznamen der Krieger ihre 
              
       Se11ec. Here. 0ct. v. 1879.     
.-Und ,di-AS Waffen alsdann mit zu begraben over zu Verbrennen D!-sit sowie man- auch bei) den Leici2enzü- 
gen, besonders solcher"PerIdnen, welche wie Hektor eines get-naltsamenTodes geiiorl-en wareneD0),"- einen 
(-ZpieEV0km1zutragen pflegte 3I); Eben dieser Gewohnheit erwähnt Euripides in feinem Trauerspiele, 
.-HeleI1a- wo Diese sagt, ihr Gemahl MenelauS erwarte Eise, schon am -Bord des Schiffes-, bewafnet und mit 
;d,em. Spieße in der Hand, als ob er -dem Lei(hnam die iehre".Ehre erweisen wolle, wiewohl es bloß auf 
seine Bertheidigung abgesehen war:      . 
Diese Stelle ist, so viel ich weiß, von keinem einzigen SchiEifc-steiler, der von den Begräbnißgebräu- 
 angeführt werdens.   ;      -  J :       
Aus dem    dergnnz-geisnbeuIid so getragen ei-ich, dnß.(di"e Spise -nach 
oben zu sieht- kHM"E MAX! VSel1eiekJtf(hXItßkn- ed-eß  bei) den Begreibnissen der 
 und Krieger die Fa-Sees und die Waisen umgekehrt und die Spitze nach dem Boden 
zu g;k"9km 3  nicht auch bot) den üh:iget3 V-5ll-ei-te sinkt gesunden habe, nnd daß vielleicht bei) 
den Griechen ein o.nde-sei Gebrauch in diesem Since l;errsshte, so wie z. B. di.-Fi-ldherren der Thebaner 
die Spi(z-: des-.lSpießes nach vorn hin trugen  U(-E-To viel ist ge-miß-, daß die Schriftsteller eineF solchen 
Gewohnheit bei) den Leichenbegängmssen nicht ever-cclg1ie1I; nnd -VcLe,llkn:-, welcher sie den in Latium sich 
,nied"ergelasienen arkadis1hen Volkerschascen Si) beylegk, so wie Statius, bei) weliheni die sieben gegen 
Theben anHgezogenen Helden den Les-h-1amdeo s.?lrchemorn6 begleiteten und ihre -Spieße auf eben diese 
Art hielten S s), werden sich vielleicht na;h den Ge3;änchen derd)R;3-ix1eerb, idie zi:5ihre; ZeiSt5iidsiatt fakr;Fen, 
erichtet aben. Eben so würde man ans; meiner s einung na se u r gen r- n1isi en i )ter er gren 
ZnüsTen, ?oelche den Griechen diese Gewohnheit bengelegt haben 3H). Unter allen alten Denkmäl)lern 
der Kunst, so weit ich sie kenne, bisi"ndet sieh nur in der Villa.Borgl)ese eine einzige kleine Figur mit 
uingekehrtcn Fascibus, die von einem Basre1ief abgerissen zu seyn scheint nnd einen jungen sehr betrübten 
            
Dns"Krie"gskleEd"oder Oberste' ver bis,-eigkn -up k-Hi      
         
sowohl auf der rechten als linken Schulter zngeknüpft haben; keinen sehr schwankenden Sch7uß zikHk in, 
de1n er behauptet, daß, wenn an den,Stakuen oder den ?Bü1ien das Gewand auf der linken Schatte; zu- 
 AS Mk AIsDMM für gkiec1)ift!)e Arbeit erklären könne 37). Allein ich glaube nicht, 
das man unsern: gegenwärtigen Mai-Inorn)erFe diesen Vorzug absprechen könne, wenn man gleich das 
"cs.3egen1heilvon7c-ein daran Inder, was man an andern Fignren, Statuen und Büfien von sieht griechi- 
scher Arbeit wahr-iiinn1t. 
  Der eigentliche Zeitpunkt, in welchem der Künftler diesen-Gefc1;ici9ke vorgesiellt hin, scheint übri- 
gens der zu seyn, wo Hectors Les(-l3nan1Vom Wagen, anfn-elehem P:-iamn(3 ihn gebracht und nach dem 
is-cigliclgen Pallask geführt hat, herunter genommen wird. Man kann dies aus dem Vorhang schließen, 
den mandem.Kopf der Hekuba erblickt, und der de, wo man ihn anfgefpannt findet, immer ein Zim- 
mer oder eknen andern rund um eingesclgiossenen Ort, wie4ic13 sclzon oben bemerkt habe, anzeigt. 
  Uebrigens kann in-an nahe Verlangen, den Namen der Figur, welche den Spieß hcllt,"oder der 
-A9y9m, welche den Schild und den Heim tragt, zu wissen. Da indessen Beyde  sind; so 
kam; man ße für i"9khC skUM-Mc Personen Halten; welche man im Gefolge der Könige nnd Helden auf-die 
Bühne austreten ließ und die auch  hießen I s).  
   P 2  Acht- 
28) Virgil. Aeneid. Lib. II. V. 9t.   33) Fluten-eh. de daem0n. Socken. F. 1o6o. l.9. 
              
  is- .T1l".      
J v 581 Flut ich 1-: p 31 :  as) SM.Theb. Lib.6'v. U-I.      
ZU) Pult. 0nont.Lih.-Z. 9egm. 65.            
31) Fell. 0l10m,.  s-. sag,-V, 65. su1d.v.            
Pech. leg, Ame, p.  Z7) F-Ihrer. Inkcr1pt. P. 4(70. II, 293.   
32) Virgil A(;!7ET3F I-THIS. v. 224. serv. In Ac11eid, US. Z8) Rein- ad I-UTi3U- IL"4k0m9"0 C- 9"" p'76o"  
11. v. 92. Lips. comment. jnT-seit. Lin. 
        

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