Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handzeichnungen alter Meister aus der Albertina und anderen Sammlungen
Person:
Schönbrunner, Jos. Meder, Joseph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1035000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4171949
ZUCCARO, FEDERIGO (1542-1609). 
Die Höllenstrafe der Geizigen. Entwurf für eine der Fresken 
der Domkuppel in Florenz, wo Zuccaro die sieben Todsiinden 
darstellte. Fünf von diesen Vorzeichnungen befinden sich in der 
Albertina. Man rechnet diese Compositionen zu den schwächeren 
Arbeiten des Künstlers. Den Hinweis auf die Verwendung der 
Zeichnungen gab Prof. Wickhofi in dem Kataloge der italienischen 
Albertina-Zeichnungen. 
Wickholf, Kat. d. ital. Hz. S. V. 85: Eigenhändig. 
           
UMBRISCHE SCHULE. 
MEISTER, UNBEKANNTER. 
Mönch mit Buch. Ein junger Mönch in ganzer Figur, gegen 
den Beschauer gewendet, mit frommem Gesichtsausdruck, halt mit 
beiden Händen ein Buch. Ehemals unter den altniederländischen 
Zeichnungen als Erasmus Didier. Silberstft auf röthlichgrati grun- 
diertem Papier, weiss gehöht. 
Albertina, Inv.-Nr. 7796. 22'3:l0 cm        
MEISTER UNBEKANNTER. 
Reliefs nach der Antike. In dem linken Medaillon ein 
Reiterkampf, in dem rechten die Darstellung einer Huldigung. Der 
von F. Wickhoff unten angeführte Hinweis auf den Constantinbogen 
ist nicht zutreffend. 
Wickhoff, Kat. d. ital. Hz. S. Div. 278: Zwei Tondi des Constantinbogens, 
lombardischer Quattrocentist. 
Albertina, Inv.-Nr. 13248. 20151335 cm       
PINTURICCHIO, BERNARDINO (1454-4513). 
Madonna in der Mandorla, von vier musiciercnden Engeln 
und mehreren Cherubim umgeben. Vorzeichnung zu der oberen 
Hälfte einer Krönung oder Verherrlichung oder Himmelfahrt Mariens 
in jener typischen Auffassung, wie sie bei Pinturicchio häufig 
vorkommt. Die untere Hälfte mit den Aposteln oder anbetenden 
Heiligen fehlt. Federzeichnung in Bister. 
Wickhoff, Zs. f. b. K. 1884, s. 57. 
Budapest, Nationalgallerie            
PINTURICCHIO, BERNARDINO. (Nach demselben). 
Madonna in Glorie. Die Mandorla wird von Engeln ge- 
tragen, rechts und links musicierende Engel. Unten links neben 
den I2 Aposteln der Papst Sixtus IV. Vasari sagt in der Vita des 
Perugino Folgendes: ,Auf derselben Wand, welche die des Altars 
ist, malte er das Altarbild auf die Mauer: Die Himmelfahrt der 
Madonna und unten Papst Sixtus in kniender Stellung. Dieses 
Gemälde aber wurde zur Zeit Pauls III. herabgeworfen, damit dort 
der göttliche Michelangelo das Weltgericht malen könne." Auf 
Grund dieser Notiz bestimmte F. Wickhoff die Zeichnung als eigen- 
händigen Entwurf Pinturicchios für das in Fresko ausgeführte Altar- 
bild der Capella Sixtina, wobei angenommen wird, dass Vasari hier 
Pinturicchio mit Perugino verwechselt habe; denn die Formen sind 
durchwegs jene des Pinturicchio. Ohne an diesem glücklichen 
Hinweis auf jenes vollständig vernichtete Gemälde rühren zu wollen, 
müssen wir dennoch feststellen, dass die feine, fast miniaturartige 
Ausführung unserer Zeichnung, die schlecht gezeichneten Augen 
fast aller Apostel und der Jungfrau der Kunstweise Pinturicchios 
nicht entsprechen, sondern nur die Hand eines Copisten verrathen. 
Bisterzeichnung mit Feder und Pinsel, die Lichter in Weiss auf 
das Feinste aufgesetzt. 
Wickholf, Zsthr. r. b. K. XIX, 1884, p. 58 n. 
 Kat. d. ital. Hz. S. R. 100: Eigenhändiger Entwurf des Pinturicchio. 
Albertina, lmx-Nr. 4861. 27'2:2l'2 cm       
VENEZIANISCHE SCHULE. 
BELLINI, GIOVANNI (Schule). 
St. Paulus und ein Mönch (Camaldulenser) im weissen 
Habit (nicht zwei Heilige, wie es irrthümlicher Weise auf der 
Reproduclion heisst), als Vorstudie zu dem rechten Flügel eines 
Bellini-Triptychons in Düsseldorf. Das Gemälde zeigt auf dem 
Mittelbilde die Madonna auf dem Throne, auf dem linken Flügel 
den hl. Petrus und wieder einen Camaldulenser. Während das 
Blatt- 
Hauptbild von Giov. Bellinis Hand herriihrt und gut signiert ist,  NL 
zeigen die beiden Fliigelbilder das Machwerk eines Schülers.  
Dr. G. Ludwig stellte fest, dass das Triptychon sich ehemals in  
S. Michele di Murano befand. Die Zeichnung hatte ehedem den  
Namen Bramantino, wurde aber von J. Meder durch den Hinweis  
auf das Düsseldorfer Gemälde der Bellini-Schtile zurückgegeben.   
Boschini, Ricche Minere 1674.  Ridolfi, Le meraviglie dellarte.  
Schaarschmidt, Verzeichnis d. Gemälde in Düsseldorf 1901, S. 3.  
Albertina, lnv.-Nr. 2577. 2832154 cm        (553  
CAMPAGNOLA, DOMENICO (14s0_155s1. 1 
Römische Ruinen. welche die Reste eines ausgedehnten  
Gewölbebaues zeigen. Im Hintergrunde gebirgige Landschaft.  
Derartige Federzeichnungen, welche fiir D. Campagnola äusserst  
charakteristisch sind, galten ehemals immer als Tizian. 
Budapest, Nationalgallerie 12, 6           647  
CANALE, ANTONIO (CANALETTO 1697-1768).   
Canzpo S. Giovanni e Paolo zu Venedig mit dem Colle0ni-  
Monumente und der Scuola S. Marco, vom Canal Rio dei Mendicanti   
aus gesehen. Vorzeichnung für die Stichfolge der grossen Publication  
des Antonio Visentini: Prospectus Magni Canalis Venetiarum     
1752, Abtheilung lll, Tafel 1. Platea S. S. Johannis et Pauli, eorum  
Templum et Schola D. Marci. Bisterzeichnung.  
Budapest, Nationalgallerie 12, 2           686 
MONTEMEZZANO, FRANCESCO (T ca. 1600, Schüler  
des P. Veronese). 
S. Maria Aegyptiaca, von Engeln emporgeiragen. Unten  
ein Bischof (St. Augustin?) und S. Margaretha mit dem Drachen. 
Altarentwurf mit Umrahmung und zwar wahrscheinlich, wie Ridolfi  
angibt, für die Kirche San Rocco. Von der Hand des Künstlers 
sind folgende sechs Zeilen Text beigefügt: „La misura di piedi e  
sei e segnata qui sotto, ove si potra mesurar tutta l'opera et o 
voluto il disegno della pittura gli piaque.   posticio nel presente  
Fornamento    solo rapresenta l'0pera inanzi pittura perfetta, ma   
quanto a me averei lodato coriirto per li capiteli con foglie se bene   
altera 1a spesa pur tutto sia fatto quanto le piacia. Adi 26 magio  
1584. Di sua Magnificenza servitore Francesco Montemezano." 
Lavlerte Federzeichnung in Bister mit den Sammlermaiken Mariette  
und Lagoy.  
Maiiette, Catalogue raisonne p. 80. Nr. 525.  Ridolfi, Delle Mara- 
viglie I1, S. 136. 
Darmstadt, Kirpfersiichcabinet l, 136         599  
MEISTER, UNBEKANNTER.  
Madonna mit dem Kinde in sitzender Haltung, den Kopf  
leicht nach rechts geneigt. Der Mantel und das Kleid verbreiten  
sich nach unten in einer überreichen Draperie. Ohne Hintergrund. 
Die Strichführung und Technik früh venezianisch. Unten die  
Bemerkung: Jean Bellin. Kohlenskizze und darüber Federzeichnung  
in Bister.  
 705 
PONTE, JACOPO DA (BASSANO, 15104592).  
Bildnis einer bejahrten Dame, fast in Lebensgrösse. Unten  
die Aufschrift: „La matte di M. Galeazzo Galotti fu lasiata nella  
Re(ditä) di dto Galeazzo et Anibal fratelli et figli di dita Madona."  
Breite Pinselzeichnung auf sehr gebranntem Papier. Sammlung  
Prince de Ligne.  
Wickhoff. Kai. d. ital. Hz. S. V. 137: Eigenhändig.  
Albertin a, lnv.-Nr. 17.656. 35'6:25'2 cm       651 
PREVITALI, ANDREA (T 1558). 
Studie zu einer Moses-Figur für das Gemälde in der Kapelle 
des Dogenpalastes in Venedig. Bisterzeichnung auf grau grundiertem 
Papier, weiss gehöht, welche bisher als Cosimo Tura gieng. Be- 
stimmung von Dr. Ludwig. 
Florenz, Uffizien Nr. 337.             677 
TINTORETTO, JACOPO ROBUSTI (1519-4594).  
Stadien für zwei Propheten in Halbfiguren, welche je eine 
Schrifttafel in den Händen halten. Unten links in alter Schrift: 
Tintoretto. Kreide auf vergilbtem Venezianer Papier. 
Wickhoff, Kat. d. ital. H7. S. V. 132: Eigenhändig. 
Albertina, lnv.-Nr. 17666. 251365 cm.       612
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.