Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pressestimmen (Auszüge) für das Staatliche Bauhaus Weimar
Person:
Staatliches Bauhaus <Weimar>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026945
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3883885
Das ist das Schöne. Das Auge feiert Feste wie noch nie, der verd.   
Intpllekt, das hungrige Nagetierchen Verstand bleibt hübsch im 
Kä ig. 
Warum aber „triadisch" P 
Weil hier ein Trias, eine Dreiheit von Maler, Techniker und Tänzer 
am Werk war. Im vorliegenden Fall bildet Maler und Techniker eine 
Personalunion in der Person Oskar Schlemmers, einer der Meister 
des Bauhauses. Er hat ein paar Säle des Bauhauses mit monumentalen 
Fresken geschmückt, und seine monumentale klare Linie taucht auch 
hier in den merkwürdigen, starren Kostümen wieder auf, die er für 
die Tänzerin Elsa Hötzel und die beiden Tänzer Albert Burger und 
Fred Höger (vom württembergischen Landestheater Stuttgart) 
schuf. Sogar als Tänzer trat Schlemmer auf, denn Höger, der zweite 
Tänzer, war am Auftreten verhindert. 
In drei Abschnitten wurde getanzt, nach der jeweiligen Farbe des 
abschließenden Prospekts, in gelbe, schwarze und rosa Reihe ein- 
geteilt und jede Reihe bot, ob im Einzeltanz, Zwei- oder Dreitanz, 
immer neues augenhaftes Entzücken. Schlemmer hat Kostüme von 
so wilder farbenprächtiger Phantastik geschaffen, daß jede Frage 
nach dem Was, jede Frage nach der "Bedeutung" durch das Auge 
einfach niedergeschlagen wurde. Die Tänzer tanzten in dem licht- 
gebadeten, schönen Raum mit so unsäglicher, körperlicher Eleganz, 
mit einer so straffen Zucht und Kultur der Muskeln, daß jede Möglich- 
keit der Sinngebung irgendeines Tanzes ausgeschaltet war. 
Burger z. B. tanzt, einen Hampelmann so sehr aus der Mechanik des 
Hampelmanns heraus, daß man die Schnur zu spüren meinte, die 
diese Mechanik in Bewegung setzt. Die Hötzel wirbelte, von einem 
Hüftwulst blinkender Stahlspiralen umblitzt, zwischen zwei als 
schwere Kugelkompositionen daherschreitenden Tänzern, wie ein 
wesenloser Lichtstrahl zwischen mächtigen und nächtigen Mauern. 
Und so ging es weiter. Zwei Stunden lang. Das Theater jubelte, 
lachte und war heiter, wie man vor etwas Vollkommenem und Ele- 
gantem immer heiter ist. 
DEUTSCHE ÄIIGEMEINE 
m: anuunuswocn: 
ZEITUNG 
Berlin 
Von Prof. 0. Francke, Weimar 
19. VIII. 1923 
O Auf der anderen Seite muß man zugeben, 
daß viele der aus den einzelnen Werkstätten 
des Bauhauses hervorgegangenen Erzeugnisse 
vollgültige Produkte ernsten Strebens sind. 
Die Ausstellung, der freilich mehrfach bei der 
24 Aufstellung eine klare Übersichtlichkeit fehlt, 
gibt einen_ dankenswerten Überblick über die
        

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