Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die illuminierten Handschriften in Kärnten
Person:
Eisler, Robert Wickhoff, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021082
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4141710
mdschriftensammlung im Archiv des Gcschichtsvcrc 
ines für Kärnten. Museum Rudolflnlnn in Klagenfurt. 
Handschriftensammlung im Archiv des Geschichtsvereines für Kärnten. Museum 
Rudolfinum in Klagenfurt. 
a) [Adelberti] vita S. Heinrici imperatoris fundatoris cathedralis ecclesiae Bambergensis, eiusdemque 
collegii cathedralis et 
b) Vita B. Hemmae fundatricis ecclesiae Gurcensis eiusdemque canonicae ac coenobii septuaginta 
monialium1); lateinisch, 40. a) Xll., b) XIV. jahrh. 
m., 212x302,  Minuskelschrift, rote Initialen am Anfang der Kapitel, Einband  XVI, Holzdeckel, mit braunem Leder überzogen. 
Plattenpressungen (vorn und rückwärts je acht ligurale Szenen aus der Passion Christi), zwei Metallschließen, Papierschild mit obigem 'l'itel, auf 
dem Rücken Pergamentschildchen mit Aufschrift s. XVI. aMiracula Heinrici Regisc. Papiervorsatzbliittcr. 
W. Schmidt hat zuerst in seinen wliorschungen zur deutschen Geschichtec, BILIX, S. 3615i, nachgewiesen, daß die vorliegende Hs. der 
von der Iland des Schreibers selbst nachträglich intcrpolierte Autograph jenes A delbertus diaconus ist, der sich auf dem XVidmungsblatt der 
Bamberger Rcinschrift (Bamberger Stadtbibliothek Kod. E, III, 25, f. 2, reproduziert bei Chroust, Mon. PaL, Lief. 21, T. VIII, und bei Leitschuh, 
Aus den Schätzen der Bibliothek von Bamberg, Bamberg 1888, T. XI) als Verfasser der Vita Heinrici II bekennt. Den Text dieser Ausfertigung 
hat zweifellos eine andere Hand geschrieben; dagegen hat Schmidt (a. a. O. S. 374i) behauptet, daß das erwähnte Widmungsblatt des Barnbergensis 
ebenso wie das der Gurker Hs. (T. I) von diesem Adelbert eigenhändig ausgeführt worden ist. Doch sind die stilistischen Abweichungen der 
beiden Miniaturen zu groß, um diese Annahme zuzulassen, und man wird daher annehmen müssen, daß auch das Widmungsblatt des Bamberger 
lixemplares ebenso wie der Text nicht vom Verfasser der sVita Heinricia, sondern von einer anderen Hand herriihrt. Dagegen steht das in dem- 
selben Bambcrger Kodex erhaltene Titelblatt der im übrigen durch eine neuere Abschrift ersetzten ursprünglichen wVita Kunegundisc (Chroust, 
Mon. PaL, Lief. 22, T. IV) der Gurkcr Miniatur in jeder Hinsicht sehr nahe. Nach Chroust (a. a. U.) ist die vorliegende Hs. vom Diakon 
Adelbcrt im Kloster am Michaelsberg (s. unten Anm. 2) wenig vor 1170 (nach Schmidt vor 1147) hergestellt worden. Hinter dem Text der Gurker 
zYita Heinricic sind gegenwärtig in einer Schrift vom Ende des XII. Jahrh. zwei Briefe eingetragen (Jaksch, Mon. duc. Can, vol. I. Gurker 
Geschichtsquellen, No. 160 und 161), aus denen schon Schmidt mit Recht geschlossen hat, daß die Hs. durch Schenkung Bischof Eberhards von 
Bamberg an Roman I. von Gurk gelangt ist. Spätestens also seit dem Ende des XII. Jahrh. im Besitz des Domkapitels von Gurk, war die Hs. in 
den letzten Jahren eine Zeitlang verschollen oder doch unauflinilluar. Seit kurzem befindet sie sich an ihrem gegenwärtigen Aufbewahrungsort. 
f] (T.  Vollbild, mit einem doppelten, von je vom Gürtel hängen zwei befranste Binden herab. Sein Blick 
zwei Linien gebildeten Rahmen umzogen, Federzeichnung, mit ist aufwärts auf Christus gerichtet, in der Linken hält er das 
Gelb, Grün und Rot ausgetuscht. Die untere Hälfte des Grun- Modell des Doms von Bamberg, in der Rechten ein Spruch- 
des ist grün (Erde), die obere Hälfte (Himmel) gelb. band: vScio deus meus q(uo)d p(ro)bes corda (et) simplicitatem 
Die obere Hälfte der Komposition zeigt Christus thro- diligas. Unde et ego in simplicitate cordis mei let(us) obtuli 
nend, barfuß, mit lateinischem Segengestus, in der Linken hält universaß Rechts von ihm steht die Kaiserin Kunigunde. Krone, 
er einen großen Kodex mit Schließen und Beschlägen. Das Antlitz weißer Nimbus, Zepter, Gewand mit breiten rotgemusterten 
umgibt ein gekreuzter Nimbus (grün, das Kreuz ist Weiß, mit Rot Säumen und langen Hängeärmeln, Schuhe, in der Rechten ein 
gerändert). Links sieht man den Erzengel Michael2), gelllügelt, lang Spruchband mit den Worten: wEgo dilecto m80 (St) ad m6 
gewandet, mit grünem Nimbus, Sandalen, das Zepter in der (con)versio eius. Sub umbra illi(us) qua(m) desideraba(m) sedi 
Rechten; rechts den heiligen Petrus, in der Hand die zwei Schlüs- (et) fructus ei(us) dulcis gutturi meoßß) Links Steht BiSChOf 
sel, mit grünem Nimbus, ebenfalls barfuß. Alle Gewänder sind Otto im Ornat, mit grünem Nimbus, Infel, Pastorale, Pal- 
rot gerändert. Die untere Hälfte des Blattes füllen folgende Ge- lium und Schuhen, in der Linken hält er ein Spruchband mit 
stalten: In der Mitte Kaiser Heinrich, in Schrittstellung nach den Worten: wMemento mei d(eu)s i(n) bono (et) nedcleas mis(si)o- 
rechts gewendet, stark gebeugte Knie, kurzes Gewand mit Ärmeln, nes meas quas feci i(n) domo d(e)i mei (et) i(n) cerimoniis eiusß: 
am unteren Rand und unter den Achseln, sowie über die Brust Umschrift im Rahmen des ganzen Bildes: wSuscipe 
verläuft ein breiter, rotgemusterter Saum; Krone, weißer Nimbus, regnator celi terreque creator f Quod rex Heinricus nulli pietate 
711 Derzeit ohne Signatur. (bligcntuln des Domknpitcls von Gurk; 
9) Als Xamcnspatron des Klosters am Michaelsberg. 
31 Cf. (lantiv. Cant. 7, I0 und 2, 3. 
deponiert beim Geschichtsveroin.)
        

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