Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das deutsche Zimmer der Renaissance
Person:
Hirth, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021028
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4006684
DIE 
FARBE. 
welche manchen Holzarten (ungarifcher Elche etc). fowie fehr oft dem menfchlichen Haupt- 
haar einen geradezu beflrickenclen Reiz verleihen. Der alte Satz: nBraun ifl verdunkeltes Gelbe 
follte für immer aus der Farbenlehre verfchwinden. 
Aehnlich wie die Farbenkugel ill auch der Iiarlwnleegrl gedacht. Wer ilCl] für diele Figuren 
interessirt, Wolle darüber bei Hrlnrboltg (Seite 285), Brücke (Seite 50 ff.) und Bvqold (Seite 1231i.) 
nachlefen. Auch bezüglich der verfchiedenen Methoden und Inftrumente, um die Ergänzungen zu 
gegebenen Farben aufzufinden, Verweife ich auf jene Werke. Der einfachfte Verfuch ift der Lam- 
brrffche: Man fleht durch eine durchfichtige Platte von Spiegelglas nach einer, lauf fchwarzem 
Grunde liegenden kleinen Scheibe, welche die gegebene Farbe hat; eine andere kleine Scheibe 
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71] Enmillirte Schale, 
galvanolwlnßifclue keproductiux1 von Elkingtun 
in London. 
mufs man an derfelben Stelle als Spiegelbild wahrnehmen. 
Man ändert nun die Farbe der letzteren fo lange, bis beide 
Scheibenbilder zufammenfallend neutrales Grau geben, dann 
hat man ungefähr die Komplementarfarben. Bei diefem V er- 
fuch (befchrieben bei Hclzzzlaoltg S. 305, Brücke S. 39, BBZOU 
S. 95) findet übrigens eine Wirkliche Addition beider Farben 
Hart, weil wir die Lichter derfelben auf einer Fläche vereinigen 
 allerdings, wegen der Schwäche des Spiegelbildes, nicht 
in fo vollkommener Weife, wie bei dem in der Anmerkung 
S. 39 bCfClIFlClJCIICII Verfahren. 
Nun zu den Farbenpaaren! Es liegt auf der Hand, erflens, 
dafs eine Ueberficht derfelben niemals vollftändig fein kann, 
weil ja die Zahl der Farben und, da eine jede derfelben ihr 
beflimmtes Komplement hat, auch die Zahl der Erganzungs- 
farben tinendlich grofs ilt; zweitens, dafs die Namen immer 
nur unfichere Vorllellrlngen von den Farben felbfl geben 
können. Um ganz ficher zu gehen, müfste man für eine 
gewifse Raumeinheit genau die Quantitaffowohl der reflek- 
tirten als der verfchluckten Strahlen der verfchiedenen Wellen- 
längen  angeben können. Beitändigkeit derqualitativen und 
quantitativen Gefammtbeletichtung iPt für jedes Paar beding- 
ungslofe Vorausfetzung. YVenn wir z. B. in einem Atelier 
mit reinem Nordlicht, Mittags, bei hellem, aber bewölktem 
m) Nach der neuesten von Lzßing aufgcltellten Farbenfkalxt des Sonnenlpektrunis bilden die Schwingungszahlen der 
Hauptfarben und deren Grenzen eine arithnietifche Reihe, und mithin die Wlellenliingen, welche Reziproke der Schwingungs- 
zahlen find, eine fegen. harmonifclie Reihe. Mit Hinzunahme der von Briirlrß am rothen bez. violetten Ende nachgewiefeitien 
Farben Braun und Larucnrlßlgrazz (nicht zu verwechfeln mit den braunen und grauen Farben, welche aus Mifchungen von 
Strahlen verfchiedener W ellenlangen refultiren) ergibt {ich nach Lijling folgende Tabelle: 
BRAUN 
ROTH 
ORANGE 
GELB 
GRÜN 
CYANBLAU 
INDIGO 
VIOLETT 
LA VENDEL 
 
in hiilliontel Millimeter 
Grenze Mittel 
8 1 9,2 7 6 8 ,6 
vzsß 68sß 
6 47,2 6 I 479 
sßsß SS9w 
5 34,7 S I 2 ,4 
49 I 19 4 7310 
4 5 5,5 4 3 9 ,2 
   
3950 s84ß 
,3 7 2 ,s 
Schwingungszuhl 
in Billionen per Sekunde 
Grenze Llittel 
3639 388; 
412g 436g 
461W 48;ß 
509a S33ß 
ssßw sßzß 
606ß 630ß  
65 5,: 679,3 
7O3ß 727ß 
7S2ß 776M 
800ß 
Die konflmte DiPfercnz in 
den Schwingungszalulel] beträgt 
daher 2Jfj4 Billionen per Sc- 
kunda- 
(Vgl. PoggendorPs Annalen 
Bd. 131 S. 564 und Pfazuuilcriv 
8. Auflage von Müller-Pouil- 
let's Lehrbuch der Phyfik, 
2, Bd. I. S. 338.)
        

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