Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit
Person:
Raumer, Friedrich von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021006
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3836360
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Belagerung 
Von 
Viterbo. 
1243. an. Da entstand plöHlich unter den Füßen der .Belagerer 
ein furchtbares Feuermeer; es war unmöglich dasselbe zu 
löschen, unmöglich darin auszudauern, unmöglich die Thurme 
und das Belagerungszeug ohne Verletzung hindurehzuführen. 
Nur der Kaiser ordnete noch das Nöthige mit Besonnenheit 
und Nachdruck: als sich aber ein gewaltiger Nordwind Von 
der Stadt her erhob und die, durch das Usebermaaß des 
Feuers ebenfalls bedrängten, Viterbienfer nehme; als durch 
die Verwechselung Friedrichs mit, einem Ritter das Geschrei 
entstand: jener sey erschossen1,  da war der Sieg der 
Biterbienser vollständig entschieden; und wenn das bei Sutri 
stehende römische Heer es ernstlich gewollt, oder recht ver: 
standen hätte, müßte des Kaisers Unglück noch viel größer 
geworden seyn. Einen ganzen Tag blieb dieser im Zelte, 
seinem Schmerze nachhangend und überlegend, was jeht zu 
thun sey.  Am folgenden Tage erschien der Kardinal 
Otto, im Namen des Papstes verlangend, daß Friedrich 
alle Feindseligkeiten einstelle2; und gern gab dieser, unter 
dem Scheine großer Achtung der Kirche, in Dingen nach, 
welche er ohnehin nicht durchsehen konnte. Doch ward in 
dem abgeschloisenen Vertrage, der Besatzung in der Burg 
von Viterbo und allen Anhängern des Kaisers freier Abzug 
und Sicherheit ihrer Güter versprochen. Als diese dem ge: 
mäß unbesorgt hervorgingen, wurden sie aber von den 
wüthenden Römern und Biterbiensern angegriffen, zum Theil 
niedergehauen, zum Theil ausgeplündert und ins Gefängniß 
geworfen. Vergeblich suchte der Kardinal Otto dies schänd2 
liche Verfahren zu hindern, set gerieth dabei selbst in Lebens: 
gefahr: wogegen sich nirgends findet, daß der Kardinal 
Rainer, dem größerer Einfluß zu Gebote stand, hemmend 
dazwischengetreten sey I. Vielmehr beschuldigt man ihn, er 
habe viele gefangene Edele in ungebührlicher Haft behalten 
Math. 
Paris 4l 2. 
I Petk. 
Vit1. 
Ricl1. 
Getan. 
l052. 
Bussi 
l31. 
302. 
de Tuccia 
Niccola
        

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