Bauhaus-Universität Weimar

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O BElBLÄTT DER MElsTEIL DERFAlLBE O 
eues aus Paris. Von K. DE. Schmtdt 
Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch den dazu nötigen Verstand. 
. Die Wahrheit dieses Wortes hat sich nie glänzender erwiesen als im 
 Falle des Polizeikommissars Pusalet, den man vor anderthalb Jahren 
zum Generaldirektor der französischen Museen gemacht hat. In Deutsch- 
land hat man sich neulich aufgeregt, als vor einigen Monaten ein Maler in München 
zur Leitung des Museums berufen wurde, was hätte man da erst gesagt, wenn 
man das französische Beispiel befolgt und einen Wachtmeisier der Gendarmerie 
zum Direktor der Pinakothek gemacht hätte? Die Geschichte zeigt, was für brave 
und ruhige Untertanen die Franzosen sind, die gegen den Polizeikommissar nichts 
einzuwenden fanden  und sie zeigt auch, daß es wenigstens in Paris gar nicht 
darauf ankommt, wer Generaldirektor eines Museums ist. Denn Herr Pujalet hat 
seine Sache wirklich nicht schlechter gemacht, als sein Vorgänger Homolle, der ein 
tüchtiger Fachmann war und sich im ausgegrabenen Delphi ein bleibendes Denk- 
mal errichtet hat. Pusalet als obersier Leiter des Louvre, also der reichsten und 
glänzendsien Kunsisammlung der Welt, hat sich ebensogut bewährt wie die Leute 
vor ihm, und kein Mensch hatte Anlaß zu klagen. Gott hat ihm den Verstand 
gegeben, als der damalige Minisier CailIaur dem Freunde das Amt gab  oder 
aber, so könnten boshafte Beobachter Meinen- es gehört gar kein Verstand zur 
Leitung einer Kunsisammlung! 
Jetzt ist der obersie Polizeigewaltige von Frankreich, der Präfekt von Paris, in 
den Ruhesiand getreten, und so zeigte sich eine Möglichkeit, Herrn Puialet ein 
A:-ancemenc in seiner eigentlichen Karriere zu geben. Ebenso ruhig und selbst- 
veksIemd1i.i), wie er von de: Polizei ZU- Kurs? übergegangen wer- Dis er jetzt zur 
Polizei zurückgekehrt. Ansiatt aber den neuen Generaldirektor wiederum aus der 
p01izei zu nehmen, oder ihn in der Mariae oder der Jndusirie zu suchen, 
die doch eigentlich- auch SkUM0I M! die Reihe kommen müßten, wandte sich die 
KegiekUng an alte Fachleute, die in Frage kommen konnten. Alle Direktoren der 
einzelnen Abteilungen der Louvre-Sammlungen wurden befragt, ob sie die Gesamt- 
leitung übernehmen wollten- Und keiner Kiste sich Se"ei9k" Man bot das Amt 
dem Dzrekwr des LUxe,nh0nkg und des gallo-römischen Museums von St. Germain 
an  ak1ez vergebens. Schließlich ernannte man- Herrn Henry Marcel, der in 
seiner Jugend Politiker gewesen M- zahcUJiche VekbMdU"sM M P.0Uk-ÜsChM KkekfM 
hat, sozusagen ewige, Ka,,dzdak ist nnd nichts ausschlägt, was wie ein Avancement 
aussieht. Ebenso unvermutet, wie dieser Herr vor acht Jahren zFm AdMWl3Mk0V 
de- Nakk.,,asbzb1zokhek gemach; wnkde  denn vorher hatte er nie etwas mit dem 
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