Bauhaus-Universität Weimar

Aus Christian Morgenskerns Briefen 69 
M hin.  hübsch, doch nicht besser wie nahe bei Hamburg, aber anders. Daher findet sich 
ukhen, um eine vo ommen ne an a zu n n, er auch der 
Maler immer Verlangens Man muß den Geist ein bißchen anstrengen, so findet man 
auch in dieser Gegend ganz herrliche Motive zu Bildern. Zum Radieren kann ich noch gar 
nicht kommen, und es geht auch nicht recht im steten. sriiz (Nerly) habe ich recht lieb 
gewonnen, er ist ein sehr netter Mensch, oft haben wir ungeheuer viel Spaß zusammen- wir 
besuchen uns gegenseitig jede Woche einige Male. Sonntags sind wir auf R0thenhaUsenis) 
gewesen, welches mir auch immer sehr lieb ist, denn ich habe manche gute Lehre für die 
Malerei erhalten, so bringen wir nun unsere Zeit hin."  
Empfindet Rumohr, daß die Berliner Umgegend dem Landschaftsmaler nichts zu bieten 
habe, so sucht auch Morgenstern nach der ,,vollPommen schönen Landschaft" und findet ,,herr- 
liche Bildermotive" in der Natur nur dann, wenn er seines! Geist -Mi:k1"MSts .  
Am 20. Mai Z827 um As, Uhr morgens ist Morgenstern nach eiiEer etwas sturmischen 
Seereise in KOPenhagen gelandet. Seine Absicht, ohne AUfes1tk)j7It ";Ch bhk'1i"k1-7UIE; Z; gehen- 
wird vereitelt, da das norwegische S-This?  r? eMhtHt ar,l,,er a," 
Huther am J. Juni J837 aus Kopenhagen: ,,Diese WIdeI"W NO M 0fm,MICh freilich ein 
Stimmchen Geld, doch kann ich den Vortei;dai-aus  e;-st 
u be e en, wel  dur die Briefe des Um W ma M se M es 
?1ntersiPen ProfeFc::enchder hc:si"gen Ak-TdkMkk Zeic7"et Ach besonders Eckewbe7S aus- ein WITH- 
tiger Hist(-rienmaler, von den anderen ist 71kCht Mel -T'0bMsW-Wes ZU sagen. S0nsk g-MS 
gUx,, fkeundIiche Leute, Unter den jungen Künstlern zeichnet sich besonders ein Maler Bens 
agg, für dessen Arbeiten bestimmt ein jeder die großte Achtung haben muß, denn sie sind 
ganz außerordentlich gut; mir ist lange so etwas nicht vorgekommen.  Mein erster Weg 
von meinem Wirtshaus war nach der Molkeschen Geinäldesammlung, wo ich zwei schöne 
Ruisdaels sah und viele andere schöne Bilder. 
Den Z. Juni. Gestern wurde ich durch den Galerie-Inspektor auf die Königliche 
Galerie geführt und sah, was ich noch nie gesehen habe, nämlich drei der schönsten Bilder 
vom alten Meister Even-dingen und ebensoviel von Ruisdael, und außer diesen noch un- 
gefähr 400 auserlesen schöne Bilder aus allen Schulen, welche alle schön geordnet und vor- 
trefflich beleuchtet sind. Bald hätte ich noch die herrlichen Landschaften von Both und 
Hacke:-t vergessen, die allein schon der Mühe wert sind, eine Reise nach Kopenhagen zu 
machen. Da ich mich nur drei Stunden zwischen diesen herrlichen Schätzen aufhalten konnte, 
so mußte ich mich besonders bei den Landschaften aufhalten und das andere nur flüä)tig 
übersehen. Ich hatte aber auch genug zu tun, mich in dieser Zeit daran satt zu sehen, 
denn hier sah ith ers? recht, was eine Landschaft aufs Gemüt wirken kann. Sehen muß 
man es, beschreiben kann ich es nicht.      
Von Kopenhagen sey: Morgenstern seine Reise nach Chr-istiania fort und schreibt aus 
Fossiim an den Vater seines Freundes Huther (am 30.JZO. Juni J837): ,,Den 8. reiste ich 
von Chr-istiania nach soffs-im ab. Die erste Station ging ich  meinem schweren Ranzel, 
auf der nächsten nahm ich aber eine norwegische PostFai-re, weil ich sonst meiner Gesundheit 
hatte skhaden können mit dem immerwährenden Bei-gaufundabsteigen. Den andern Morgen 
passierte ich die schönste Gegend, welche ich bis jetzt gesehen habe; ich kam nämlich mit 
einem Male in eine große Felsschlucht, aus welcher man d: äachendste Landschaft vor sich 
sieht. Zu beiden Seiten waren fast unabsehbar hohe se sw Hi e,chworaus hin und wieder 
große Fels!-löcke hervor-ragten, auf denen große Tannen un Si ten stehlen. Neben dem 
Mk vielen heruntergesi17irzten Steinen bedecl?ten Wege stürzten sich zu beiden Seiten zwei 
 Auch Rothenhaufen gehört Rumohr, er hat häuiTg dort gelebt Ob M 
guten Lehren für die Male-re- bei 2Jumohr oder dem um zwei Jahre jüngeren Ner:rgT,naer" W) fMIc 
Nehrlich hieß, holt, geht naht deutlich aus dem Briefe hervor. y" er damals USE) 
Meister der Farbe. VI. Jahrg- Heft S-
        

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