Bauhaus-Universität Weimar

William Morri-z. 
-Mündigkeit in unbeschränktem Befig einer fährlichen.2Jente von etwa 20000 Mark befand, 
galt damals für einen ZUk e7IgIischen Hochkirche gehorigen Aristokraten. Mehr als einmal 
schwankte er hinsichtlich des Ubertrittes zur katholischen Kirche, und noch im Jahre Z855 
war er unschlüssig, ob es nicht das beste sei, sein gesamtes Vermogen dazu zu verwenden, 
ein Kloster zu gründen, ähnlich wie Co:-nelius und Overbeck in Rom ein künstlerisches In- 
stitut auf religiöser Grundlage hatten errichten wollen. Durch Ruskin und Rossetti Ei-mutigt, 
entsagten Mo:-ris und Burne-I-ones endgültig der Theologie und siedelten gegen nde des 
Jahres Z850 nach London über, um nunmehr die künstlerische Laufbahn zu bettete1!s Sie 
bezogen daselbst gemeinschaftlich eine in Red Lion Square Nr. J7 belegene und frühe? V0U 
R(-ssetti als Atelier benutzte Wohnung. Hier gestaltete sich das Leben beider etwas A 1s 
Boheme, und es bildete sich namentlich über Morris" Verhältnis zu der ,,Red Lion Mary", 
einem ebenso schönen, wie interessanten Modell ein ganz hül:;che1" :ege71devk1"eis, de? s0Sae 
nach dem Vor-bilde des Dekameron ein Buch von hundert eieei seen gezeitigt haben s0U- 
Aus dieser Vie de Boheme heraus ging für Morris auf die 7WüI"Iiehfke Weise der Ent- 
schluß hervor, seine Kräfte der KunAindUsttie ZU weihen- IV de? JVohnung war nämIid) 
so gut wie kein  Strick Möbel, und was überhaupt im EMME)tUvgsgegenstäiidM 
vorhanden, widerstrebte dem künstIerischen Sinne und Sttlgefühl von Morris derart, 
däß et sich kurz entschlossen hinset3te, Mc-dFlle 3eieH"eee- ZU den besten H-"MdWetkern in der 
Nachbarschaft eilte und mit diesen unter UberwachM1s des betreffenden Aufträge handels- 
eins wurde. Es kamen nun zu Anfang TiskI7e UND SkUhJe Zustande- die für Karl den 
Großen in bezug auf Maß und sestigkeit gedient haben konnten- Und die seinerzeit auch 
VekwekxUng für die Vo1-lagen zur JllUftkict'lMg der bckühMtM G0beIinserie vol! ,,König 
Arthurs Tafel:-unde" fanden. Schon zl857 fertigte  ein illuminiertes Manuskript an, 
das uns den Beweis liefert, wie tief er in den Geh? des Mittelalters eingedrungen war; 
er lebte ei entlich nur zufällig im xg. Jahrhundert. Hier sei bemerkt, daß Morris das 
menschliche ?13esicht, Tiere und namentlich Vögel schlecht zeichnete, so daß in Bordüren und 
Buchdekorationen die Vögel in der Regel sein Freund Webb, hingegen die siguren Burnr- 
Jones entwarf. 
Zu den sich einstellenden Besuchen! in Red Lion Square gehört eine für die Lebens- 
beschreibung von Most:-is und auch für die gesamte Zeitgeschichte wichtige Person: der 
nunmehr am Z0. April dieses Jahres verstorbene Dichter Swinburne. An Stelle des alten, 
in der Auflösung begriffenen präraffaelitischen Bandes von Holman Hunt, Roß"etti und 
MilIais erhebt sich nun ein anderes Dreigestirn am englischen Kunsthimmel in Literatur 
und Kunstgewerbe: Mo:-ris, But-ne-Jones und Swinburne. Heute wird von einem großen 
TM des eI1glischen Publikums Swinburne über Tennyson gestellt. Zu Ehren des Poeten erschien 
im Jahre Z894 Eis 2-H. Band der ,,Kelmscott-P:-eß": ,,Atalanta in Oe-lydon a T1-agec1y made 
by .Älgemo" chY"19S swiUDU1'I1s"- In dieser ganzen Epoche handelt es sich indessen 
WeMSeT" Um die GIMi5Ieistung eines Einzelnen, als vielmehr um die von dem Bunde aus- 
gehende, b;fru;htendedKraft- und Leben-zwe1le, die einen neuen Kunsi"frühling, eine Art Re- 
nai ance f i' US M! ZeikiMes 
ff In den Jahren Z857 und Z858 beschäftigte sich Mo:-ris vornehmlich mit Literatur 
und Poesie. So führten namentlich die Studien über König 2lrthur zur Abfassung der Dich- 
tung ,,Tl-te Dass-nce of Guenevere and other Poems", in welcher der Poet die Aufgabe 
unternimmt, König Arthurs Gemahlin Ginevra von dem Verdacht der Schuld des mit 
          
 oetischen Figuren, on ern au in a en etai s i rer mge ung. J m war die 
ZEIT gesogen, die handelnden Personen und ihre Abenteuer so vor-zuführen, als ob er sie 
wkz-kkjkh gesehen habe, und entgegengesetzt zu Tennyson legt er keine moderne Sentimentalität 
in f;-ühmittelalterliche Erzählungen hinein. Auch vor Browning besitzt er den Vorzug, nicht 
Mc dieser halb historisch, halb kritisch sein zu wollen:  hielt sich um diese Zeit viel 
in Oxford auf, da er von dort durch einen Magneten in Gestalt von Miß Bürden angezogen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.