Bauhaus-Universität Weimar

WF,0ttfrid Kaaikenius 
M Vckskervik in Schweden, lebt in Storängen 
bei Stockholm) 
Der Sturmwind 
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uUtek den heute lebenden fchwedischen Landschaftsmalern ist Gottfrid Kallstenius eine jener soliden und 
gediegeneii und dabei völlig selbständigen Künstlernaturen, die beharrlich ihren eigenen Weg gehen, ohne jemals 
mitdden NgokdelrichElungen des Tages zu liebäugeln. Er hat niemals zu den Modernitätshaschern und noch weniger 
zu en ra ia en mstürzlern oder auch nur zu den umstrittenen Tagesgrößen gehört. Vielmehr zählt er zu einer 
Gruppe unserer heimatlichen Landschafter, die sich durch ruhiges und geduldiges Wirklichkeitsstudium auszeichnet, 
und zwar kann er etwa mit Edvard Rosenberg, Wilhelm Behm, Alfred Bergström und Anshelm Schult3berg in 
eine Linie gestellt werden,  lauter Namen von gutem Klang, die auch vor den Kunstkennern des 8estlandes 
die moderne schwedische Landschaftsmalerei gut repräsentieren. Und von allen diesen Künstlern ist er derjenige, 
der innerhalb wie außerhalb Schwedens die größten äußeren Erfolge errungen hat; er besitzt die meisten Medaillen und 
ist in den meisten Galerien vertreten. Von der Stockholmer Kunstakademie, als deren Schüler er bereits eine Medaille 
zweiter Klasse erhalten hatte, wurde er Z887 für sein Gemälde ,,Kirchhof im Hochsommer" noch durch Verleihung der 
Königlichen Medaille ausgezeichnet. Auf der Münchener Kunstausstellung von J890 wurde ihm eine Medaille zweiter 
Klasse verliehen. In den Jahren Z89J-94 hielt er sich als Akademiestipendiat in Paris auf, bildete sich dort unter der 
Leitung R. Collins weiter aus und besuchte auf einer italienischen Studienreise Rom, Pompeji und Siena. Seit 
J894- wieder nach Stockholm zurückgekehrt, lebt er jetzt in einem der Villenorte in der Ge end  , 
wo noch mehrere uns erer Künstler und Schriftsteller fiel) angesi"edelt haben. In der Zeit von xg90 tät?  
:areaigge    iFüde:GalKien der s kandinavischen Länder unterge- 
dann sein ,,Verwilderter Baumgarten" J895 für "das Stockholmer Natioi-i:l cspMhage'ner Kunftmufeum angekaufr- 
hain" J896 für das Göteborger Museum, sein ,Waldsee" J8g8 für di: uSjt1ocksl;t0tie "So;1 t.nemakht im Birken- 
,,Mondscheinnacht" (Motiv aus Gotland) J900 für ,das Stockholmer Nationalmuseu Mist' dMhBtagshaus, seine 
Gemälde ,,Die äußersten Bäume" für das Göteborger Museum- endl"  M Un M emselbm Jahre sein 
   - Ich J902 sein ganz großartiges Landschafte- 
bild ,,Smäland" sur das Museum in Malmö und sein ,,Gotländisches Moor" für die sinnische Nationalgalerie u 
Helsi"ngfors. Das neue Jahrhundert brachte ihm dann eine ganze Reihe bedeutsamer Erfolge außerhalb seit; 
s10tTjiscl)eik Heimat- -So wurde auf der BUdepestet Kunstausstel1img ;9o3, an der auch der schwedische Künstler- 
verein teilnahm, sein Gemälde ,,Altes Grabmal im söhrenwald" für das dortige Nationalmuseum angekauft. 
Auf der Weltausstellung in St. Louis J904 erwarb die Galerie von Jndianapolis seinen 8öhrenhügel" und auf 
der Münchener Ausste11ung x9o5 die dortige pinako:hek ein ebenso  Gemälde. So-wohl in St. Ironie wie 
in München erhielt Kallstenius Medaillen erster Klasse.  Das hier reproduzierte Gemälde ,,Der Sturmivind" war 
TM Ii2k)I'e J906 M de? fchWedischen Abteilung des Pariser ,,Salon d"Automne" und ein Jahr später in Berlin aus- 
sefkeUks III feiner Heimat beteiligt sich Kallstenius eifrig an den Kunstausstellungen, die alljährlich in Stockholm 
wie in den Provinzstädten vom schwedischen Künstlerverein veranstaltet werden; er selbst ist Sekretär dieser Künstler- 
VMkUkgUt1gs Im Jahre J907 hat er außer Staffeleibildern auch ein großes Wandgemälde ausgeführt, und zwar 
km so;-er des neuen Stockholmer Schauspielhauses; es stellt einen 8öhrenwald bei Abendstimmung dar mit flammend 
te-tem Gewölk zwischen den dunklen Baumwipfeln. Eine ganz andere Seite seiner Begabung hat er dagegen in 
einigen mit kraftvoller Stilisi"erungskunst ausgeführten Zeichnungen nach italienischen Motiven geoffenbart und ebenso 
M feinen Kartons zum Mosaikschmucl? (allegorische sigurenbilder mit ornamentalen Um:-ahmungen) an der sasTade 
des Stockholmer Künstler-hauses.  Als realistischer Landschaftsmaler zeichnet sich Kallstenius vor allem aus durch 
 t;ndebkraft1:lle Art, die Natur in allen ihren Eit1.zele,l-ementen mit minutiöser Treue und 
erkennen, daß er hier v:-use n. in einziger Blick auf unsere ,,Sturmwind .-Landschaft läßt uns Jedoch deutlich 
              
Moment voll gewaltsamer Gegensätze im Bilde festzuhalteng esUkhk E- TO d " i di M b d,gm U 
lage:-t über der hier da:-gestellten Skk,m.ms Ä  S : .ine regnen e un wn ge Her. a en  m ng 
die BMhtMwäffer, und undurchdringMh z;ene e, der Strand ist in dunkle Schatten getaucht, eisgrau schimmern 
diese Wolkenwand, ein windftoß stürmt vI:ne de:ieSWand hängt der Wolkenhimmel herab. D-a plötzlich bläht sich 
die Seite geworfen und zu einer gewam F ee her auf sie ein, und im  ist sie auseinandergesprengt, auf 
  gen 0mPAkkM Masse aufgetürmt. Hinter ihr aber steht klar wie Kristall der 
Abendhimmel, und die Strahlen der unter 
9ehe"dM Sonne werfen rosige Reflere auf die Wolkenballen die noch immer 
schwer und drohend über der Erde lasten. Daß Kallitenius die seh d. L '   
B'ld u (harakterisi"ei-en versteht hat er name tli   we Wie andschaftBnamr ganz .vom"TMh tm 
I E Z - U eh mit dem bereits oben angeführten Gemälde bewiesen, auf dein 
er den Beschauer von hohem Bergplateau aus über Smaland weit gedehnte, von Flüssen und kleinen Seespiegeln 
unterbrochene dunkle Wälder hinausblicken läßt. Auf unserem ,,Sturmwind-,-Bilde hingegen hat er ebenso Wie 
auf einigen anderen seiner Gemälde sich außerdem als ein nicht minder etf0lgreich nach malerischem 3usammenhg1k 
sti-ebender, ungemein kraftvoller Dolmetsther pacl?ender Augenblickseindrücl5e bekundet, zu deren künstlerischer Wieder- 
glabe er durch le-idenschaftliche Kraft feMes AUsd1"Ucksvermogens wie durch die vollkommene Beherrschung seinkk 
usdrucksmittel in gleich hervorragendem Maße befähigt ist. Werg N0rdWVan (SMkWm)
        

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