Bauhaus-Universität Weimar

Meister der Farbe. 
und beschränkt sich nicht auf band-cverksmäßige Kleinbetriebe, sondern bedeutet, daß in aller 
Welt auf die Dauer nichts besser bezahlt wird, als die wirklich gute persönliche Leistung. 
Diesen -Z-andwerk8glauben in die Verhältnisse des Industriegewerbes  ist eine 
der wichtigsten und schwersten Aufgaben des We:-kbundes. 
sc- -IF 
Darf ich ganz persönlich sagen, weshalb ich mich entschlossen habe, dem Werkbunde 
mit der Feder zu dienen? 
An sich würde es mir fernliegen, mich einer einzelnen Gewerbegruppe aktiv anzu- 
schließen und sei es die vortresslichste von ihnen, denn die verschiedenen Wirtschaftsgruppen 
müssen ihre Kämpfe für sich allein und mit ihren eigenen Kräften führen. Ich würde auch 
dem Werkbunde, wenn er nichts anderes wäre als eine Interessenvertretung, nicht anders 
gegenüberstehen als sonst einer Gewerkschaft der Arbeiter oder einem freiheitlich gerichteten Unter- 
nehmerverein. Dieser Bund geht aber weit über eine solche Gruppenvertretung hinaus und 
ist bei aller gewerblichen Grundlage ein Gesinnungsverband und ein nationales Unternehmen. 
Was er als Gesinnungsve1-band leisten soll, ist in den bisherigen Darlegungen schon Mk- 
halten und braucht hier nur kurz wiederholt zu werden: Hebung des Wertes der Arbeit 
und damit der arbeitenden Menschen, Schassung einer Kultur, die auf Achtung vor wahrer 
persönlicher Leistung beruht. Was aber der Werkbund als nationales Unternehmen bedeuten 
kann, bedarf noch einiger Worte. Ich stelle den Werkbund in dieser Hinsicht in Vergleich 
mit den Bestrebungen, den Gedanken der deutschen Flotte volkstümlich zu machen, nur mit 
dem Unterschiede, daß es sich hier um eine Organisation handelt, die unpolitisch ist und 
keinerlei ofsizieller Bevormundung oder Hilfe bedarf. 
Der slottengedanke ist der Ausdruck für die Wendung des deutschen Geistes zur Welt- 
wirtschaft und Weltpolitik. Der Ausdruck ,,Weltwirtschaft" mag etwas über-trieben klingen, 
wir wissen aber alle, was damit gemeint ist. Unser Volk tritt ein in das Zeitalter des erd- 
umspannenden Wirtschaftssystems, in dem die einzelnen Volkswirtschaften nur Teile sind. 
Kein Teil der bewohnbaren Erde lebt mehr für sich allein, wir kaufen und verkaufen, wir 
arbeiten für das Ausland und lassen das Ausland für uns arbeiten. Diesem neuen Zu- 
stande muß sich die Politik anpassen. Das ist der Sinn des slottenvereins. Ihm muß sich 
aber auch unsere Arbeitsweise anpassen. Das ist der Sinn des Werkbundes. Auch im 
Werkbunde spricht man von Ausfuhr und Einfuhr, von Heimatsmarkt und Auslandsmarkt- 
und zwar ist die Absicht des Werkbundes eine solche Emporhebung der deutschen Arbeits- 
qualität, daß wir mit unserer hoch geschulten Arbeit große O.uantitäten und beste Quali- 
täten von Rohstoffen und Nahrungsmitteln einkaufen. 
Es sei gestattet, kurz davon zu reden, was in der Praxis das Wort Sozialismus 
bedeutet! Wenn man ihm sein theoretisches Kleid hinwegnimmt und ganz einfach fMst! WITH 
will oder sucht die Masse, die dem Sozialismus folgtZ so kommen wir zu dem Ergebnis, 
daß sie einesteils ideale Güter erstrebt, wie Bildung, Erziehung, politischen Einfluß Und 
gesel1schaftliche Achtung, und andernteils materielle Güter, wie bessere Wohnungen, Luft 
und Licht, gesunde, wirklich stärkende Ernährung, eine anmutende Einrichtung des Lebens. 
Beides aber setzt voraus, daß wir uns den O-ualitätsgewerben immer mehr zuwenden, denn 
nur in ihnen gewinnt die einzelne Arbeitskraft denjenigen persönlichen Wert, der sie auch 
bürgerlich ,,frei" macht, und nur durch sie erlangen wir diejenige Kaufkraft, die uns erlaubt, 
unsere Volksmasse gut zu versorgen. Das bezieht sich selbstverständlich nicht bloß auf die 
kunstgewerblichen Tätigkeiten, sondern auf alle Arbeitsgebiete. Auch in der Landwirtschaft 
oder im Maschinenbau müssen wir die beste Arbeitsleistung und Arbeitserziehung gewinnen. 
Unser ganzes Schulwesen muß viel mehr auf praktische Tüchtigkeit hin durchgebildet werden. 
Das Volk braucht Kunst, das heißt, Menschen, die etwas können. Das ist die Quelle aller 
sozialen und wirtschaftlichen sortschritte. Ohne diese Grundlage können wir mit aller Ge- 
seggebung das DurChschnittsleben des Volkes nicht wesentlich emporheben. In dieser Rich-
        

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