Bauhaus-Universität Weimar

Alfred Philipp Roll 
(geb. am 10. März 1847 in Paris, lebt daselbst) 
Trauer 
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Diese ,,Trauer" ist eine der originellsten SchzpfUngM von Akf,.ed zog, Sie 
zeigt die äi"khetkfCkI8 AUffSsfUUs- Dis Man von einem so eminent modernen Meister 
bei der Behandlung eines der ,,ew1gen" Themata seiner Kunst erwartet. Unschwer 
erkent;;1'wir In öde: stät?-g :1esm:aT:rnfd3n Mark? einen Pause- von heute, du- die 
V0m einen Her ern r wars E MIds Ubten and bedeckt, die eben 
noch andere befreundete H-inde an dem offenen GrabecTeschükk?Ik hak, das am Tage 
vorher geschaufelt wurde; ja, wir erkennen hinter diese: Hand U-,mMkfük1x eines Von 
       
et e a  
Trauer, in der sich die größten Meister aller Zeiten   
berühmten liegenden Ariadne des Vatikans über die unsre:-bliche und ergreifende Melan- 
cholie Dürers bis auf die eigenartigen Scl)öpsungen Böcl?lins. Übrigens hat uns Rot! 
gezeigt, daß die zeitgenössische Kunst der Allegorie nicht zu entraten braucht, sondern 
daß diese sich dem Schmuck unseres Lebens genau so gut anzupassen vermag, wie dem 
      
bekleidet ist, geht ein S(-hn,1erz aus, der nicht weniger  
Wahrheit und Poesie vereinigt, wie etwa die Darstellung des Orpheus, der über Eurydice 
M7UM; gsWZ ZU skschweigen von dem tiefen Zauber, der in dem Gemälde RolIs durch 
den Kontrast hervorgerufen wird zwischen dieser Erscheinung aus unseren Tagen und 
des LMdsOk)s7ft- die ewig ist, jener feinen Herbststimmung, die schon die Meiste: des 
Mittelalters und der Renaiisance mit der Darstellung der Trauer zu vereinigen wußten  
Alfked Philipp Roll ist übrigens unter den zeitgenössischen französischen Male;-n einu- 
Vo" denen- die am ekUdkiUgIktk)i"tM versucht haben, in der nationalen Kunst die alte 
klassI"sche Verbindung von Wirklichkeit und Gefühl aufrecht zu erhalten, respektive zu 
erneuern- Z847 VI P-MS geb01"M- hat er sich zur rechten Stunde die Errungenschaften 
de? JMptessi0nisten nutzbar machen können, besonders auch Realismus und Plein-Air, 
und so die tiefe Lebensfreude und Schönheit wiedergegeben, die vor unseren Augen die 
 ;orbeiziehen lassen. Bei-ühmt ist im Lurembourg-Museum 
 M,       
      
fT"""UT" Rs2Ussh des S0mmers sind dort scheinbar die hckkschmden Sake:- dem; sich 
mit Vorliebe die einfache Und doch f0 mächtige poetische Kraft Rolls bedient: Aber das 
Gemälde, das wir hier reproduzieren, wird genügen um u beweisen daß auch die 
melamhousche StimmU"S des HeI"bftes dem Talente, des Eerühmten I,It-äsidenten der 
-S0ci6t6 Nationale des Beaur Arts" durchaus nicht fremd ist. 
Gafton Leser-re (Paris)
        

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