Bauhaus-Universität Weimar

eklkakkfCk)es Taumeln zu vermerlken. Es ist ein fester eiserner Ring, der die frischen 
neuen Arbeiten von Albert von Keller, von Habermann, von Samberger mit den 
temperamentvollen Malereien etwa des von Düsfeldorf nach München übersiedelten 
J0sse Gooßens oder der Paul Wilhelm, Rudolf Nißl, Richard Bloos, Albert 
Weisgerber, Hans Lesker verbindet. Auch del? p0lnisch-böbmische Einschlag, den 
die jungmünchner Malerei in den letzten Jahren erhalten hat, meidet sich zum 
Wort. Stärker aber wirkt die Plastik der Sezessionsausstellung, in der sich die 
Z,zildebrandschule mit dem Mailloleinfiuß l-reuzt. Glänzend präsentiert sich, zum 
eklken Male wohl, mit einer ganzen Serie von Skulpruren, die prächtige, in allen 
Materialien und Techniken scl)welgende Begabung von Fritz Behn, der von seinen 
kölUTChen Tiermodellierungen nun mit famosem Erfolg zum Menschenporträt über- 
8egangen ist. Auch hier ist ein Gast zu notieren: der neue ,,Stern des Ostens-, 
Jvan Mesirovic, der eine von Minne inspirierte, aber aus der ingenieurhaftcn 
K0nskruktionsrechnung des Belgiers in slawische Leidenschaft übersetzte Figur ge- 
schickt hat. 
Recht traurig siehts im Münd)ner Glaspalasi aus. Man rvandert durch die 
fÜt1funds1"ebzig Säle  oder sinds siebenhundertundfünfzigZ  und verspürt schließ- 
lich nichts als körperliche Ermüdung. Nur zwei Oasen sind in der weiten I-Vüsie. 
Die eine wird von den zwei Räumen der ,,Scholle" gebildet, deren Maradore, 
PÜktner, Höfer, die Erler, Putz, Bechler, immer zielbewußter, wenn auch bedächtig, 
aus der allzu leeren Breite ihrer Anfänge zu reicheren und konzenkrierteren male- 
VilCl:)en Kompositionen vordringen  was man zu gleicher Zeit auch vor den 
neuen Arbeiten der Gruppe im ,,Schollen"-Hauptquartier: im Salon Brakl, kon- 
statiert. Die zweite Oase ist eine wittelsbachische En-klave der Aussiellung: ein 
EhreUlM.1I- den die Künstler der Genossenschaft dem neunzigiährigen Prinzregenten 
aufgebaut haben. Es sind zumeist Porträts Luitpolds selbst, plastische und gemalte, 
Von feiner Kinderzeit an, die bis zu Stieler und Franz Adam zurüekreicht, wie 
der Mitglieder seiner Familie; gewiß nicht durchweg N"teisterstücke, aber interessant 
als Dokumente der Kunstpf1ege eines Fürstenhauses, das mit der Künstlerschas"t 
liess in bestem Einvernehmen gelebt hat. Überdies eine lange Reihe von Denk- 
JnU"3en Und Ehrengeschenken, die diesen Zweig der ofsi"ziellen Kunst in !-Nünchen 
tm PeV8leTCl) zu den Berliner Zuständen auf verhältnismäßig hoher Stufe zeigen. 
EmiLIe Gedenlkausstellungen  für Ludwig Willroider, für Alois Erdelt, für 
FrF"J) Pernat -fallen nicht ins Gewicht. Wohl aber die Architektukabteilung 
(die m der SezesFon fehlt). Aus ihr möchte ich ein LVerk herausheben, das sich 
mir- als ich auf sommerlichen Kreuz- und Quer-fahrtcn in München rasten, be- 
.s0"dHw ei"8ePkägt hat: das reizende Modell zu dem neuen ,,Grand Hort! Toblach" 
in T-trol von Ludwig von Weckbecker zu Sternenfeld. Denn hier hat man es 
Mdl!Cb einmal mit einem würdigen und gelungenen Versuch zu tun, einen großen 
(-3alU70fsbaU bei aller redlichen Erfüllung seiner praktischen Zwecke den Über- 
cIkfekU".gen der Gegend wie den Linien der Landschaft eingeordnet zu sehen. Wenn 
man die OV8i2n des Ungesd)macks schaudernd erlebt hat, die sich die -5otelarchi- 
tekten geskgtten, beispielsweise die widerlichen neuen Ungetüme, mit denen in Pontre- 
si"a Und Or- M0kTS die ganze Schönheit der Täler rüdksichtslos zerschnitten wird  
los
        

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