Bauhaus-Universität Weimar

nichts Fürchterlicheres kenne als diese aus Wasser und Zucker gemengten Routiniert- 
heiten; sie verursachen mir geradezu physisches Unbehagen. Es ist, als sei ein 
Schock altjüngferlicher englischer Gouvernanten von einem grausamen Zauberer zur 
Strafe für seine Prüderie in Aquarel1e verhext und  aufgehängt worden . . . . 
Von größtem Interesse aber ist die Gruppe der Trübner- Schüler, die in Darin- 
stadt aufmarschiert. Sie dokumentiert den außerordentlichen, überaus wohltätigen 
Einfluß, der von dem Erben Leibls auf eine jüngere Generation ausgeht, und 
gibt Hoffnung, daß die Tradition des deutschen Courbettums nicht ausstirbt. Eine 
Anzahl neuer Namen meldet sich dabei zum Worte: Hans Sprung, Paul Dahlem, 
Artur Grimm, Sutter, Goebel, Gräber, Hagemann und noch einige andere; nament- 
lich die ersten vier zeigen neben der guten Schule auch eine eigne Hand. 
Als eine Ergänzung zu diesem Uberblick kann die Ausstellung gelten, die Unter 
dem Titel ,,Leibl und sein Freundeskreis" in Wiesbaden zum zehnjährigen 
Jubiläum der dortigen Gesellschaft für bildende Kunst veranstaltet wurde. Auch 
hier spielten natürlich, neben Leib! selbst, Trübner und Thoma (der auch M Darm- 
stadt vertreten ist) die erste Rolle. Um sie aber sind die anderen Matadore jener 
besten ,,Schule" vereinigt, die Deutschlands Malerei im abgelaufenen Jahrhundert 
auszuweisen hatte: Leibls Urfreund Sperl und Charles Sd"-)UCh- The0d0V Alt Und 
Sd)olderer, auch s-5irth du Frcänes, der sich später ganz verlor. Eine imposante 
Kumpaneil Das ist in Wahrheit ,,Malerei- um der Malerei, um der Farbe 
willen, die dabei an die tiefsten Geheimnisse der sinnlichen Erscheinung der Dinge 
P0Chte und mit der Obers1äche den innern Kern der Natur beschwor. 
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